Götzis

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Götzis
Wappen von Götzis
Götzis (Österreich)
Götzis
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 14,62 km²
Koordinaten: 47° 20′ N, 9° 38′ O47.3330555555569.6333333333333448Koordinaten: 47° 19′ 59″ N, 9° 38′ 0″ O
Höhe: 448 m ü. A.
Einwohner: 10.994 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 752 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6840
Vorwahl: 05523
Gemeindekennziffer: 8 04 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 15
6840 Götzis
Website: www.goetzis.at
Politik
Bürgermeister: Werner Huber (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(30 Mitglieder)
17 ÖVP, 5 SPÖ,
6 Grüne, 2 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Götzis im Bezirk Feldkirch
Altach Düns Dünserberg Feldkirch Frastanz Fraxern Göfis Götzis Klaus Koblach Laterns Mäder Meiningen Rankweil Röns Röthis Satteins Schlins Schnifis Sulz Übersaxen Viktorsberg Weiler Zwischenwasser VorarlbergLage der Gemeinde Götzis im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Götzis vom Kummenberg aus
Götzis vom Kummenberg aus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Häuser an der Bulitta

Götzis ist eine Marktgemeinde mit 10.994 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bundesland Vorarlberg im Bezirk Feldkirch und in der Kummenberg-Region an der Grenze vom Oberen zum Unteren Vorarlberger Rheintal.

Geographie[Bearbeiten]

Der Kern der Gemeinde Götzis liegt im Vorarlberger Rheintal auf 448 Metern Höhe. Das Gemeindegebiet selbst liegt zwischen 410 m in der Talsohle und 1645 m auf der Hohen Kugel. 45,2 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Götzis.

Ortsteile der Gemeinde sind:

St. Arbogast, Meschach, Millrütte, Rütte, Götzis-Berg, Götzis-Markt, Götzis-Moos, Götzis-Kommingen, Götzis-Kirla, Götzis-Sonderberg,

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Götzis hat gemeinsame Gemeindegrenzen mit sechs anderen Vorarlberger Gemeinden. Von diesen liegt einzig die Stadt Hohenems im Bezirk Dornbirn und die anderen fünf (Fraxern, Klaus, Koblach, Mäder und Altach) genauso wie die Marktgemeinde im Bezirk Feldkirch. (Angabe der Gemeinden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend.)

Geschichte[Bearbeiten]

Götzis wird im rätischen Reichsurbar als Cazeses erstmals urkundlich erwähnt. Weiters finden sich folgende Schreibweisen:

1045 Cheizines
1178 Chezins
1260 Gezins

Um 1000 n. Chr. entstand im Bereich der alten Kirche ein bescheidener Dorfkern. 1375 wurde die Grafschaft Feldkirch verkauft. Götzis kommt damit in den Besitz der Habsburger. Am 15. Mai 1694 wurde Götzis zur Marktgemeinde erhoben.

Am 1. Januar 1801 wurden Götzis und Altach politisch getrennt. Götzis wurde damit eine selbstständige Gemeinde. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) leisteten etwa 800 Männer aus Götzis Kriegsdienst, 152 Götzner fielen oder starben im Ersten Weltkrieg und in den nachfolgenden Jahren an den Kriegsfolgen.

239 Götzner starben im Zweiten Weltkrieg (1939–1945).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 lag der Ausländeranteil in der Gemeinde bei 13,1 %.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 30 Mitgliedern. Nach der Wahl 2010 verfügte die ÖVP über 17 Mandate, die Grüne Liste Götzis über 6, die SPÖ über 5, und die FPÖ Götzis über 2 Mandate. Zum Bürgermeister wurde in der Direktwahl mit 79,75 Prozent der Stimmen der Amtsinhaber und ÖVP-Landtagsabgeordnete Werner Huber gewählt. Vizebürgermeister wurde Dr. Clemens Ender.

Der Gemeindevorstand besteht aus sieben Personen (VizeBM Dr. Clemens Ender, Mag. Christoph Kurzemann, Maria Ellensohn-Schmid, Edith Lampert-Deuring, Wolfgang Marte (alle ÖVP), Mag. Walter Heinzle (GLG), Karin Weber (SPÖ)).[1]

Wappen[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Götzis
Pfarrkirche Hl. Ulrich
  • Alte Pfarrkirche Hl. Ulrich: 1340 erbaut
  • Neue Pfarrkirche Hl. Ulrich: 1865 erbaut
  • Filialkirche Hl. Arbogast: erstmals 1473 erwähnt
  • Meschacher Wolfgangskirche
  • Eligiuskapelle am Fuße der Burg Neu-Montfort
  • Mariakapelle in Untergötznerberg
  • Mariakapelle in Obergötznerberg
  • Kapelle am Kobel
  • Burgruine Neu-Montfort: Das Wahrzeichen von Götzis wurde auf dem nordöstlichen Ausläufer des Therenberges über dem Dorf zwischen 1311 und 1319 erbaut. Die Burg wurde von 1405 bis 1408 während des Appenzellerkriegs vom Bund ob dem See besetzt und gehört damit zu den wenigen Burgen, die von den Appenzellern nicht zerstört wurden.[2] Die Burgruine gehört heute der Gemeinde Götzis – die Ringmauer wurde 1970 sowie in den Jahren 1974/75 restauriert.[3]
  • Sonderbergschlösschen: um 1561 vom Chorherren Friedrich Sandholzer erbaut
Jonas-Schlössle
  • Jonas-Schlössle: Das 1584 von Lienhart Jonas von Buch und Udelberg erbaute Schlösschen ist ehemaliger Adelssitz der Familie Jonas. Im Gebäude findet sich noch eine Holzkassettendecke aus dem 16. Jahrhundert. Das Gebäude wurde zwischen 2001 und 2004 aufwändig renoviert und restauriert und bietet seitdem Platz für Lesungen, Kammerkonzerte, Ausstellungen, Seminare, Tagungen und andere Veranstaltungen.
  • Bildungshaus St. Arbogast
  • Kulturbühne Am Bach: Die Kulturbühne Am Bach, welche im Jahr 2000 eröffnet wurde, bietet für bis zu 600 Personen Platz und ist für Konzerte, Theater, Lesungen, Operetten, Vorträge, Vereinsversammlung und vieles mehr geöffnet.

Sport[Bearbeiten]

  • Mehrkampf-Meeting Götzis: Der alljährliche Austragungsort des Mehrkampf-Meetings der besten Zehnkämpfer und Siebenkämpfer der Welt findet im Möslestadion statt. Das Mösle-Meeting zählt zu den bekanntesten Zehnkampf- bzw Siebenkampf-Meetings der Saison. Hier wurde 2001 der damalige Weltrekord von 9026 Punkten durch den Tschechen Roman Šebrle aufgestellt.
  • Ringen: Der KSV Götzis hat ca. 150 Vereinsmitglieder und ist somit einer der größten Vereine in Götzis. Nikola Hartmann, die erfolgreichste Ringerin des Vereins, konnte bereits fünf Welt- und Europatitel für sich verbuchen. Vereinsgründer waren August Fischer aus Wolfurt und Ulrich Scheyer aus Götzis.
  • Rennrodeln: Der RC-Schwab zählt zu den erfolgreichen Renn-Rodel-Clubs Österreichs auf der Naturbahn. Diverse Europa- und Staatsmeister gingen aus diesem Club hervor.
  • Volleyball: Bereits 1977 wurde der VC Götzis gegründet und ist somit einer der ältesten Volleyball-Vereine in Vorarlberg. Etwa 100 Mitglieder spielen in den verschiedensten Alters- und Leistungsgruppen Volleyball. Gespielt wird in der Halle, auf dem Rasen und im Sand. Zu den größten sportlichen Erfolgen zählt die Qualifikation für die 2. Bundesliga. In der Saison 2008/09 wurde der Meistertitel in der Damen Landesliga 2 gewonnen.
  • Mit dem Schwimmbad in der Riebe besitzt die Gemeinde ein öffentliches Freibad.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Götzis gab es im Jahr 2004 rund 450 Betriebe mit ca. 3.600 Beschäftigten. Zu den größten und bekanntesten Firmen mit Stammsitz in Götzis zählt Mepla-Alfit, Sola Messwerkzeuge, Zech Fenster und Huber Tricot. Große Bedeutung hat auch der Vorarlberger Wirtschaftspark (VWP) und das Betriebsgebiet Hopbach.

Götzis verfügt über ein Biomasseheizwerk mit innovativer Abgasreinigung auf dem höchsten Stand der Technik. Das Nahwärmenetz versorgt gemeindeeigene Objekte, Firmen und Wohngebäuden vom Industriegebiet bis in den Ortskern. Als Betreiber der Nahwärme Götzis GmbH sind neben der Gemeinde in Götzis ansässige Unternehmen als private Investoren beteiligt.

Götzis liegt direkt an der A14 (Rheintal/Walgau Autobahn) und hat einen Bahnhof an der Vorarlbergbahn. In Götzis verkehren mehrere Linien des Landbus Oberes Rheintal und des Landbus Unterland. Außerdem besitzt Götzis seit mehreren Jahren einen Ortsbus, welcher im Jahre 2008 zum Ortsbus amKumma ausgebaut wurde und jetzt mit fünf Linien Götzis, Altach und Mäder verbindet.

Bildung[Bearbeiten]

Götzis besitzt eine Musikmittelschule sowie die größte Hauptschule Vorarlbergs und mit dem BORG eine Allgemeinbildende Höhere Schule. Seit 1990 gibt es im Vbg. Wirtschaftspark eine Schule für Sozialbetreuungsberufe: die Kathi-Lampert-Schule. In Götzis gibt es zudem sieben Kindergärten, vier Volksschulen eine Volkshochschule und ein Sonderpädagogisches Zentrum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zu Götzis:

Literatur[Bearbeiten]

  • Zeitsprünge. 35 Jahre Mehrkampf-Meeting Götzis, Zurgams Kommunikationsagentur (Hrsg.), Bucher Verlag, Hohenems 2009, ISBN 978-3-902679-23-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Götzis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeindevorstand im Webauftritt der Marktgemeinde Götzis.
  2. Eintrag über Neu-Montfort auf Burgen-Austria
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/mitglied.lycos.deNeu-Montfort (Götzis)