Muri bei Bern

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Muri bei Bern
Wappen von Muri bei Bern
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0356i1f3f4
Postleitzahl: 3074 Muri bei Bern
3073 Gümligen
UN/LOCODE: CH MBB
Koordinaten: 603721 / 19787446.9319477.487499558Koordinaten: 46° 55′ 55″ N, 7° 29′ 15″ O; CH1903: 603721 / 197874
Höhe: 558 m ü. M.
Fläche: 7,6 km²
Einwohner: i12'675 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1668 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 11,4 % (2009)[2]
Arbeitslosenquote: 1,8 % (2010)[3]
Gemeindepräsident: Thomas Hanke (FDP)
Website: www.muri-guemligen.ch
Muri bei Bern - eingebettet zwischen Aare und Dentenberg

Muri bei Bern - eingebettet zwischen Aare und Dentenberg

Karte
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Über dieses Bild
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Aarebad Muri mit Aare im Hintergrund

Muri bei Bern (oft auch Muri-Gümligen) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde setzt sich aus zwei klar gegliederten Teilen zusammen, die bevölkerungsmässig mit je ca. 6'000 Einwohnern gleich gross sind. Es sind dies die Ortschaft Muri, welche der Gemeinde seit alters den Namen gab, und die Ortschaft Gümligen.

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 760 Hektaren, davon sind 150 Hektaren bewaldet, 190 Hektaren Äcker und Wiesen und 339 Hektaren Land in der Bauzone. Der höchste Punkt befindet sich auf 741 Metern auf dem Dentenberg, die tiefste Stelle liegt auf 508 Metern an der Aare.

Nachbargemeinden sind Allmendingen, Belp, Bern, Kehrsatz, Köniz, Ostermundigen, Stettlen, Vechigen und Worb.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde auf dem Schlosshügel, 1832 bei Ausgrabungen zutage gefördert, weisen nach, dass Muri schon zur Römerzeit besiedelt war. Urkundlich taucht der Name, nach heutigem Wissen, erstmals 1180 als Mure auf, als ein Pfarrer Burkhard aus der Gemeinde mit vermögenden Bürgern Geschäfte tätigte.

Damals gehörte Muri noch zur Herrschaft Geristein, die mehr als 100 Jahre später, 1298, von der Stadt Bern erobert wurde. Die Herrschaft setzte sich aus den vier sogenannten Kirchspielen Bolligen, Muri, Stettlen und Vechigen zusammen. Als die aufstrebende Stadt Bern ihre erste Eroberung machte, liess sie den Gemeinden die überlieferten Rechte unangetastet und legte damit den Grundstein zur weitgehenden bernischen Gemeindeautonomie.

Über Jahrhunderte lebten die Einwohner der Gemeinde in relativ stabilen Verhältnissen, an denen die riesigen Veränderungen der europäischen und schweizerischen Geschichte scheinbar spurlos vorbeizogen.

Eine vollständige strukturelle und gesellschaftliche Umwandlung setzte erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Sie war die Folge der Industrialisierung und des Zuges von der Stadt aufs Land. So wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde im Jahrzehnt 1920-1930 von 2'435 auf 3'938 oder um seither nie mehr erreichte 62 Prozent an.

Sehenswürdigkeiten/Freizeit[Bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2006 lebten 12'587 Menschen in Muri, der Ausländeranteil betrug 9,5 %. Bei der Volkszählung 2000 gaben 88,93 % der Bevölkerung Deutsch als Hauptsprache an, 3,05 % Französisch und 1,48 % Englisch. 18,2 % der Einwohner waren zwischen 0 und 19 Jahre alt, 61,3 % zwischen 20 und 64 Jahre und 20,5 % älter als 64 Jahre.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1764 1850 1880 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 446 1'142 1'176 1'341 3'938 5'845 7'855 10'174 12'285 12'680 12'571 12'422

Politik[Bearbeiten]

Grosser Gemeinderat[Bearbeiten]

8
1
7
1
16
7
16 
Von 40 Sitzen entfallen auf:

Der Grosse Gemeinderat ist die Legislative der Gemeinde Muri bei Bern. Er umfasst 40 Mitglieder und wird alle vier Jahre im Proporzsystem gewählt.

(Ergebnis Wahlen vom 25. November 2012)[4]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die Exekutive der Gemeinde Muri bei Bern. Er zählt sieben Mitglieder. Mit Ausnahme des Gemeindepräsidenten (Thomas Hanke, FDP, Stand 2013) arbeiten die Gemeinderäte nebenamtlich. Der Gemeinderat wird alle vier Jahre im Proporzsystem gewählt (gleichzeitig wie der Grosse Gemeinderat). Der Gemeindepräsident wird im Majorzverfahren gewählt.

Nationale Wahlen[Bearbeiten]

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: FDP 20,7 %, SP 19,7 %, SVP 19.1 %, BDP 14,1 %, GPS 9,7 %, glp 6,7 %, CVP 2,8 %, EVP 2,3 %, EDU 1,6 %.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten]

2006/7 untersuchte der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern die wirtschaftlichen Standortqualitäten von 48 grösseren Gemeinden der Agglomerationen Bern und Biel-Seeland. Im 1. Rang war Belp, gefolgt von Ittigen, Köniz und Muri. Muri ist bekannt als "Steuerparadies" des Kantons Bern.

Neuen Unternehmungen stehen Standorte mit genehmigten Überbauungsordnungen zur Verfügung. Die Areale "Bahnhof Gümligen" und "Gümligenfeld" sind kantonale Entwicklungsschwerpunkte. Unternehmen mit Sitz in Muri bei Bern sind die Cisalpino AG (Personenzugverkehr), Haco (Nahrungsmittel), Rehau (Polymerverarbeitung) und die RBA-Holding (Regionalbanken).

Verkehr[Bearbeiten]

Linie G (heute Tramlinie 6) auf dem Casinoplatz in Bern

Die Gemeinde Muri ist sehr gut durch den öffentlichen Verkehr erschlossen. Der Ortsteil Gümligen besitzt einen S-Bahnanschluss, sodass man innerhalb von zehn Minuten am Bahnhof Bern ist. Zum Berner Zytglogge dauert die Fahrt von Muri aus mit der Tramlinie 6 ebenfalls zehn Minuten.

Bildung[Bearbeiten]

Schulanlage Seidenberg

In der Gemeinde Muri bei Bern gibt es sechs Schulhäuser (Volksschule). Daneben existieren zwei Privatschulen, die im Unterricht den obligatorischen Schulstoff in englischer Sprache vermitteln. Eine davon ist die International School of Berne.

Sport[Bearbeiten]

Der Handballverein BSV Bern Muri spielt in der Nationalliga A der Swiss Handball League. Seine Heimspiele trägt der Verein teils in der Wankdorfhalle Bern, teils in der Mooshalle Gümligen aus. Fussballerisch gibt es den Verein FC Muri-Gümligen, der in der 3. Liga spielt. Ausserdem befindet sich der Hauptsitz des Schweizerischen Fussballverbands, das Haus des Schweizer Fussballs, in Muri.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Einwohnergemeinde Muri bei Bern: Muri bei Bern: eine Gemeinde, zwei Dörfer. 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Muri bei Bern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Eingabe Muri bei Bern).
  3. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Arbeit. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Eingabe Muri bei Bern. Jahresdurchschnitt).
  4. http://www.muri-guemligen.ch/fileadmin/muriguemligench/01_Gemeinde/Aktuell/Wahlergebnis_GGR.pdf abgerufen am 18. Januar 2013
  5. http://www.nawa.apps.be.ch/nawa/action/NAWAInternetAction.do?method=read&sprache=d&typ=21&gem=356 abgerufen am 3. Februar 2012