Günter Hofé

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Günter Hofé (Pseudonym: Bernd Elberger, * 17. März 1914 in Berlin; † 27. Dezember 1988 in Königs Wusterhausen) war ein deutscher Verlagsleiter und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Günter Hofé war der Sohn eines Kunstschlossers. Er besuchte eine Oberrealschule, an der er 1934 die Reifeprüfung ablegte. Anschließend absolvierte er eine Lehre als Bankkaufmann bei der Deutschen Bank. Dort stieg er bis zum Direktionsassistenten auf, bildete sich weiter an der Bank-Hochschule in Berlin und arbeitete zeitweise in Großbritannien und Frankreich. Von 1936 bis 1938 durchlief er eine Offiziersausbildung bei der Wehrmacht und 1939 trat er in die NSDAP ein. Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Reserveoffizier teil, zuletzt im Rang eines Hauptmanns. Eingesetzt war er u. a. im Rahmen der Ardennenoffensive im Raum Rocherath-Krinkelt (unweit des sog. Hollerather Knies) als Kommandeur der I. Abteilung im Artillerieregiment der 277. Volksgrenadierdivision.

Nach Kriegsende arbeitete Hofé zunächst als Transportarbeiter, ab 1949 als Lehrer beim Volksbildungsamt in Berlin-Köpenick und an der dortigen Volkshochschule. Ab 1948 war er Mitglied der DDR-Blockpartei NDPD. Durch seine Mitarbeit im Beirat für das Verlagswesen gelangte er 1949 auf den Posten eines Cheflektors; 1950 wurde er Leiter des NDPD-eigenen Verlags der Nation. Ein Fernstudium an der Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft in Potsdam-Babelsberg schloss er 1954 mit dem Grad eines Diplom-Juristen ab. Von 1952 bis 1982 war Hofé Erster Stellvertretender Vorsteher des Leipziger Börsenvereins der Deutschen Buchhändler. 1963 wurde er während eines Besuches der Frankfurter Buchmesse unter dem Verdacht der nachrichtendienstlichen Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR und den sowjetischen KGB verhaftet und ein Jahr lang in Untersuchungshaft gehalten; es kam jedoch nicht zur Anklage, und Hofé konnte in die DDR zurückkehren. Mitarbeitern des MfS gegenüber hatte er allerdings angedeutet, dass ihm in der Vergangenheit vom ZK der SED und dem ZK der KPD Finanzierungsgeschäfte „im Rahmen der gesamtdeutschen Arbeit“ übertragen worden seien. Ab 1956 war Hofé vom MfS als offizielle Verbindung zur HA V/6, ab 1958 als inoffizielle Verbindung zur Hauptverwaltung Aufklärung erfasst.[1]

Günter Hofé wurde, nachdem er in den 1950er Jahren u. a. einen Band mit satirischen Essays und einen Rennfahrerroman veröffentlicht hatte, vor allem durch eine in der DDR viel gelesene Trilogie über den Zweiten Weltkrieg bekannt, die aus den Bänden Roter Schnee, Merci Kamerad und Schlußakkord besteht. Es handelt sich hierbei um dokumentarische Romane über Soldaten und Offiziere der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Anliegen von Hofés Büchers ist es, den verbrecherischen Charakter der deutschen Kriegsführung aufzuzeigen und anhand einzelner Protagonisten die Möglichkeit einer Wandlung zu schildern.

Günter Hofé, der dem Schriftstellerverband der DDR und dem PEN-Zentrum der DDR angehörte, erhielt u.a. 1962 die Verdienstmedaille der DDR, 1964 den Vaterländischen Verdienstorden in Silber, 1965 die Johannes-R.-Becher-Medaille, 1970 die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille, 1973 den Orden "Banner der Arbeit", 1979 den Vaterländischen Verdienstorden in Gold sowie 1982 einen Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur.

Werke[Bearbeiten]

  • Niersteiner Spätlese, Berlin 1954 (unter dem Namen Bernd Elberger)
  • Rivalen am Steuer, Halle (Saale) 1957
  • Roter Schnee, Berlin 1962
  • Monolog in der Hölle, Berlin 1968
  • Merci, Kamerad, Berlin 1970
  • Schlußakkord, Berlin 1974
  • Der dalmatinische Dolch, Berlin 1980
  • Die Saufeder, Halle [u.a.] 1988
  • Unser Dackel Max und andere satirische Geschichten, Schkeuditz 2000

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Wurm/Barth: Hofé, Günter.