Günter Kupetz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Normbrunnenflasche von 1971

Günter Kupetz (* 12. November 1925 in Rüdersdorf bei Berlin) ist ein deutscher Industriedesigner.

Leben[Bearbeiten]

1946 begann Kupetz zunächst ein Architekturstudium, wechselte jedoch bald zur Grafik und schließlich in die Bildhauerklasse von Bernhard Heiliger. Anfang der 50er Jahre fing er an – beeinflusst durch das skandinavische Design – Gebrauchsgegenstände zu entwickeln. Von 1954 bis 1961 arbeitete er für WMF, wo er unter anderem ein Whisky-Set aus Bleiglas entwarf, das Louis Armstrong „das schönste der Welt“ nannte. Er gilt heute als einer der bedeutenden Designer der WMF. Mit einigen Entwürfen war er 1957 auf der Mailänder Triennale und 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel beteiligt.

1959 gehörte Kupetz zu den Gründungsmitgliedern des Verband Deutscher Industrie-Designer (VDID), er gehört zu den Designern der „ersten Stunde“ der Bundesrepublik Deutschland.[1] 1971 folgte er dem Ruf an die Kunsthochschule Kassel . Dort unterrichtete Gebrauchsgüterdesign, er baute gemeinsam mit Herbert Oestreich dort dieses Fach auf, davor unterrichtete er an der Werkkunstschule Kassel. 1973 wurde er an die Berliner Hochschule der Künste berufen. Dort arbeitete er bis zu seiner Emeritierung als Professor für Produktdesign.

Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags fand im Berliner Bauhaus-Archiv vom 5. April bis 5. Juni 2006 eine Sonderausstellung zu seinem Lebenswerk statt. [2]

Von dem uns vertrauten Bild des Künstlers in der Industrie, der von der guten Form träumend an seinem Löffel herumfeilt, vom letzten Handwerker in der Industrie, wie er einmal genannt wurde, müssen wir uns trennen. Wir werden uns an einen neuen Typus von Designer gewöhnen müssen ... Es ist selbstverständlich, dass dieser Designer mit Fertigungs- und Absatzfragen ebenso vertraut ist wie sein Auftraggeber. Günter Kupetz, 1959

Werk[Bearbeiten]

Von seinen über 1000 Entwürfen gehören zu den bekanntesten die Pril-Spülmittelflasche von 1960, das Tastentelefon für AEG Telefunken von 1962 und der Hähnchengrill der Wienerwald-Restaurants von 1963. 1968/69 entwarf er die sogenannte Normbrunnenflasche für Mineralwasser, umgangssprachlich auch Perlenflasche genannt, die von 1971 bis heute etwa fünf Milliarden mal hergestellt wurde und damit die erfolgreichste Mehrwegverpackung Deutschlands sein dürfte. Kupetz selbst sagte dazu: Ich halte den Entwurf für zeitlos und würde sagen, verbessern kann man ihn eigentlich nicht.[3]

Preise[Bearbeiten]

  • Ehrenpreis der Deutschen Umwelthilfe 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcus Botsch: Die Mineralwasserflasche von Günter Kupetz Verlag Form, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-89802-003-7.
  • Andrej Kupetz (Hrsg.): Günter Kupetz – Industrial Design. Birkhäuser 2006, ISBN 3-7643-7688-0.
  • Christian Marquart: Industriekultur – Industriedesign. Ein Stück deutscher Wirtschafts- und Designgeschichte. Die Gründer des Verbandes Deutscher Industrie-Designer, Berlin [ca. 1993], Seite 137-159.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ausstellungsplakat
  2. http://www.bauhaus.de/museum/archiv_06.html Ausstellungsankündigung
  3. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28961 Acht Meisterleistungen des modernen Designs

Weblinks[Bearbeiten]