Günter M. Ziegler
Günter M. Ziegler (* 19. Mai 1963 in München) ist ein deutscher Mathematiker.
Inhaltsverzeichnis |
Leben [Bearbeiten]
Ziegler begann nach dem Abitur 1981 mit dem Studium der Mathematik und Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach drei Jahren am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (1984 bis 1987) promovierte er 1987 am MIT bei Anders Björner. Er war von 1987 bis 1991 wissenschaftlicher Assistent von Martin Grötschel an der Universität Augsburg und schloss 1991 bis 1992 ein Forschungsjahr auf dem Gebiet der Kombinatorik am Mittag-Leffler-Institut im schwedischen Djursholm an. Im Jahre 1992 habilitierte er an der TU Berlin; von 1992 bis 1994 arbeitete er (gemeinsam mit Martin Grötschel) als Leiter der Abteilung „Kombinatorische Optimierung“ am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin und als Privatdozent an der TU Berlin. Von 1995 bis 2011 war er Professor für Mathematik an der TU Berlin, seit 2011 ist er als Professor für Mathematik an der FU Berlin tätig.
Von 1993 bis 2000 war Ziegler als Dozent des DFG-Graduiertenkollegs „Algorithmische Diskrete Mathematik“ und zwischen 2000 und 2005 als Dozent des europäischen Graduiertenkollegs „Combinatorics, Geometry, and Computation“ tätig. In dieser Zeit, im Jahre 2001, erhielt er den höchstdotierten deutschen Wissenschaftspreis, den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. Seit 2006 ist Ziegler Sprecher des Graduiertenkollegs „Methods for Discrete Structures“. 2006 und 2007 war er Sprecher der Graduiertenschule Berlin Mathematical School, seitdem ist er stellvertretender Sprecher. Er ist außerdem Mitglied des DFG-Forschungszentrums Matheon.
Werk [Bearbeiten]
Ziegler arbeitet an Problemen der diskreten Mathematik, insbesondere der diskreten Geometrie und der Topologie von diskreten Strukturen, sowie zu Fragen der linearen und diskreten Optimierung.
Von 1997 bis 2000 war Ziegler Mitglied des Vorstands der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) und Herausgeber der Mitteilungen der DMV. Er war von 2006 bis 2008 Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung und 2008 in koordinierender Funktion mit der Ausgestaltung des Wissenschaftsjahrs der Mathematik betraut.
Gemeinsam mit Martin Aigner schrieb er Das BUCH der Beweise, ursprünglich auf englisch unter dem Titel Proofs from THE BOOK, in dem, angeregt von Paul Erdős, der scherzhaft von einem solchen idealen Buch im Besitz Gottes sprach, verschiedene sich durch Eleganz auszeichnende Beweise vor allem zur Kombinatorik gesammelt sind.
2012 beendete er aus Protest gegen die Preispolitik des Verlags Elsevier seine Mitherausgeberschaft der Zeitschriften European Journal of Combinatorics und Journal of Combinatorial Theory, Series A.[1]
Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften [Bearbeiten]
- Goldmedaille bei der Internationalen Mathematik-Olympiade, 1981
- Literaturpreis der Schwulen Buchläden für Fragmente einer Legende, 1993
- Gerhard Hess-Forschungsförderpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), 1994
- Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG, 2001
- 2002 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Peking (Face numbers of 4-polytopes and 3-spheres).
- 2005 Gauß-Vorlesung der DMV.
- Chauvenet-Preis der Mathematical Association of America (MAA) (gemeinsam mit Dr. Florian Pfender), 2006
- Communicator-Preis, 2008
- Mitglied der Leopoldina, seit 2009
Bücher [Bearbeiten]
- Proofs from THE BOOK, (Martin Aigner, Günter M. Ziegler), 1998, Springer Verlag Heidelberg
- Das BUCH der Beweise, (Martin Aigner, Günter M. Ziegler), 2002, Springer-Verlag Berlin, ISBN 3-540-40185-7 (deutsche Ausgabe von Proofs from the Book)
- Lectures on Polytopes, 1995, Springer-Verlag, ISBN 0-387-94365-X
- Darf ich Zahlen?: Geschichten aus der Mathematik, 2010, Piper-Verlag, ISBN 3-492-05346-7
- Herausgeber mit Peter Gritzmann, Ehrhard Behrends: Pi und Co. - Kaleidoskop der Mathematik, Springer 2008
Schriften (Auswahl) [Bearbeiten]
- mit R. Živaljević: Homotopy types of subspace arrangements via diagrams of spaces. Math. Ann. 295 (1993), no. 3, 527–548.
- Generalized Kneser coloring theorems with combinatorial proofs. Invent. Math. 147 (2002), no. 3, 671–691.
- mit B. Benedetti: On locally constructible spheres and balls. Acta Math. 206 (2011), no. 2, 205–243.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Boykottiert Elsevier! Ich boykottiere Elsevier!, 19. Februar 2012
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Günter M. Ziegler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Webseite von Günter Ziegler an der Freien Universität Berlin
- Würdigung der DFG zur Verleihung des Leibniz-Preises
- Christoph Drösser: Ein etwas anderer Streber... Portrait in DIE ZEIT Nr. 38 vom 13. September 2007
- Philipp Schwenke: »Mich interessieren Ecken und Kanten« Interview in ZEIT campus, Nr. 04/2010
- Ein Gesicht für die Mathematikin: Onlinemagazin campus.leben der Freien Universität Berlin, 14. März 2011
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ziegler, Günter M. |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mathematiker |
| GEBURTSDATUM | 19. Mai 1963 |
| GEBURTSORT | München |
- Mathematiker (20. Jahrhundert)
- Mathematiker (21. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Freie Universität Berlin)
- Hochschullehrer (Technische Universität Berlin)
- Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
- Leibnizpreisträger
- Chauvenet-Preisträger
- Deutscher
- Geboren 1963
- Mann
- Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert)