Günter Rössler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Günter Rössler 2009 bei sich zu Hause

Günter Rössler (* 6. Januar 1926 in Leipzig; † 31. Dezember 2012 in Leipzig[1]) war ein deutscher Fotograf, der sich insbesondere auf dem Gebiet der künstlerischen Aktfotografie einen Namen machte.

Leben[Bearbeiten]

Rössler begann 1946 eine Fotografenlehre und studierte ab 1947 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ab 1951 war er freiberuflich als Mode-, Reportage- und Werbefotograf tätig. In den 1960er Jahren widmete er sich der Aktfotografie und war damit einer der Pioniere dieses Genres in der DDR.

Von 1954 bis 1990 arbeitete er überwiegend für DDR-Modemagazine wie Modische Maschen und Sibylle sowie die Monatszeitschrift Das Magazin und in Fotozeitschriften wie Fotografie und Fotokino-Magazin.

Seine erste Aktausstellung – 1979 im Kunsthaus Grimma – erregte in der DDR Aufsehen. Auch seine folgenden Ausstellungen waren Publikumsmagneten. Da seine Fotos als „nicht anstößig“ galten, wurden die Ausstellungen auch von Schulklassen besucht.

1981 wurde Rössler in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen. 1996 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie berufen.

1984 druckte der Playboy unter dem Titel Mädchen der DDR einen zehnseitigen Beitrag mit Fotos von Günter Rössler.[2] Die Reportage wurde vom Playboy mit 10.000 DM honoriert, von denen er, wie es in der DDR üblich war, nur 15 % erhielt.

Neben Günter Rinnhofer war er einer der wenigen Fotografen, die jahrzehntelang fast jeden Monat mit Fotos in den Zeitschriften Fotokino-Magazin und Fotografie vertreten waren. Er arbeitete überwiegend in schwarz-weiß.

Rössler war, nachdem seine erste Frau Ruth an Krebs gestorben war, in zweiter Ehe mit dem ehemaligen Model Kirsten Schlegel verheiratet, die er kennenlernte, als sie 14 Jahre alt war. Sie arbeitete für ihn erst als Modell für Modeaufnahmen und anschließend als Assistentin. Zusammen hatten sie eine Tochter (* 2003).[3]

Die sterblichen Überreste von Günter Rössler, der mehr als 50 Jahre[4] in Markkleeberg-Ost bei Leipzig lebte, wurden am 11. Januar 2013 auf dem Markkleeberger Auenfriedhof in einer Urne beigesetzt.[5]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Axel Bertram (Hrsg.): Aktfotografie. Greifenverlag, Rudolstadt 1992, ISBN 3-7352-0291-8.
  • Akt. Edition Braus, Heidelberg 1998, ISBN 3-8295-6810-X.
  • Sequenzen. Umschau Buchverlag, Frankfurt/Main 2002, ISBN 3-8295-6602-6.
  • Mein Leben in vielen Akten. Verlag Das Neue Berlin, 2005, ISBN 3-360-01275-5.
  • Aktfotografie 1953-2010. Verlag Das Neue Berlin, 2010, ISBN 978-3-360-02102-1.
  • Starke Frauen im Osten. Fotografien 1964 bis 2009. Jaron Verlag, 2012, ISBN 978-3-89773-703-7
  • Starke Frauen im Osten. Fotografien 1964 bis 2009. Limitierte Vorzugsausgabe, Leinenband mit Deckelschild und signiertem und nummeriertem Handabzug des Titelmotivs dieser Ausgabe. Jaron Verlag, 2012, ISBN 978-3-89773-705-1

Literatur[Bearbeiten]

  • Roger Rössing (Hrsg.): Günter Rössler. Fotokinoverlag, Leipzig 1982.
  • Thomas Tiltmann, Jana Kausch: Ästhetik des Verborgenen. Günter Rössler und die Aktfotografie der DDR. (vom Verlag als Druckwerk on demand angeboten), AV Akademikerverlag, Saarbrücken 2011, ISBN 978-3-639-38218-1
  • Günter Rössler: Mein Leben in vielen Akten. Aufgeschrieben von Uta Kolano. Berlin 2005, ISBN 3-360-01275-5[6]
  • Uta Kolano: Kollektiv d'Amour - Liebe, Sex und Partnerschaft in der DDR. Berlin 2012, ISBN 978-3-89773-669-6. Mit Interview mit Günter Rössler und Kirsten Schlegel.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

  • Fred R. Willitzkat: Die Genialität des Augenblicks – Der Fotograf Günter Rössler. Deutschland 2012, 97 min.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jaron Verlag Berlin: Günter Rössler unerwartet verstorben. (PDF; 70 kB) Pressemitteilung vom 2. Januar 2013
  2. Kunstpictorial: „Edel auf silbernem Grund im Herzen des Heftes herausgehoben – Kunst-Pictorial nannte der PLAYBOY so etwas – unter dem Titel ‚Mädchen aus der DDR‘ professionell die Bilder zueinander geordnet, …“ Zitiert aus: Helfried Strauß: Eröffnungsrede anlässlich Günther Rösslers Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig 2008. gehalten am 5. September 2009. (Volltext der Rede auf der Website von H. Strauß, abgerufen am 22. Juni 2010.)
  3. Anna Reimann: Akt-Fotograf Rössler. Tod in der „Super-Illu“. In: Spiegel Online vom 20. April 2006
  4. Mädchen der DDR. Aktfotograf Günter Rössler ist tot. In: Süddeutsche Zeitung vom 2. Januar 2013 (abgerufen am 4. Januar 2013)
  5. Rolf Richter: Markkleeberg. Bewegender Abschied von Günter Rössler. In: Leipziger Volkszeitung vom 12/13. Januar 2013, S. 1
  6. http://d-nb.info/977191427
  7. Norman Gorek: Macht Lust auf mehr. „nackt und natürlich“ im Pommerschen Landesmuseum. In: Moritz-Magazin am 21. Dezember 2008
  8. Hinweis auf Kinostart auf der Seite der Stadt Berlin, abgerufen am 14. Dezember 2012