Günther Kleiber

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Günther Kleiber 1981

Günther Kleiber (* 16. September 1931 in Eula; † 29. März 2013 in Berlin) war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED und Minister für Allgemeinen Maschinen-, Landmaschinen- und Fahrzeugbau in der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Kleiber absolvierte 1946–1949 eine Ausbildung zum Elektriker im VEB Braunkohlenkraftwerk Großzössen-Witznitz, besuchte 1950–1952 die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät Dresden und studierte 1952–1958 an der Fakultät für Luftfahrtwesen der Universität Rostock, die 1953 im Zuge des Aufbaus der DDR-Flugzeugindustrie an die Technischen Hochschule Dresden verlegt wurde. Dort war er bis 1962 wissenschaftlicher Assistent.

Kleiber trat 1947 der FDJ bei, besuchte 1949 die Landesjugendaktivistenschule und wurde 1950 Mitglied der SED. 1962–1963 war er hauptamtlicher Sekretär der Fakultäts-Parteiorganisation der SED an der TU Dresden, danach Mitarbeiter beziehungsweise Leiter der Abteilung Elektronik der SED-Bezirksleitung Dresden und 1966–1971 Staatssekretär für die Koordinierung und Nutzung der EDV beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR. Seit 1967 war er Abgeordneter der Volkskammer, Mitglied des Zentralkomitees und Kandidat des Politbüros des ZK der SED. Außerdem war er 1971–1988 stellvertretender beziehungsweise 1988–1989 erster stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates. 1984 wurde er Mitglied des Politbüros des ZK der SED und 1988 Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates.

1973–1986 war Kleiber Minister für Allgemeinen Maschinen-, Landmaschinen- und Fahrzeugbau, danach ständiger Vertreter der DDR beim RGW.

Am 7. November 1989 trat Kleiber von seinem Regierungsamt und am 8. November 1989 als Mitglied des Politbüros des ZK der SED zurück und wurde am 3. Dezember aus der SED ausgeschlossen. Ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsmissbrauchs und Korruption wurde im Mai 1990 eingestellt, Kleiber war nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft arbeitslos.

Im August 1995 begann gegen ihn ein Prozess wegen „Totschlags und Mitverantwortung für das Grenzregime der DDR“ vor dem Berliner Landgericht. Kleiber wurde zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof bestätigte im November 1999 das Urteil und Kleiber trat am 18. Januar 2000 die Haft im offenen Vollzug in der JVA Hakenfelde in Berlin an. Am 6. September 2000 wurde er, gemeinsam mit Günter Schabowski, durch Berlins Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) begnadigt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Günther Kleiber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien