Günther Smend

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Günther Smend (* 29. November 1912 in Trier; † 8. September 1944 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Offizier und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.

Leben[Bearbeiten]

Günther Smend wurde als Sohn des Hauptmanns Julius Smend in Trier geboren. Nach einer Kriegsverletzung wurde der Vater ins Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort besuchte Smend das Gymnasium Berlin-Friedenau. 1924 zog die Familie nach Mülheim an der Ruhr, wo Smend 1932 am Staatlichen Gymnasium sein Abitur ablegte.

Im selben Jahr trat Smend als Offizieranwärter in die Reichswehr ein. Als Oberleutnant und Chef der 8. (MG) Kompanie im Infanterie-Regiment 18 wurde er nach Beginn des Zweiten Weltkrieges in Frankreich und an der Ostfront eingesetzt. Im März 1939 heiratete er Renate von Cossel in Düsseldorf. Am 1. April 1943 wurde Smend zum Generalstab versetzt und am 12. Juni 1943 zum Adjutanten des Generalstabschefs des Heeres, Generaloberst Kurt Zeitzler, ernannt. Er kam in Kontakt mit Widerstandskreisen innerhalb des Generalstabs und erfuhr von den Attentatsplänen auf Hitler. Er versuchte vergeblich, seinen Vorgesetzten Zeitzler zur Teilnahme an der Verschwörung zu bewegen, doch der Generaloberst erwies sich als dem Führer ergeben. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Smend tags darauf verhaftet, kurze Zeit später wieder frei gelassen und nochmals am 1. August verhaftet; seine Mitwisserschaft und sein gescheiterter Anwerbeversuch wurden ihm zum Verhängnis. Am 30. August 1944 wurde er vom Volksgerichtshof unter dessen Präsidenten Roland Freisler als Mitwisser zum Tode verurteilt und am 8. September 1944 in Plötzensee erhängt.

Smend hatte drei Kinder: Henriette, Rudolf und Axel. Er war Oberstleutnant im Generalstab; Träger des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse; am 22. November 1941 wurde ihm zudem das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.

In Lüneburg, wo die Familie seit Januar 1943 wohnte, hängt heute in der St. Nicolai Kirche eine Gedenktafel für Günther Smend.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Roepstorff: Oberstleutnant i.G. Günther Smend - ein Offizier aus Mülheim im Widerstand gegen Hitler, Mülheimer Jahrbuch 2005, S. 213-214.

Weitere Quellen[Bearbeiten]

  • Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, Bestand 1550 Nr. 88
  • Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, Bestand 2001/1 Nr. 238

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]