Güssing

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Güssing
Wappen von Güssing
Güssing (Österreich)
Güssing
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 49,28 km²
Koordinaten: 47° 4′ N, 16° 19′ O47.05916666666716.323055555556229Koordinaten: 47° 3′ 33″ N, 16° 19′ 23″ O
Höhe: 229 m ü. A.
Einwohner: 3.770 (1. Jän. 2013)
Postleitzahlen: 7540, 7542
Vorwahl: 03322
Gemeindekennziffer: 1 04 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 7
7540 Güssing
Website: www.gussing.at
Politik
Bürgermeister: Vinzenz Knor (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
12
13
12 13 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Güssing im Bezirk Güssing
Bildein Bocksdorf Burgauberg-Neudauberg Eberau Gerersdorf-Sulz Großmürbisch Güssing Güttenbach Hackerberg Heiligenbrunn Heugraben Inzenhof Kleinmürbisch Kukmirn Moschendorf Neuberg im Burgenland Neustift bei Güssing Olbendorf Ollersdorf im Burgenland Rauchwart Rohr im Burgenland Sankt Michael im Burgenland Stegersbach Stinatz Strem Tobaj Tschanigraben Wörterberg BurgenlandLage der Gemeinde Güssing im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Ansicht von Güssing

Güssing (ungarisch Németújvár (Deutsch-Neuburg), kroatisch Novigrad (Neuburg)), ist eine Stadt im Burgenland in Österreich. Güssing hat 3770 Einwohner (Stand 1. Jänner 2013) und ist die Bezirksvorort (Burgenländische Bezeichnung für Bezirkshauptstadt) des Bezirks Güssing.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Südburgenland im Tal der Strem, in die hier der Zickenbach einmündet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Glasing (125)
  • Güssing (2833)
  • Krottendorf (232)
  • Sankt Nikolaus (216)
  • Steingraben (159)
  • Urbersdorf (227)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Glasing, Güssing, Krottendorf bei Güssing, St. Nikolaus, Steingraben und Urbersdorf.

Seit September 2006 ist auch das im Nordosten von Güssing gelegene Ludwigshof ein eigener Ortsverwaltungsteil.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln Güssings gehen auf ein Suburbium zurück, das im Schatten der Burg Güssing entstand und sich mit einem linsenförmigen Anger um den Burgfelsen legte. 1427 wurde es civitas und 1459 civitas et suburbium genannt.

Seit dem 16. Jahrhundert war Güssing freie Stadt mit vollem Stadtrecht. Im Jahr 1619 war sie mit einer Ringmauer umgeben und besaß vier Stadtteile: Vorstadt (Mühlviertel), untere Stadt (Standort des Schlosses Drašković), innere Stadt (Klosterkirche bis zum Rathaus) und Hochstadt.

1540 erhielt der Magnat Franz Batthyány vom böhmisch-ungarischen König und späteren Kaiser Ferdinand I. für Güssing die Erlaubnis zur Erschließung von Erzminen, und 1549 verlieh ihm Ferdinand darüber hinaus das Recht, Märkte in Güssing abzuhalten. In der Stadt findet jeden ersten Montag des Monats ein Markt statt.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Németújvár (deutsch: Neuburg) verwendet werden.

Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1973 wurde Güssing zur Stadt erhoben.

Güssing hatte früher einen Bahnanschluss. Das Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 1899 errichtet. Heute erinnert fast nichts mehr an die Bahnlinie zwischen Güssing und Körmend, die vor allem dem Holztransport gedient hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg schien eine Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs sinnlos, weil der Verkehr nur nach Ungarn ausgerichtet war und der „Eiserne Vorhang“ nun die Bahnstrecke trennte. Der Bahnverkehr wurde eingestellt, die Gleiskörper verrotteten. Heute führt die neue Bundesstraße B 56 zwischen Güssing und Strem vor allem auf dem Terrain des ehemaligen Bahnkörpers entlang. Das Bahnhofsgebäude in Güssing wurde renoviert und steht noch. Güssing gehört neben Oberpullendorf, Oberwart, Zwettl und Waidhofen an der Thaya zu den fünf Bezirkshauptstädten Österreichs ohne Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonenverkehr.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
46,87 %
(-10,43 %p)
51,03 %
(+12,05 %p)
2,10 %
(+0,22 %p)
n. k.
(-1,84 %p)
2007

2012


Bürgermeister ist (seit 2012) Vinzenz Knor von der SPÖ.
Aktuelle Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung: SPÖ 13 und ÖVP 12 Mandate

Wirtschaft, Erneuerbare Energie[Bearbeiten]

Unter Bürgermeister Peter Vadasz entwickelte die Stadt Anfang der 1990er Jahre ein Energiekonzept zur unabhängigen und nachhaltigen Energiegewinnung.[2]

Als Maßnahme zur wirtschaftlichen Entwicklung wurde mit Fördergeldern der EU 1996 das Europäische Zentrum für erneuerbare Energie Güssing (EEE) gegründet. Damit sollten Arbeitsplätze in der Region geschaffen und der Kaufkraftabfluss durch Energieimporte gebremst werden. Mittels Holzvergasung konnte in den vergangenen Jahren Strom und Wärme im Wert von 20 Millionen Euro selbst hergestellt werden.[3] 2005 erzeugte Güssing bereits bedeutend mehr Wärme (57,5 GWh) und Strom (14 GWh) aus nachwachsenden Rohstoffen als die Stadt selbst benötigt.[4]

Das Kraftwerk mit Holzvergasung in Güssing beinhaltet auch eine Versuchsanlage, die mittels Fischer-Tropsch-Synthese aus dem Produktgas einen dieselähnlichen Biokraftstoff erzeugt.

Das Engagement Güssings für erneuerbare Energien wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt (siehe unten); Delegationen aus aller Welt besuchen Güssing.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Südwestansicht der Burg
Klosterkirche mit der Batthyánischen Familiengruft
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Güssing

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Burgspiele Güssing: Schon vor 500 Jahren war Güssing ein kulturelles Zentrum. Das Theater hatte stets hohen Stellenwert. Die Burgspiele sind ein Fixpunkt im sommerlichen Kulturprogramm. 2006 fanden im Burghof zwei Produktionen statt: „Der Sommernachtstraum“ in der Inszenierung von Frank Hoffmann (Juli) und „Der Verschwender“ in der Inszenierung von Erhard Jungnikl (August). Im September bringt Musical Güssing seit 1994 bekannte Musicals auf die Bühne. Über die Grenzen des Südburgenlandes hinaus bekannt ist auch das Faschingskabarett Güssing, das jährlich im Januar in sechs Vorstellungen im Kulturzentrum Güssing stattfindet.
  • Historisches Stadtfest: Auch das historische Stadtfest Mitte August zählt alljährlich tausende Besucher.
  • Markt: jeden ersten Montag des Monats findet in Güssing ein Markt statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

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  • 2001
    • Energy Globe Austria
  • 2002
    • Umweltfreundlichste Gemeinde Österreichs, von der Verlagsgruppe News, Österreich
  • 2003
    • Hans Kudlich Preis 2003 des Ökosozialen Forums an Bürgermeister Peter Vadasz für dessen Einsatz für den Klimaschutz, Österreich
  • 2004
    • Innovationspreis des Österreichischen Gemeindebundes für das Projekt Modellregion Güssing, Österreich[6]
    • Climate Alliance Award 2004 vom Lebensministerium, Klimaschutzbündnis, an Ing. Reinhard Koch für den Einsatz für den Klimaschutz, Österreich[7]
    • Österreichischer Solarpreis 2004, von Eurosolar an die EEE GmbH für das Projekt Modellregion Güssing, Österreich
    • Europäischer Solarpreis 2004, von Eurosolar an die EEE GmbH für das Projekt Modellregion Güssing, Österreich
  • 2005
    • Energy Globe Austria 2005, an die EEE GmbH für das Projekt Energieautarke Stadt Güssing, Österreich
    • Global 100 Eco Tech Award, an die EEE GmbH für Ihre Entwicklungen im Bereich Polygeneration (Erzeugung von Wärme, Strom, Treibstoff und Synthesegas) im Biomasse-Kraftwerk Güssing, Japan
  • 2008
    • Klimaschutzgemeinde 2008
  • 2009

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Güssing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Grüner Diesel aus Holz, Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie Güssing
  3. Der schlimmste Albtraum der Gasprom, derStandard Online, 26. Jänner 2009
  4. Model Güssing - Wussten Sie, dass ..., Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie Güssing
  5. http://www.franziskaner.at/KlosterPage/
  6. Mureck ist die "Innovativste Gemeinde 2007", Österreichischer Gemeindebund, 27. September 2007
  7. Energieautarke Stadt - Vision oder Wirklichkeit?, Energieportal, 15. Januar 2001