G8-Gipfel in Évian-les-Bains 2003

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Der G8-Gipfel in Évian-les-Bains, Frankreich 2003 war das 29. Gipfeltreffen der Regierungschefs der Gruppe der Acht. Das Treffen fand unter dem Vorsitz des französischen Präsidenten Jacques Chirac vom 1. bis 3. Juni 2003 statt.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Staats- bzw. Regierungschefs der G7 und Vertreter der Europäischen Union[Bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Deutschland Gerhard Schröder
FrankreichFrankreich Frankreich Jacques Chirac
ItalienItalien Italien Silvio Berlusconi
JapanJapan Japan Junichiro Koizumi
KanadaKanada Kanada Jean Chrétien
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten von Amerika George W. Bush
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Tony Blair
EuropaEuropa Europäische Union Romano Prodi
RusslandRussland Russische Föderation Wladimir Putin

Eingeladene Staats- bzw. Regierungschefs[Bearbeiten]

Eingeladene internationale Organisationen[Bearbeiten]

Agenda[Bearbeiten]

Stärkung des Wachstums weltweit[Bearbeiten]

Zur Stärkung des weltweiten Wachstums sprachen sich die Teilnehmer für eine solide makroökonomische Politik, eine Liberalisierung des Welthandels und die Bekämpfung der Korruption aus.

Stärkung nachhaltiger Entwicklung[Bearbeiten]

Die Themen zur nachhaltigen Entwicklung umfassten Afrika, Hunger, Wasser, Gesundheit, Entwicklungsfinanzierung, Entschuldung, Wissenschaft und Technologie für nachhaltige Entwicklung, Meeresumwelt und Tankschiffsicherheit und nukleare Sicherheit.

Verbesserung der Sicherheitslage[Bearbeiten]

Zur Verbesserung der Sicherheitslage unterzeichneten die Teilnehmer eine gemeinsame Erklärung zu Massenvernichtungswaffen, um die unkontrollierte Verbreitung von atomaren, biologischen oder chemischen Waffen zu verhindern. Weiter ging es um Bekämpfung von Terrorismus, eine besseren Kontrolle von tragbaren Flugabwehrraketen und eine globale Partnerschaft bei der Abrüstung atomarer Waffen.

Regionale Fragen[Bearbeiten]

Bei dem 29. Gipfeltreffen standen der Krieg im Irak, das Atomprogramm und humanitäre Probleme in Nordkorea, Kampf gegen Drogen in Afghanistan und Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe auf der Tagesordnung.[2]

Proteste[Bearbeiten]

Während des Gipfels kam es zu Protesten in Genf, Lausanne und im französischen Annemasse.[3] Dabei kam es in allen drei Städten zu Ausschreitungen.[4] In Lausanne schoss die Polizei Tränengas auf das Camp der Gipfelgegner. Ein Aktivist wurde bei einer Verkehrsblockade schwer verletzt. 20-30 Polizisten stürmten in Genf vermummt und zivil die Usine, ein soziokulturelles Zentrum. Die Beamten stürmten auch das Indymedia-Zentrum und das Geneva03 Radio/TV-Studio, das sich im gleichen Gebäude befand. Dort hielten sie die Menschen etwa zwei Stunden fest, um sie danach in Gewahrsam zu nehmen. Während des Gipfels in der Schweiz waren auch deutsche Polizisten im Einsatz.[5][6] Bei den Protesten wurde der Journalist Guy Smallman durch eine Schockgranate der Polizei am linken Bein schwer verletzt.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: G8-Gipfel in Évian-les-Bains 2003 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Delegationen beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains 2003 (Universität Toronto)
  2. Dokumentation des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit (PDF; 1,6 MB)
  3. Spiegel-Online: Heißer Auftakt für den G-8-Gipfel, 1. Juni 2003
  4. Deutsche Welle: Genf und Lausanne gleichen einer Festung, 1. Juni 2003
  5. Gipfelbelagerung , heise.de vom 2. Juni 2003
  6. Millionenschäden nach Krawallen in Genf , archiv.rhein-zeitung.de
  7. Bilderfolge G8 Gipfel
  8. Photographer Guy Smallman wins Geneva case