GAG Immobilien

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GAG Immobilien AG
Logo der GAG Immobilien AG Köln
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 18. März 1913
Sitz Köln

Leitung

  • Uwe Eichner, Vorstandsmitglied
  • Kathrin Möller, Vorstandsmitglied
  • Sybille Wegerich, Vorstandsmitglied
  • Jochen Ott, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 392
Umsatz 148.13 Mio. Euro (2008)
Branche Wohnungswirtschaft
Website www.gag-koeln.de
Germania-Siedlung
in Köln-Höhenberg, Erfurter Straße
Die Weiße Stadt
in Köln-Buchforst, Waldecker Straße
Kernsanierte Wohnhäuser
in Köln-Vingst, Thorwaldsen Straße

Die GAG Immobilien AG ist das größte Wohnungsunternehmen im Raume Köln. Die Gesellschaft besitzt über 42.000 Wohnungen. Mit 72 % ist die Stadt Köln der Hauptaktionär des Unternehmens.[1] Der Zweckverband der Sparkasse KölnBonn besitzt einen Stimmrechtsanteil von 10,53 %.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Durch die fortschreitende Industrialisierung Kölns am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde zweckmäßiger und billiger Wohnraum für die Beschäftigten der Fabriken benötigt. Deshalb wurde im Jahre 1913 auf Initiative von Konrad Adenauer, des damaligen Stellvertreters des Kölner Oberbürgermeisters Max Wallraf, die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft AG mit einem Stammkapital von 1,22 Mio Reichsmark gegründet. Die Stadt erhielt 50 % der Aktien, die Industriellen Arnold von Guilleaume, Adolf Lindgens, Alfred Neven DuMont sen. und Ernest Cassel waren die Hauptaktionäre.[3]

Die frühen Bauprojekte[Bearbeiten]

Das erste große Bauprojekt der Gesellschaft war die Siedlung I in Bickendorf mit 578 Wohnungen, welche unmittelbar nach der Gründung ausgeschrieben wurde. Den Zuschlag erhielten die Architekten Caspar Maria Grod, Leo Kaminski und Wilhelm Riphahn für ihren Entwurf „Lich, Luff un Bäumcher“ (Licht, Luft und Bäumchen). Dieses Motto wurde in den Folgejahren für den gesamten sozialen Wohnungsbau Kölns angewendet. Anschließend wurden weitere Wohnsiedlungen im „Heimatstil städtischer Prägung“ gebaut, unter anderem:

  • Nibelungen-Siedlung in Nippes-Nord, heutiges Mauenheim (1919)
  • Germania-Siedlung in Höhenberg (1919 bis 1928)
  • Milchmädchensiedlung in Poll (1919 bis 1921)
  • Grüner Hof in Mauenheim (1922 bis 1924)
  • Siedlung Bickendorf II (1923 bis 1938)
  • Siedlung Zollstock in Zollstock (1927 bis 1930)
  • Blauer Hof (1926/1927) und Weiße Stadt am Kalkerfeld, heutiges Buchforst (1927 bis 1932)

Wohnungsbau zur Zeit der Weltwirtschaftskrise[Bearbeiten]

Durch die hohe Arbeitslosigkeit der anhaltenden Weltwirtschaftskrise wurde am Anfang der 1930er-Jahre das Wohnbaukonzept des Unternehmens auf Stadtrand- oder Erwerbslosensiedlungen umgestellt, da die Regierung des Deutschen Reiches unter Kanzler Brüning nicht davon ausging, dass alle Erwerbslosen wieder ins Berufsleben zurückkehren würden. So wurden in Poll, Höhenhaus, Volkhoven und Vogelsang Siedlungen im Selbstbau mit landwirtschaftlicher Zusatzversorgung errichtet. Den Einfamilienhäusern wurden jeweils ein zirka 700 Quadratmeter großes Grundstück zugeordnet, sodass es den Mietern möglich war, ihre eigene Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Diese Häuser wurden vornehmlich an kinderreiche Familien vermietet.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Bedingt durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges wurde in Köln schnellstmöglich Ersatzwohnraum benötigt. Seitens der zweiten Städtischen Wohnungsbaugesellschaft der Grund und Boden AG wurden unter anderem in Buchheim, Ossendorf und Vingst dreigeschossige Übergangshäuser in Einfachbauweise errichtet. Diese Häuser sollten nur bis zur Fertigstellung von qualitativ besseren Wohnraum genutzt werden. Im Volksmund nannte man diese Wohngebäudeart aufgrund der geringen Wohnfläche und den nur über offene Außengänge erreichbaren Wohnungen „Laubengänge“.

In den 1950er und 1960er-Jahren wurde von der GAG zahlreiche Großsiedlungen in Buchheim, Dünnwald, Stammheim, Ostheim, Vingst und Zollstock gebaut die meistens aus drei- bis viergeschossigen Wohnhäusern aber auch aus achtgeschossigen Hochhäusern bestanden. Außerdem wurden bestehende Siedlungen, wie zum Beispiel in Vogelsang und Ossendorf erweitert.

Von 1970 bis heute[Bearbeiten]

In den 1970er-Jahren war der erhöhte Wohnungraumbedarf der Kölner Bevölkerung befriedigt, so dass seitens des Unternehmens nur noch kleinere Wohnsiedlungen gebaut wurden. Die GAG verwaltete in den 1980er-Jahren bis zu 50.000 Wohnungen im Kölner Stadtgebiet. Seit Mitte der 1990er-Jahre wurden die meisten der Wohnhäuser umfangreich saniert, teilweise abgerissen und mit Neubauten ersetzt. Einige modernisierte Wohnungen sowie ein Großteil der Neubauten wurden und werden den Mietern zum Kauf angeboten. Infolgedessen wurden die Wohngebäude der Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft AG und der zweiten Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Grund und Boden im Jahre 2001 in die neu firmierte GAG Immobilien AG integriert. Das Geschäftsfeld der neuen GRUBO ist die Baubetreuung und -ausführung.

In den Jahren 2002 und 2003 sorgte der Plan der regierenden CDU/FDP-Koalition den gesamten Wohnungsbestand des Konzerns für 420 Millionen Euro an einen Investor zu verkaufen für zahlreiche Proteste der Mieter und deren Unterstützer. Nach dem ein Bürgerbegehren seitens des Rates für nicht rechtmäßig angesehen wurde, scheiterte der Ratsbeschluss in zwei Sitzungen, der für den Verkauf notwendig gewesen wäre, denn einige Ratsmitglieder der CDU hatten mit der Opposition gegen den Verkauf gestimmt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Bietmann trat aufgrund dieses Beschlusses zurück.[4]

2008[Bearbeiten]

Vorstand Uwe Eichner bezeichnete 2008 rückblickend als gutes Geschäftsjahr. Nach einem Minus von 15,3 Millionen Euro im Jahre 2007 verbesserte sich das Konzernergebnis auf plus 17,9 Millionen Euro. Der GAG gehörten am 31. Dezember 2008 41 400 Wohnungen; die Durchschnittsmiete betrug 5,30 Euro; für 2009 plante man 5,51 Euro. 2008 wurden für Neubauten, Sanierungen und Renovierungen 221 Millionen Euro aufgewendet. 2009 prüfte die Staatsanwaltschaft, ob Vorstand Günther Ott juristisch zur Verantwortung gezogen werden müsse. Der GAG sei 2008 ein bilanzieller Schaden von drei Millionen Euro entstanden. [5]

2009[Bearbeiten]

Der Geschäftsbericht 2009 trägt die Überschrift "Wohnen, Werte, Wandel". Bei der Bilanzpressekonferenz im Mai 2010 betonten Vorstandsvorsitzender Uwe Eichner und die zwei neuen Vorstände Kathrin Möller und Sybille Wegreich vor allem den Wandel.[6] Die GAG investierte in 2009 208 Millionen Euro, vermietete zum 31. Dezember 2009 42.099 Wohnungen und hatte eine Leerstandsquote von 6,39 Prozent. Immer mehr Mieter zahlen ihre Miete nicht oder nur teilweise - der GAG entgingen dadurch Mieteinnahmen in Höhe von 20,21 Millionen Euro.

2010[Bearbeiten]

Im Januar 2010 wurde Sybille Wegerich als neues drittes Vorstandsmitglied der GAG vorgestellt. Die GAG teilte mit, dass der Aufsichtsrat der GAG einen Anwalt damit beauftragt hat, eine außergerichtliche Schadensregulierung mit Ott auszuhandeln. [7]

2013[Bearbeiten]

Festakt im Historischen Rathaus Köln: Oberbürgermeister Jürgen Roters überreicht Uwe Eichner, Vorstandsmitglied der GAG, eine Plakette als Geschenk

.

Die GAG feiert ihren 100. Geburtstag. Eine Fotoausstellung wurde im Kölner Rathaus (Spanischer Bau) eröffnet, die im Laufe des Jahres 2013 durch die Bezirksrathäuser sowie der Stadtbibliothek Köln zieht.

2014[Bearbeiten]

2014 gibt die GAG bekannt, dass eine neue Firmenzentrale bis zum Jahr 2018 in Kalk zwischen dem Odysseum und dem Parkhaus des Polizeipräsidiums entstehen wird.[8]

Bilder[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kölner Stadtanzeiger vom 19. Mai 2010, Seite 26: GAG investiert 208 Millionen
  2. EANS-Stimmrechte: GAG Immobilien AG Korrektur: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 Satz 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung Dienstag, 2. März 2010 | 16:03
  3. a b Webseite der GAG Immobilien AG zur Geschichte des Unternehmens, Zugriffsdatum 4. Mai 2008
  4. Wortprotokoll der 50. Sitzung des Rates der Stadt Köln vom 17. Juni 2003 (pdf), (derzeit leider offline)
  5. Ex-GAG-Chef soll Schadensersatz zahlen ksta vom 19. Juni 2009
  6. Kölner Stadtanzeiger vom 19. Mai 2010, Seite 26: GAG investiert 208 Millionen
  7. ksta.de vom 11. Januar 2010
  8. Kölnische Rundschau vom 10. Januar 2014 Köln: GAG Immobilien AG: Neue Zentrale in Kalk, von Susanne Happe, abgerufen am 12. Januar 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: GAG Immobilien – Sammlung von Bildern