GBU-53/B

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GBU-53/B
Allgemeine Angaben
Bezeichnung: GBU-53/B
Typ: gelenkte Gleitbombe
Herkunftsland: USA
Hersteller: Raytheon
Entwicklung: 2006–2016
Indienststellung: ab 2017
Technische Daten
Gefechtsgewicht: 93 kg
Länge: 1760 mm
Durchmesser: 180 mm
Spannweite: 1680 mm
Reichweite: bis zu 74 km
Ausstattung
Gefechtskopf: HEAT, Splittersprengkopf
Lenkung: GPS/INS + TacNet Daten Link
Waffenplattformen: F-15E Strike Eagle, F-35B/C
Listen zum Thema

Die GBU-53/B ist eine in der Entwicklung befindliche gelenkte Gleitbombe. Sie wird mit dem Zusatz SDB II (Small Diameter Bomb II) versehen, hat aber mit der GBU-39 SDB, außer dem Konzept nicht viel zu tun.

Geschichte und Technik[Bearbeiten]

Ursprünglich gab es das erste Konzept für die Entwicklung der SDB II schon 2005. Es wurden die Projektteams Boeing/Lockheed Martin und Raytheon ausgewählt. Das Verteidigungsministerium entschied sich für den Entwurf von Boeing/Lockheed. Nach Protesten seitens Raytheon über die Vergabepraxis wurde dieser Entwicklungsauftrag im September 2005 zurückgezogen, weil die technischen Daten zugunsten von Boeing/Lockheed durch das Wirken von Darleen A. Druyun verändert wurden. Die Neuausschreibung gewann Raytheon. Das Verteidigungsministerium plant bisher mit Programmkosten von ca. 5,21 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen 450,8 Millionen US-Dollar nur für die Entwicklung der GBU-53.

Die GBU-53 ist anders als die GBU-39 in der Lage mobile Ziele, wie zum Beispiel Panzer, auch unter schlechten Witterungsbedingungen zu bekämpfen. Sie übernimmt damit Aufgaben für die eigentlich die AGM-65 Maverick vorgesehen ist. Zur Zielortung nutzt sie einen als Tri-Mode (dreifach Modus) bezeichneten Suchkopf. Dieser enthält einen halbaktiven Laser (SAL), ein Millimeterwellen-Radar und ein ungekühltes Imaging-Infrarot-Modul. Der Suchkopf ist keine komplette Neuentwicklung. Er ist ein Derivat von dem Suchkopf, welcher in der als XM501 NLOS-LS bezeichneten Boden-Boden-Rakete Verwendung finden sollte. Gelenkt wird die GBU-53 durch Inertiales Navigationssystem (INS) in Verbindung mit einem GPS-Modul. Gekoppelt ist das Ganze mit einem Rockwell Collins TacNet-Zwei-Kanal-Datenlink. Dieser Datenlink arbeitet auf dem Frequenzband von UHF (225 bis 400 MHz) oder dem L-Band (969 bis 1206 MHz). Dadurch ist es möglich Zieldaten bis zu 38 mal in der Minute über Link-16 zu aktualisieren. Von dem Gesamtgewicht von 93 kg, entfallen auf das TacNet etwa 1,82 kg[1]. Wie die GBU-39 nutzt die GBU-53 ausklappbare Flügel, aber in einer konventionell nach hinten gefeilten Konfiguration. Diese Flügel ermöglichen ihr eine Reichweite von bis zu 74 km, je nach Flughöhe und -geschwindigkeit. Sie werden von MBDA in den USA hergestellt.

Im April 2006 wurden die ersten Technologietests mit einer modifizierten JDAM vorgenommen, die erfolgreich verliefen. Die Tests für den Suchkopf werden seit 2011 an einer UH-1 vorgenommen und sollen noch bis 2015 andauern. Erste Testabwürfe von einer F-15E fanden im Mai 2009 statt.

Mit der Produktion der ersten bis zu 1000 Vorserienmodelle soll ab 2013 begonnen werden. Die volle Produktion ist aber nicht vor 2017 geplant. Anders dagegen ist die Anzahl der zu beschaffenden GBU-53: Insgesamt sollen 17.000 GBU-53 - 12.000 für die US Air Force und 5000 für die US Navy - erworben werden. So soll die F-15E Strike Eagle, die mit dem Trägersystem BRU-61 für jeweils vier GBU-53 ausgerüstet werden kann, bis zu 28 Stück tragen. Der interne Waffenschacht der senkrecht startenden Lockheed Martin F-35B kann sechs GBU-53 und zwei AIM-120 AMRAAM aufnehmen, während die F-35C acht GBU-53 und zwei AMRAAM aufnehmen kann. Bei der F-22 Raptor sind es ebenfalls acht GBU-53 und zwei AMRAAM, aber die Integration der GBU-53 ist nach heutigen Planungen (Stand 09/2011) nicht vorgesehen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten aus der Rockwell Collins TacNet Broschüre