GEWOBA

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GEWOBA
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1924
Sitz Bremen
Leitung Peter Stubbe,
Manfred Sydow
Mitarbeiter 449
Umsatz 280 Mio. Euro
Bilanzsumme 1091,2 Mio. Euro[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Website www.gewoba.de
Stand: 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012
Das Gewoba-Hochhaus, der Sitz des Unternehmens, am Rembertiring in der Nähe des Bremer Hauptbahnhofes

Die GEWOBA ist ein deutsches Wohnungsunternehmen mit Hauptsitz in der Hansestadt Bremen. Sie ist ein Immobilien-Dienstleister sowie ein Sanierungs- und Entwicklungsträger mit Niederlassungen in Bremen, Bremerhaven, Hamburg und Oldenburg.

Angaben zum Unternehmen[Bearbeiten]

Die GEWOBA hat die Rechtsform einer Aktiengesellschaft und beschäftigt 449 Mitarbeiter. Sie besitzt über 40.000 Mietwohnungen (davon um 10.000 in Bremerhaven) und verwaltet weitere 15.000 Wohnungen. Bei einem Umsatz von 280 Mio. Euro beträgt die Bilanzsumme 1.091,2 Mio. Euro; das Eigenkapital beläuft sich auf 329,4 Mio. Euro und der Bilanzgewinn auf 17 Mio. Euro. Sie hat ein Aktienkapital von 87,5 Mio. Euro.

Aktuell investiert die GEWOBA in Mietwohnungs-Neubauprojekte in der Überseestadt sowie dem Stadtwerder und realisiert kreative Ergänzungsbauten in bestehenden Quartieren. Mit einem Wohnungsbestand von derzeit rund 42.000 verwalteten Einheiten und über 400 Mitarbeitern ist die GEWOBA in Bremen der größte Wohnungsanbieter und damit ein bedeutender Auftraggeber in der Region.

Aktionäre[Bearbeiten]

Die Aktionäre der GEWOBA sind

  • die Stadtgemeinde Bremen, mittelbar über die Hanseatische Wohnungs-Beteiligungs-Gesellschaft (74,24 %),
  • die Bremische Grundstücks GmbH, die überwiegend der Bremer Landesbank gehört (7,76 %),
  • sowie die nwk nordwest Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Sparkasse Bremen ( 4,54 %), die Commerzbank Immobilien- und Vermögensverwaltungsgesellschaft (4,13 %), die Finanzholding der Sparkasse Bremen (3,22 %), die Hypothekenbank Frankfurt (2,92 %), die SEB-Bank in Nachfolge der Bank für Gemeinwirtschaft (1,75 %) und die Sparkassen ImmobilienCenter GmbH (1,41 %).[2]

Beteiligungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 hatte das Unternehmen unterschiedlich hohe Beteiligungen an 15 Wohnungs-, Grundstücks- Entwicklungs- und Projektgesellschaften mit einem Volumen von rund 10 Mio. Euro Gesellschaftskapital.

Vorstand[Bearbeiten]

Peter Stubbe – bisher Geschäftsführer der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft – ist als Nachfolger von Volker Riebel seit Juni 2011 neuer Vorstandsvorsitzender. Im Vorstand ist weiterhin Manfred Sydow.

Geschichte[Bearbeiten]

Bremen, Neue Vahr:
Vorne und rechts: Neue Vahr Nord,
Mitte/links: Aalto-Hochhaus und Neue Vahr Süd
Aalto-Hochhaus

1919–1945[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die städtische Bevölkerung auch in Bremen rasant zu. Zur Behebung der Wohnungsnot wurden Siedlungs- und Wohnungsgesellschaften gegründet, u. a. die Bauhütte Hansa. Die Gewerkschaften bemühten sich ebenfalls in allen Lebensbereichen für die Arbeiter Einrichtungen zu schaffen, wie die Konsumgenossenschaft Vorwärts, die Volksfürsorge, das Bestattungsinstitut Ge-Be-In, Gewerkschaftsbibliothek etc. Um das Wohnen auch für breite Schichten zu erträglichen Mieten besser zu ermöglichen, wurde 1924 eine Gemeinnützige Wohnungsbaugemeinschaft durch die Gewerkschaft für Bremen als Verein gegründet. Der Vereinssitz war zuerst im SPD-Parteibüro am Geeren Nr. 6 in Bremen-Mitte, dann das Volkshaus an der damaligen Nordstraße. 1928 wurde durch die Gewerkschaft für Vegesack und Blumenthal eine weitere Wohnungsbaugemeinschaft gegründet.

Zwischen 1924 und 1933 wurden eine Reihe von Wohn- und Miethäusern, zunächst in Walle und Gröpelingen, dann auch u.a. in der Neustadt sowie in Bremen-Nord gebaut.

Im Mai 1933 zerschlugen die Nationalsozialisten die Gewerkschaften und ihre Vereine und Gesellschaften. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) übernahm das Vermögen der Wohnungsgesellschaften der Gewerkschaft und auch die Bauhütte Hansa. 1935 entstand der Name Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Bremen mbH; sie führte Kleinsiedlungs-Bauten in diversen Stadtteilen durch und im Zweiten Weltkrieg wurden auch Behelfsheime errichtet.

Nach 1945[Bearbeiten]

Ab 1946 war die GEWOBA wieder tätig und nach einem Rechtsstreit erhielt die Gewerkschaft nach 1949 die Hälfte der Anteile am Unternehmen. Zwischenzeitig war sie Teil der bremischen Hanseatischen Wohnungs- und Treuhandgesellschaft.

Die Neue Heimat Hamburg (NHH) war vor 1933 ebenfalls ein Gewerkschaftsunternehmen und erlitt 1933 dasselbe Schicksal wie die GEWOBA. Nach dem Krieg wurde die NHH von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und 1952 dem DGB übergeben. Während sich die GEWOBA auf die Instandsetzung und einen ersten Wohnungsneubau in Bremen beschränkte, war die NHH auf den Raum Hamburg orientiert.

1953 übernahm die NHH unter ihrem ersten Vorsitzenden Heinrich Plett den 53 %-Anteil der GEWOBA von der Gewerkschaft. Die NHH expandierte durch den Kauf weiterer Wohnungsbaugesellschaften. 1954 unterstellte der DGB alle eigenen Wohnungsunternehmen der NHH. Der Großkonzern hatte nunmehr über 100.000 Wohnungen. GEWOBA-Chef Albert Götze schied 1954 aus und Herbert Ritze aus Hamburg leitete die NHH-Tochter in Bremen.

Das Bremerhavener gewerkschaftliche Wohnungsunternehmen GEWOG kam nun über den Umweg der Hamburger NHH 1956 an die NHH-Tochter GEWOBA.

In Bremen gab es eine enge Zusammenarbeit von Politik, Gewerkschaft und GEWOBA. Richard Boljahn – oftmals als „König Richard“ bezeichnet – war bis 1969 zugleich Fraktionsvorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, DGB-Vorsitzender in Bremen und Aufsichtsratsvorsitzender der GEWOBA. Erst 1977 schied Boljahn als Mitglied des Aufsichtsrates aus. Andere Kommunalpolitiker und Senatoren unterstützten das Gewerkschaftsunternehmen, das große Beiträge zu Linderung der Wohnungsnot geleistet hatte.

In Bremen wurden Wohnsiedlungen und Großwohnsiedlungen u.a. im Bremer Westen (um 1955), Gartenstadt Vahr (um 1956), Neue Vahr (um 1957), Gartenstadt Süd (um 1957) Grünhöfe in Bremerhaven (um 1958), Huchting (um 1960) und Leherheide in Bremerhaven (ab 1960) realisiert.

Nach dem Tode Pletts (1963) übernahm Albert Vietor die Leitung der NHH mit einem Bestand von 200.000 Wohnungen. Die Neue Heimat Städtebau (1969), die Neue Heimat International (1971) und die Neue Heimat Kommunal wurden gegründet. Seit 1971 tummelte sich die NHH – und somit auch die GEWOBA – in dem wachsenden Bereich der Städtebauförderung. Großprojekte wie Krankenhäuser (in Bremen Links der Weser), Kongresszentren, Verwaltungsgebäude (in Bremen am Rembertiring), Einkaufszentren etc. wurden in Angriff genommen. Beteiligungen an Baugesellschaften wurden vorgenommen, der Bau von Eigenheimen betrieben (z.B. in Habenhausen), Auslandsgeschäfte eingeleitet.

1982 erschien ein Bericht im Spiegel, in dem aufgedeckt wurde, dass sich mehrere Vorstandsmitglieder unter der Führung von Albert Vietor bereichert hatten. Eine Woche später entließ der Aufsichtsrat unter dem DGB-Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter die Beschuldigten. Ende 1982 gab die NHH einen Verlust von 750 Mio. DM bei ihren Firmen bekannt. Das Unternehmen geriet in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. 1986 wurde eine Auffanggesellschaft gegründet. Die Regionalgesellschaften der NHH – so auch die GEWOBA – wurden mit staatlicher Hilfe wieder eigenständig. Die Neue Heimat Niedersachsen, später BauBeCon, blieb bis 2005 im Gewerkschaftsbesitz.

1989 wurde das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz aufgehoben. Die GEWOBA ist seitdem kein „gemeinnütziges“ Unternehmen mehr. 1997 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Zum 75-jährigen Jubiläum errichtete die GEWOBA 1999 in der Nähe der Universität ein ganz neues, verkehrsberuhigtes Wohnviertel „Am Hollergrund“ mit Studentenwohnheim, Miet- und Eigentumswohnungen. Auch im angrenzenden neuen Stadtteil Borgfeld-West baute die GEWOBA zahlreiche Einfamilien- und Reihenhäuser.

In den folgenden Jahren wurden auch energetische Sanierungen vorangebracht, erste Photovoltaikanlagen wurden eingerichtet. Die GEWOBA baute im Jahr 2004 das erste Passivwohnhaus Bremens. Mit dem Stadtumbau Tenever startete zeitgleich eines der größten Sanierungsprojekte Deutschlands. Die GEWOBA kaufte hier Schrottimmobilien auf, um diese abzureißen, vom ehemaligen Demonstrativbauvorhaben blieben nur circa 65 Prozent der Wohnungen erhalten und werden aufwändig saniert.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten. GEWOBA, abgerufen am 21. Juni 2013.
  2. http://www.gewoba.de/unternehmen/unternehmensstruktur/