General Electric

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Dieser Artikel behandelt den amerikanischen Mischkonzern. Für den britischen Konzern, siehe General Electric Company.
General Electric Company
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Rechtsform Corporation
ISIN US3696041033
Gründung 1892
Sitz Fairfield, Connecticut, USA

Leitung

Mitarbeiter 301.000 (April 2011)[1]
Umsatz 147,4 Mrd. $ (2012)[2]
Gewinn 16,1 Mrd. US-Dollar (2012)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Mischkonzern
Website www.ge.com

General Electric (GE, General Electric Company) ist einer der größten Mischkonzerne der Welt. Der Stammsitz, jahrzehntelang in Schenectady, New York, befindet sich seit 1974 in Fairfield, Connecticut, USA.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Bezug seines Labors in Menlo Park, New Jersey, im Jahre 1876 ließ sich Thomas Alva Edison 1879 seine wohl bekannteste Erfindung, die Glühbirne, patentieren. 1881 präsentierte Edison seine Erfindung auf der Pariser Weltausstellung, wo er den deutschen Emil Rathenau so sehr begeisterte, dass dieser die Lizenzen für Edisons Patente für den deutschen Markt erwarb und 1883 mit der Deutschen Edison Gesellschaft die Produktion von Glühbirnen in Berlin aufnahm.[3]. 1887 benannte sich das Unternehmen in Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft um und wurde als AEG bekannt.

Im Jahr 1890 gründete Edison in den USA die Edison General Electric Company, um seine verschiedenen Unternehmungen unter einem Dach zu vereinen. 1892 wurde sie mit dem damals größten Konkurrenten, der Thomson-Houston Company von Elihu Thomson und Edwin James Houston, zur General Electric Company vereinigt, mit Stammsitz in Schenectady, New York. Chef von GE wurde Charles A. Coffin, der bis dahin Leiter von Thomson-Houston war. Er führte das neue Unternehmen die ersten 20 Jahre.

GE war eines der zwölf Unternehmen, die im 1896 neu eingeführten Dow Jones Index gelistet wurden und das einzige der ersten zwölf, das sich bis heute in dem Index gehalten hat.

1913 präsentierte GE die nach ihrem Erfinder William David Coolidge benannte Coolidge-Röntgen-Röhre und legte damit den Grundstein für den GE Healthcare Sektor.

Die Geschichte des Geschäftsbereichs Aviation begann 1917, als die US-Regierung das erste Flugzeugtriebwerk entwickeln ließ.

Der Konzern war auch im Mediengeschäft tätig und gehörte 1919 zu den Gründern der Firma Radio Corporation of America (RCA), die Radios herstellte und 1926 den Sender NBC aufbaute. Zwei Jahre später wurden die ersten regelmäßigen Fernsehsendungen ausgestrahlt, und zwar von der damaligen GE-Zentrale in Schenectady im Bundesstaat New York aus. Der Rückzug aus dem Mediengeschäft begann 2009, als der Konzern die Mehrheit an NBC an Comcast abgab. Im Februar 2013 hat der Industriekonzern General Electric seine restlichen Anteile an dem Fernsehsender NBCUniversal an das US-amerikanische Unternehmen Comcast verkauft.[4]

Die Spuren des Geschäftsbereichs GE Capital führen in die Dreißiger Jahre zurück, als eine firmeneigene Finanzierungsgesellschaft Verbraucher beim Kauf von General Electrics Haushaltsgeräten unterstützte. In den 1960er Jahren gab GE Capital diesen Zweig auf und spezialisierte sich auf Firmenkunden in den Märkten für Verbrauchs-, Handels- und Industriegüter.

Die Firma versuchte, Mitte der 1980er Jahre in den Geschäftsbereich der Online-Dienste vorzustoßen und gründete GEnie mit einem US-weiten (und ab 1990 auch von Deutschland aus zugänglichen) Rechnernetz.

Heute ist GE ein Mischkonzern, der in den Bereichen Energie, Gesundheit, Finanzierung und Transport wirtschaftet. Der Konzern beschäftigt weltweit 300.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern,[5] davon 80.000 in Europa.[6] Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 147,4 Milliarden US-Dollar mit einem Gewinn von 16,1 Milliarden US-Dollar.[6] Zwischen 2001 und 2005 war GE nach der Marktkapitalisierung laut der Liste Financial Times Global 500 das teuerste Unternehmen der Welt.

An wesentlichen Umstrukturierungen der jüngeren Unternehmensgeschichte war Jack Welch beteiligt; er leitete GE von 1981 bis 2001 und wurde von Jeffrey R. Immelt abgelöst.

GE in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland ist GE an mehr als 70 Standorten und rund 7.500 Mitarbeitern vertreten.[7] Am 28. Juni 2004 eröffnete GE eines von weltweit fünf Forschungszentren in Garching bei München.[8] Es beschäftigt 200 Forscher und Mitarbeiter aus über 30 Ländern. Seit der Gründung des Instituts investierte GE rund 100 Millionen Euro in die Infrastruktur und die Forschungsarbeit am Standort München. Forschungsschwerpunkte von GE Global Research Europe sind unter anderem erneuerbare Energien und Energiesysteme, Antriebstechnik, Fertigungsmethoden für Faserverbundwerkstoffe, Mess- und Regelungstechnik, Turbomaschinen und bildgebende Verfahren für die medizinische Diagnostik. Die anderen Forschungszentren befinden sich in Niskayuna (New York), Bangalore (Indien), Shanghai (China) und Rio de Janeiro (Brasilien) mit rund 3000 Mitarbeitern.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

GE umfasst in Deutschland folgende Sparten[9]:

Energy[Bearbeiten]

GE Power & Water[Bearbeiten]

  • Renewables
  • Gas Engines Jenbacher Austria
  • Water
  • Gas Turbines

GE Oil & Gas[Bearbeiten]

  • Measurement & Control
  • Pipeline Solutions

GE Energy Management[Bearbeiten]

  • Digital Energy
  • Industrial Solutions
  • Power Conversion
  • Intelligent Platforms

GE Capital[Bearbeiten]

  • Factoring und Strukturierte Finanzierung
  • KFZ-Leasing und Flottenmanagement
  • Objekt-, Absatz- und Einkaufsfinanzierung
  • GE Capital Direkt – Geldanlagen für Privatkunden
  • GE Capital Aviation Services
  • GE Capital Real Estate
  • GE Financial Energy Service

Unternehmenskäufe und -verkäufe[Bearbeiten]

General Electric vollzieht rund 400 Fusionen und Unternehmensübernahmen pro Jahr. Im Folgenden sind einige der letzten Jahre aufgezählt.

2004[Bearbeiten]

  • Unterhaltungssparte von Vivendi Universal. Schaffung eines der größten Medienkonzerne der Welt, NBC Universal
  • Akquisition der Allbank AG in Deutschland, Verschmelzung zu GE Money Bank
  • Kreditkartenabteilung von US-Finanzdienstleister Dillard für 1,25 Mrd. Dollar
  • Hypothekenversicherungsunternehmen Genworth Financial (Sitz in Richmond, Virginia)
  • 15. November: Kauf der Sicherheitssystemsparte von SPX Edwards für 1,4 Mrd. Dollar
  • 24. November: Kauf der Wasseraufbereitungsunternehmen Ionics für 1,1 Mrd. Dollar

2005[Bearbeiten]

  • 19. April: Finanzabteilung von Bombardier für 1,4 Mrd. Dollar
  • 11. Mai: 49,99 Prozent an zentralamerikanischer Bank BAC International Bank, Panama; 500 Mio. Dollar

2006[Bearbeiten]

  • Juni: Kauf des amerikanischen Elektronikunternehmens SBS Technologies (etwa 120 Arbeitsplätze in Deutschland)
  • 10. Oktober: Kauf der deutschen Leasinggesellschaften DISKO und der ASL
  • Dezember: Kauf des englischen Elektronikunternehmens Radstone

2007[Bearbeiten]

  • August: Verkauf der Kunststoffsparte GE Plastics an SABIC; der Erlös von 11,6 Mrd. Dollar soll für Aktienrückkäufe benutzt werden.[10]

2008[Bearbeiten]

  • März: Verkauf von GE Money Deutschland, Österreich und Finnland an die Banco Santander.[11]
  • Februar: Kauf von Whatman plc.[12]

2009[Bearbeiten]

  • Dezember: General Electric kündigt den Verkauf von 51 % an NBC Universal an den Kabelnetzbetreiber Comcast an. Der Gesamtwert der Transaktion liegt etwa bei 30 Mrd. US-Dollar. GE wird 6,5 Mrd Us-Dollar in bar erhalten, sowie 49 % an NBC behalten.[13]

2011[Bearbeiten]

  • September: General Electric schließt die Übernahme von Converteam ab.[14]

2013[Bearbeiten]

  • Februar: General Electric verkauft seine restlichen Anteile an dem Fernsehsender NBCUniversal an das US-amerikanische Unternehmen Comcast[15]

Die Marke GE[Bearbeiten]

Die Marke GE ist mit einem geschätzten Wert von 46,9 Milliarden US-Dollar die sechstwertvollste Marke der Welt (Stand: 2013).[16] 2004 wurde das Logo geringfügig verändert, der Slogan „we bring good things to life“ wurde durch „imagination at work“ ersetzt, und eine eigene Schriftart, GE Inspira, wurde entwickelt. Diese Schrift wird meistens als Kleinschrift verwendet.

Geschäftsführer seit Firmengründung[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Sigmund Meyer (1873–1935), der spätere Elektroauto-Pionier war drei Jahre bei General Electric beschäftigt.[19]

Konkurrenten[Bearbeiten]

Auf praktisch allen Gebieten (bspw. Kraftwerkstechnik und Windenergie, Medizintechnik, Haushaltsgeräte oder Leuchtmittel) trifft GE international auf starke Konkurrenz vor allem durch die europäischen Konzerne Siemens, Philips und Alstom, das US-Unternehmen Emerson sowie japanische Großunternehmen wie Hitachi oder Mitsubishi.

Im Bereich der Strahltriebwerke sind Pratt & Whitney und Rolls-Royce die wichtigsten Konkurrenten, wobei mit ersterem auf einigen Geschäftsfeldern kooperiert wird.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: General Electric – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.hoovers.com/company/General_Electric_Company/rfjyci-1-1njea5.html
  2. a b Pressemitteilung (PDF; 2,0 MB) zum Jahresbericht 2012 vom 18. Januar 2013, abgerufen am 28. Januar 2013
  3. welt.de: 130 Jahre GE in Deutschland; General Electric versucht es noch mal in Deutschland
  4. Handelsblatt.de:General Electric setzt wieder aufs Kerngeschäft
  5. GE in Deutschland. GE.com, abgerufen am 22. Dezember 2009.
  6. a b Der Konzern
  7. GE Germany
  8. GE Global Research Europe
  9. GE Germany
  10. GE Pressemitteilung
  11. Die WeltVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatdpa: Banco Santander kauft deutsche Filialen der GE Money Bank. welt.de, 28. März 2008, abgerufen am 22. Dezember 2009.
  12. Whatman press releases
  13. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/comcast-uebernimmt-nbc-universal/3318258.html
  14. GE Energy Completes $3.2 Billion Deal to Acquire Converteam. Pressemitteilung von General Electric, 2. September 2011 (englisch)
  15. Handelsblatt.de:General Electric setzt wieder aufs Kerngeschäft
  16. Tagesschau: „Das sind die wertvollsten Marken des Jahres 2013“ 30. September 2013
  17. Ralph Jarron Cordiner (* 20. März 1900 in Walla Walla County; † 1973) Waschmaschinenvertreter, unter seiner Ägide wurde im Rahmen des Projektes MISsile TRAjectory Measurement en:MISTRAM ein Computer en:GE-600 series entwickelt. [1] [2] [3]
  18. Gerald L. Phillippe (* 1909; † 1968 in Greenwich Village an Myokardinfarkt)
  19. Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß: Meyer, Sigmund (genannt Hans Sigismund). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 373 f. (Digitalisat).