Opel HydroGen4

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Opel
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HydroGen4
Produktionszeitraum: seit 2006
Klasse: SUV
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Elektromotor:
93 kW
Länge: 4796 mm
Breite: 1814 mm
Höhe: 1760 mm
Radstand: 2858 mm
Leergewicht: 2010 kg
Vorgängermodell: HydroGen3
Nachfolgemodell: keines
Blick unter die Haube

Der Opel HydroGen4 (auch GM HydroGen4, HydroGen4 by Opel; in den USA Chevrolet Equinox Fuel Cell, in Großbritannien Vauxhall HydroGen4)[1] ist ein Brennstoffzellenfahrzeug, das auf der Internationalen Automobilausstellung 2007 in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Das von General Motors (GM) und dessen Tochterunternehmen Opel entwickelte Fahrzeug basiert auf dem Chevrolet Equinox und ist der Nachfolger des Brennstoffzellenfahrzeuges Opel HydroGen3, das weltweit in verschiedenen Demonstrationsprojekten eingesetzt wurde und auf dem Opel Zafira A basierte.

Technik[Bearbeiten]

Die Antriebseinheit basiert auf der Konzeptstudie Chevrolet Sequel von 2006. Hauptbestandteil ist eine von General Motors hergestellte Polymerelektrolytbrennstoffzelle[2] mit 440 Zellen und einer Leistung von 93 kW. Die Brennstoffzellen-Einheit Stack 2000 wiegt 240 kg[3] und hat eine Leistungsdichte von 1,44 kW/l beziehungsweise 0,83 kW/kg. Die Arbeitstemperatur beträgt ca. 80 °C.[1][4]

Der hybride Antriebsstrang enthält als Energiespeicher einen Nickel-Metallhydrid-Akkumulator mit einem Energieinhalt von 1,8 kWh bei einer abzugebenden Leistung von 35 kW und als Antrieb einen Drehstrom-Synchronmotor mit 73 kW (100 PS) Dauerleistung und 320 Nm Drehmoment. Die Spitzenleistung des Motors beträgt 94 kW (128 PS). Der Opel HydroGen4 verfügt über Frontantrieb, wobei die Kraftübertragung über ein Planetengetriebe erfolgt.[2] Damit erreicht der HydroGen4 eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und beschleunigt von 0 bis 100 km/h in 12 Sekunden.

Die drei Wasserstoff­tanks aus Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoff fassen bei 700 bar Druck insgesamt 4,2 kg Wasserstoff, was eine Reichweite von etwa 320 km ermöglicht, die durch Optimierung der Steuersoftware im Zuge des Testprogramms sogar auf 420 km erhöht werden konnte.[5] Der Verbrauch wird mit rund 1,3 kg pro hundert Kilometer angegeben, im Fahrversuch wurden jedoch Werte um 0,9 kg/100 km erreicht.[2] Eine Tankbefüllung mit vorgekühltem Wasserstoff soll nur 3 Minuten dauern.[5]

Das Fahrzeug verfügt über Bremsenergierückgewinnung und Wasserstoff-Sensoren im Innenraum, die im Notfall das System abschalten. Die Motorhaube des Opel HydoGen4 ist zur Gewichtsersparnis aus Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoff gefertigt, die Türen aus Aluminium.[6]

Einsatz[Bearbeiten]

Weltweit befinden sich mehr als 100 Exemplaren im Testbetrieb. In den USA konnten sich Menschen in Michigan, im südlichen Kalifornien sowie den Gegenden um Washington und New York im Internet für das Testprogramm Project Driveway bewerben. Seit Mitte 2008 wurden die Fahrzeuge ausgeliefert.[7] Auch in Shanghai, Tokio und Seoul werden die Fahrzeuge getestet.[5] Am 22. Februar 2012 übernahm das United States Pacific Command 16 Chevrolet Equinox Fuel Cell, die in Hawaii ausgiebig getestet werden sollen. Laut GM handelt es sich dabei um die weltweit erste militärische Flotte von Brennstoffzellenfahrzeugen.[8]

Am 26. November 2008 wurden in Berlin die 10 Exemplare des HydroGen4 für das Demonstrationsprojekt Clean Energy Partnership (CEP) vorgestellt. Zu den betreibenden Partnerunternehmen gehören der ADAC, Allianz, Coca-Cola, Hilton, Linde, Schindler, Axel Springer, Total und Veolia. Ebenfalls teil am Projekt nehmen E-Plus,[9] 3M und – seit Juni 2010 – IKEA (Berlin-Tempelhof).[10] Im Jahr 2012 wurde ein weiterer HydroGen4 an die hessische Staatskanzlei ausgeliefert, ebenfalls im Rahmen der CEP.[11]

Insgesamt legten die Testfahrzeuge über 2,5 Millionen Meilen beziehungsweise 4 Millionen Kilometer zurück.[1][12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: GM HydroGen4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Ulrich Eberle, Bernd Mueller, Rittmar von Helmolt: Fuel cell electric vehicles and hydrogen infrastructure: status 2012. Royal Society of Chemistry. 15. Juli 2012. Abgerufen am 8. Januar 2013.
  2. a b c Mit dem Opel Hydrogen4 um den Bodensee auf heise.de (abgerufen am 17. Februar 2013)
  3. George P. Hansen: GM’s Electrification Strategy (PDF; 5,5 MB) auf iphe.net (abgerufen am 17. 2013)
  4. Andrew Bosco: General Motors Fuel Cell Research (PDF; 3,0 MB) ansoft.com (abgerufen am 17. Februar 2013)
  5. a b c Lars Peter Thiesen: Elektromobilität und Brennstoffzelle (PDF; 11,1 MB) auf tu-berlin.de (abgerufen am 17. Februar 2013)
  6. About the Equinox Fuel Cell auf car.com (abgerufen am 17. 2013)
  7. Project Driveway bei chevrolet.com (Version vom 8. September 2008 im Internet Archive)
  8. Military Unveils Fleet of GM Fuel Cell Vehicles in Hawaii auf GM Media (abgerufen am 17. Februar 2013)
  9. HydroGen4: Opel und E-Plus starten Praxistest mit neuartigem Wasserstoff-PKW auf eplus-gruppe.de (abgerufen am 17. Februar 2013)
  10. IKEA testet HydroGen4 auf Focus.de (abgerufen am 17. Februar 2013)
  11. Opel übergibt Brennstoffzellenfahrzeug HydroGen4 an Land Hessen auf Opel Media (abgerufen am 17. Februar 2013)
  12. Hydrogen Fuel Cell auf gmsustainability.com (abgerufen am 17.  Februar 2013)