Gałąźnia Wielka

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Gałąźnia Wielka (deutsch Groß Gansen) ist ein Dorf im Powiat Słupski (Stolper Kreis) der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 27 Kilometer südöstlich der Stadt Słupsk (Stolp) und 38 Kilometer südwestlich der Stadt Lębork (Lauenburg i. Pom.).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das adelige Dorf Groß Gansen war in älterer Zeit Lehensbesitz der Familie Zitzewitz. Der Zitzewitzschen Familienchronik zufolge befand sich das Dorf bereits vor dem Jahr 1410 im Besitz von Jarislaw von Zitzewitz. Um 1784 bestand Groß Gansen aus zwei Teilen, A und B, mit insgesamt zwei Vorwerken, zehn Bauern, sechs Kossäten, auf der Feldmark des Dorfs einem Holzwärterkaten und 26 Haushaltungen. Groß Gansen A, auf das ein Vorwerk, acht Bauern und der Holzwärterkaten entfielen, befand sich seinerzeit im Besitz von Friedrich George Ernst von Zitzewitz. Groß Gansen B mit einem Vorwerk, zwei Bauern und drei Kossäten gehörte zu dem Rittergut Goschen und befand sich zur damaligen Zeit im Besitz von Lieutenant Friedrich Franz von Zitzewitz.

Am Ende des 18. Jahrhunderts verlegte die bis dahin auf Gut Goschen ansässige Familie Zitzewitz ihren Wohnsitz nach Groß Gansen. Im 19. Jahrhundert erlosch dieser Familienzweig, da Heinrich von Zitzewitz kinderlos geblieben war. Er verkaufte seine Güter 1877 an seinen Cousin Friedrich Karl von Zitzewitz auf Muttrin und zog nach Stolp, wo er 1885 verstarb.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm in zweiter Generation Georg von Zitzewitz das Gut Groß Gansen. Er war als Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei politisch aktiv und wurde in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt. Vor der Machtergreifung der NSDAP gehörte er für kure Zeit dem Reichstag an.

Vor Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Groß Gansen zum Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern. Die Gemeindefläche war 1.583 Hektar groß. Zur Gemeinde gehörten neben dem Dorf Groß Gansen die Wohnplätze Goschen, Bergland, Hermannshöh, Lösung, Paschke (Piaschke), Pranitz, Steggen, Windmühle und Zitzenkaten. 1925 standen in Groß Gansen 70 Wohngebäude. Außer dem Gut gab es in der Dorfgemeinde 45 bäuerliche Betriebe. Im Jahr 1939 wurden insgesamt 129 Haushaltungen und 546 Einwohner gezählt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region am 9. März 1945 von der Roten Armee eingenommen. Groß Gansen gehörte zu den wenigen Ortschaften im Kreis Stolp, die vor Herannahen der Front noch vollständig geräumt werden konnten. Einigen Dorfbewohnern gelang die Flucht von Gotenhafen aus mit dem Schiff über die Ostsee. Viele wurden von der Sowjetarmee überrollt und kehrten zurück. Nachdem ganz Hinterpommern nach Kriegsende unter polnische Verwaltung gestellt worden war, wurden die Häuser und Gehöfte beschlagnahmt und die Dorfbewohner vertrieben.

Später wurden in der Bundesrepublik Deutschland 193 und der DDR 186 Dorfbewohner aus Groß Gansen ermittelt.[2]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Straßenkarte PL 003: Hinterpommern. Stolp – Köslin – Danzig. 9. Auflage, Höfer Verlag, Dietzenbach 2005, ISBN 978-3-931103-14-9, Planquadrat H5.
  2. Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 516 (Ortsbeschreibung Groß Gansen; PDF)

54.300433717.3188762Koordinaten: 54° 18′ N, 17° 19′ O