Gaal

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Ort Gaal in der Steiermark. Für weitere Bedeutungen siehe Gaal (Begriffsklärung).
Gaal
Wappen von Gaal
Gaal (Österreich)
Gaal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt KF)
Fläche: 197,47 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 14° 40′ O47.27305555555614.67900Koordinaten: 47° 16′ 23″ N, 14° 40′ 12″ O
Höhe: 900 m ü. A.
Einwohner: 1.445 (1. Jän. 2013)
Postleitzahl: 8731
Vorwahl: 03513
Gemeindekennziffer: 6 20 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bischoffeld 25
8731 Gaal
Website: www.gaal.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Fledl (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9
6
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Gaal im Bezirk Murtal
Amering Apfelberg Bretstein Eppenstein Feistritz bei Knittelfeld Flatschach Fohnsdorf Gaal Großlobming Hohentauern Judenburg Kleinlobming Knittelfeld Kobenz Maria Buch-Feistritz Obdach Oberkurzheim Oberweg Oberzeiring Pöls Pusterwald Rachau Reifling Reisstraße Sankt Anna am Lavantegg Sankt Georgen ob Judenburg Sankt Johann am Tauern Sankt Lorenzen bei Knittelfeld Sankt Marein bei Knittelfeld Sankt Margarethen bei Knittelfeld Sankt Oswald-Möderbrugg Sankt Peter ob Judenburg Sankt Wolfgang-Kienberg Seckau Spielberg bei Knittelfeld Unzmarkt-Frauenburg Weißkirchen in Steiermark Zeltweg SteiermarkLage der Gemeinde Gaal im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Gaal ist eine Gemeinde mit 1445 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im Bezirk Murtal und Gerichtsbezirk Judenburg in der Steiermark.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Gaal liegt rund 14 km nordwestlich von Knittelfeld. Die Gemeinde liegt in den Niederen Tauern. Das Gemeindegebiet, die Gaal genannt, umfasst den Gebirgsstock des Pletzen, die beiden diesen umgebenden Täler des Gaalbaches und des Ingeringbaches, sowie die Südhänge der Seckauer Alpen. Die höchsten Erhebungen sind das 2417 m hohe Geierhaupt, der 2416 m hohe Hochreichhart, der 2397 m hohe Seckauer Zinken (alle Seckauer Alpen) und der 2345 m hohe Pletzen. Der tiefste Punkt liegt bei rund 750 m, wo im Südosten der Ingeringbach die Gemeinde verlässt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die Katastralgemeinden Gaal, Graden, Ingering II und Puchschachen mit folgenden Ortschaften (Einwohner Stand: 2011):

  • Bischoffeld (288)
  • Gaal (137)
  • Gaalgraben (123)
  • Graden (280)
  • Ingering II (279)
  • Puchschachen (189)
  • Schattenberg (148)
Bischoffeld von Südwesten
Ingering II von Süden

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hohentauern, Wald am Schoberpass Mautern in Steiermark Sankt Marein bei Knittelfeld
Sankt Oswald-Möderbrugg, Sankt Johann am Tauern Nachbargemeinden Seckau
Oberkurzheim Fohnsdorf, Pöls Spielberg bei Knittelfeld, Flatschach

Geschichte[Bearbeiten]

Um 760 wurde in Ingering von Bischof Modestus eine Kirche gegründet (ecclesia ad undrimas). 860 schenkte der Kaiser dem Salzburger Erzbischof ein Gut an der Ingering, das heutige Dorf Bischoffeld.

In einer Urkunde für das Stift Seckau wurde 1171 erstmals der Name Gaal (trigewl) verwendet. Für die Ausstattung des 1218 gegründeten Bistums Seckau wurden auch 30 Waldhuben in Gaal verwendet. 1273 gelangte auch Burg Wasserberg von Salzburg an das Bistum Seckau. Aus dem auf dieser Burg ansässigen Ministerialengeschlecht der Gaaler stammte auch Ottokar († 1322), der Verfasser der Steirischen Reimchronik, die in 100.000 Versen die Geschichte des Reiches 1246 bis 1309 erzählt. 1317 wurde für Gaal erstmals ein Pfarrer erwähnt, ein Jahr später auch direkt die Kirche St. Peter.

1480 wurde die Kirche in Gaal von den Türken verwüstet. 1514 bis 1518 gab es kurzzeitig Silberabbau am Hochreichart.

1770 wurden Hausnummern und Werbbezirke eingeführt. Aus letzteren entstanden wenig später die heute noch existierenden Katastralgemeinden. 1820 wurden bei einem Brand die Kirche und der Großteil des Ortes zerstört.

1844 gelangte die Herrschaft und Schloss Wasserberg an Maximilian Seßler, der das Schloss in die heutige Form umgestalten ließ.

Nach der Aufhebung der Grundherrschaften 1848 wurde 1849/50 die politische Gemeinde Gaal errichtet.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Gemeinde hatte laut Volkszählung 2001 1502 Einwohner. 97,7 % der Bevölkerung besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 93,9 % der Einwohner, zur evangelischen 1,5 %, 2,9 % waren ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gaal
Ingeringsee
Der Ingeringsee
aufgenommen im Winter 2013/14 von Luftbilder Murtal
Schloss Wasserberg
  • Schloss Wasserberg
  • Pfarrkirche St. Peter in der Gaal: Die barocke Kirche mit mittelalterlichem Kern wurde nach einem Brand 1820 wiederaufgebaut. Gaal ist flächenmäßig die drittgrößte Pfarre der Steiermark.
  • VW-Käfer-Museum
  • Ingeringsee

Erwähnenswert ist auch das vielfältige Vereinsleben in der Gemeinde, 17 Vereine und Gruppen decken die unterschiedlichsten Interessen, von Musik über Sport, Freiwillige Feuerwehr und Tradition bis hin zum Perchtenlauf, ab.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 28 Arbeitsstätten mit 89 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 450 Auspendler und 34 Einpendler. Es gibt 123 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 63 im Haupterwerb), die zusammen 19.734 ha bewirtschaften (1999). Davon entfallen auf landwirtschaftliche Flächen 1.911 ha, Wald 10.987 ha und 2.467 ha auf Almen.

In der Gaal gibt es etwas Tourismus (177 Gästebetten). Im Winter gibt es ein kleines Schigebiet, im Sommer vor allem Wander- und Klettertourismus.

In der Gemeinde gibt es eine Volksschule.

Die Verkehrserschließung erfolgt über die Landesstraßen Gaalerstraße L 515 und Seckauerstraße L 517.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:

Friedrich Fledl ist seit 22. Mai 2012 Bürgermeister der Gemeinde Gaal. Sein Amtsvorgänger, Ing. Harald Schlager trat wegen des Vorwurfs der persönlichen Bereicherung im Zusammenhang mit Provisionszahlungen mit 30. April 2012 zurück.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. August 1968.
Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In einem durch einen wasserfarbenen Wellenbalken von Blau zu Schwarz geteilten Schild oben zwei durch eine silberne Zinnenmauer verbundene gequaderte, gezinnte silberne Türme, unten ein goldener Schrägrechtsbalken.“[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1872 Johann Alois Zeilinger, Gewerke
  • 1912 Johann Musenbichler, Gemeindevorsteher von Gaal 1890–1912
  • 1916 Oskar Kordin, Oberkommissär
  • 1918 Johann Niemetz, Tierarzt
  • 1922 Markus Michl, Leiter der polit. Expositur Knittelfeld
  • 1967 Josef Krainer, Landeshauptmann
  • 1975 Friedrich Niederl, Landeshauptmann
  • 1983 Josef Schreibmaier, Bürgermeister von Gaal (1960–1983)
  • 1985 Dr. Josef Krainer, Landeshauptmann
  • 1999 Gustav Hopf, Bürgermeister von Gaal (1983–1999)

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinhard Brunner, Walter Brunner, Odo Burböck, Franz Jäger: Gaal. Geschichte des Lebensraumes und seiner Bewohner. Gaal 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378.
  2. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 18, 1968, S. 133.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gaal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien