Gabarre

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Gabarre
Touristen-Gabarre
Expeditionsschiff Astrolabe
Notre Dame de Rumengol

Die Gabarre (franz. Gabare), (griechisch Karabos) ist eine Bootsform, die auf den Flüssen Garonne, Dordogne, Sèvre Niortaise und Loire eingesetzt wurde. Daneben wurden auch Gabarren für die Seeschifffahrt gebaut

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Gabarre ist ein flachgehendes Boot und abhängig vom Entstehungsort in geklinkerter oder geplankter Ausführung gebaut. Der Bug ist spitz zulaufend, das Heck meist als Spiegelheck ausgeführt. Die Beplankung wurde mit Holznägeln befestigt. In verschiedenen Regionen wurden zusätzliche Planken zur Freiborderhöhung aufgesetzt. Die Boote hatten einen Mast mit Rahsegel, kleinere Boote wurden auch gerudert.

Ladung[Bearbeiten]

Je nach Region wurden verschiedene Güter befördert. So an der Dordogne hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse, an der Loire Steine, an der Sèvre Metallerzeugnisse, wie Kanonen und Anker und in der Auvergne Holz. Um 1850 wurden mit diesen Booten rund 60 Prozent des Warenverkehrs zwischen Bergerac und Bordeaux durchgeführt.

Heute findet man auf der Dordogne, der Charent und der Loire Nachbauten für touristische Zwecke.

Seegehende Gabarre[Bearbeiten]

Die seegehenden Gabarren konnten zwischen 120 bis zu 450 Tonnen Ladung transportieren und hatte ein bis drei Masten. Am 1715 wurden die Schiffe überwiegend zum Holztransport zu den königlichen Arsenalen eingesetzt. Teilweise sind sie auch mit 10 bis 20 Kanonen bewaffnet. Wegen ihrer Robustheit und guten Seeeigenschaften wurden sie im 18.- und 19. Jahrhundert auch als Expeditionsschiffe eingesetzt. Die Gabarre Gros Ventre unter dem Kommando von Saint-Allouarn entdeckte die Crozetinseln, mit der Astrolabe umrundete Jules Dumont d’Urville zwischen 1825 und 1829 die Erde. Ein Nachbau von 1945 ist die Notre Dame de Rumengol, die 1990 in die Liste der Historischen Monumente in Frankreich aufgenommen wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Félix Chiocca: Gabares de Dordogne. Éditions Sud Ouest, 2004, ISBN 978-2879015583.
  • Yann Laborie: « Les gabarres de Bergerac ». revue Arkheia n° 21, Montauban, 2009.
  • Guy Mouchel: Ports et gabares de Gironde. Éditions Alan Sutton, 2002, ISBN 978-2842538255.
  • Guy Mouchel: Gabares de Basse Garonne. Éditions Alan Sutton, 2004, ISBN 978-2842539856.
  • Bruno Sepulchre: À la recherche des gabariers de la Charente. Eigenverlag, 1978.
  • Jean-Paul Videau: Dans le sillage des gabares, La Découvrance, 2006, ISBN 978-2842654153.
  • Alfred Dudszu, Alfred Köpcke: Das große Buch der Schiffstypen. Augsburg, Weltbild Verlag (Lizenzausgabe, transpress, Berlin), 1995, ISBN 3-89350-831-7.

Weblinks[Bearbeiten]