Gabriel Rollenhagen

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Gabriel Rollenhagen, auch: Rollenhagius (* 22. März 1583 in Magdeburg; † 1619 ? in Magdeburg) war ein deutscher und lateinischer Dichter, Schriftsteller und Emblematiker.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn des bekannten Magdeburger Predigers und Pädagogen Georg Rollenhagen erfuhr er eine ausgezeichnete Erziehung, zuerst an der vom Vater geleiteten Gelehrtenschule. Gabriel Rollenhagens hier 1602 gehaltene lateinische Valediktionsrede Promulsis Magdeburgensis wurde 1620, offenbar kurz nach seinem frühen Tod, im Druck veröffentlicht. Im Jahre 1602 immatrikulierte er sich in Leipzig, wo er bis 1604 juristische Studien verfolgte, die er ab 1605 an der Universität Leiden fortsetzte. Die Bekanntschaft mit Daniel Heinsius ermöglichte ihm den Zugang zu berühmten humanistischen Gelehrten wie Hugo Grotius und Joseph Scaliger.

Schon in Leipzig hatte Gabriel Rollenhagen seine oft aufgelegten, fiktiven Jndianischen Reysen veröffentlicht, die in allen Drucken von einem Anhang populärer Münchhausiaden unter dem Titel Warhaffte Lügen begleitet sind. 1606 nach Magdeburg zurückgekehrt, gab er die wohl noch in Leiden entstandenen Juvenilia heraus. Mit einer ebenfalls oft gedruckten derben Liebeskomödie Amantes amentes, z. T. in plattdeutscher Sprache, erzielte er ebenfalls einen großen Erfolg, doch sein bleibender Nachruhm beruht auf dem Nucleus emblematum von 1611, dem prachtvollsten unter all den Tausenden von Emblembüchern der Barockzeit.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Amantes amentes, das ist ein sehr anmutiges Spiel von der blinden Liebe. Magdeburg 1609
  • Nucleus emblematum. Hildesheim 1985 (Ndr. d. lat. Erstausgabe v. 1611; 1613 von Crispin de Passe dem Älteren veröffentlicht in Utrecht). Dt. Übs. u.d.T. Sinn-Bilder, hrsg. Carsten-Peter Warncke. Dortmund 1983
  • Vier Bücher wunderbarlicher biss daher unerhörter und ungleublicher Jndianischer Reysen. Bötcher, Magdeburg 1603 (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
Ndr. d. Ausg. 1605 hrsg. v. Gerhard Dünnhaupt. Stuttgart 1995. ISBN 3-7772-9424-1

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Gabriel Rollenhagen – Quellen und Volltexte