Gabriela Sabatini

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Gabriela Sabatini Tennisspieler
Gabriela Sabatini
Nationalität: ArgentinienArgentinien Argentinien
Geburtstag: 16. Mai 1970
Größe: 175 cm
1. Profisaison: 1985
Rücktritt: 1996
Spielhand: Rechts
Preisgeld: 8.683.232 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 632:189
Karrieretitel: 27
Höchste Platzierung: 3 (27. Februar 1989)
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 252:96
Karrieretitel: 14
Höchste Platzierung: 3 (4. Juli 1988)
Grand-Slam-Bilanz
Olympische Spiele
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Gabriela Sabatini (* 16. Mai 1970 in Buenos Aires) ist eine ehemalige argentinische Tennisspielerin.

Karriere als Tennisspielerin[Bearbeiten]

In den späten 1980ern und in den 1990ern war Sabatini, deren Profilaufbahn von 1985 bis 1996 dauerte, eine der besten Tennisspielerinnen der Welt. Sie hielt sich zehn Jahre lang in den Top Ten der Weltrangliste. Zwischen 1990 und 1994 stand sie bei Grand-Slam-Turnieren sogar 15-mal in Folge im Viertelfinale. 1995 stieß sie bis auf den dritten Platz der WTA-Weltrangliste vor. Höhepunkt ihrer Karriere war der Sieg bei den US Open 1990, als sie ihre Dauerrivalin Steffi Graf bezwingen konnte. Sie gewann zudem zweimal die WTA Tour Championships. Insgesamt stand die Karriere der Südamerikanerin im Schatten der Deutschen, mit der zusammen sie 1988 in Wimbledon auch einmal im Doppel den Titel gewann. Im Endspiel gegen Graf unterlag Sabatini 1988 bei den Olympischen Spielen von Seoul und erreichte damit die Silbermedaille.

Biografie[Bearbeiten]

Anfänge als Profisportlerin[Bearbeiten]

Gabriela Sabatini begann im Alter von 6 Jahren Tennis zu spielen. Ihr erster Turniersieg folgte zwei Jahre später. 1983, im Alter von 13 Jahren, wurde Sabatini zur jüngsten Siegerin der traditionsreichen Orange Bowl der Unter-18-Jährigen. Insgesamt gewann die Argentinierin sechs Grand-Slam-Titel bei den Juniorinnen und wurde 1984 als beste Juniorenspielerin der Welt geführt.

1985 war Sabatini - sie war 15 Jahre und 3 Wochen alt - die jüngste Spielerin, die bis dahin ins Halbfinale der French Open eingezogen war. Sie unterlag der späteren Siegerin Chris Evert. Im selben Jahr gelang Sabatini in Tokio der erste Turniersieg auf der WTA Tour.

Rivalität mit Steffi Graf[Bearbeiten]

Viele Experten sahen Sabatini als die große Herausforderin von Steffi Graf im Kampf um die Nummer 1 im Damentennis. Tatsächlich entwickelte sich das Duell der beiden nach der Rivalität zwischen Martina Navrátilová und Evert zum Neo-Klassiker der Tour. Sie trafen 40-mal aufeinander, wobei Graf 29-mal, Sabatini nur 11-mal den Sieg davontrug. Nicht weniger als 21 Spiele wurden erst im dritten Satz entschieden.

Wie so oft bei großen Rivalitäten, erhielt das Duell der in Optik, Spielweise und Persönlichkeit so unterschiedlichen Frauen und Sportlerinnen eine besondere Brisanz. Auf der einen Seite die scheue, verschlossene Deutsche, die mit ihrer glatt geschlagenen Vorhand und den tiefen unterschnittenen Rückhandbällen schnörkellos spielte, den Ball tief zu halten suchte und die Punkte nicht früh genug beenden konnte; auf der anderen Seite die feurige Südamerikanerin, deren Strategie es war, ihre Schläge mit starkem Topspin auf Grafs Rückhand zu spielen und die sich scheinbar behäbig auf dem Platz bewegte.

Wenn auch die Südamerikanerin der Deutschen phasenweise schwer zu schaffen machte und es zuweilen so aussah, als könne sie die Verhältnisse kippen - bei den großen Turnieren behielt Graf fast immer die Oberhand und stand so einer erfolgreicheren Karriere von Sabatini im Wege. Neun Mal war das Zusammentreffen mit Graf bei Grand-Slam-Turnieren (in Viertel-, Halbfinalpartien und Endspielen) gleichbedeutend mit dem Aus für die Argentinierin, sieben Mal geschah dies im Halbfinale und zweimal in einem Endspiel. Bis 1987 gelang der Argentinierin kein Sieg gegen die Deutsche. In Grafs besten Jahren 1988 und 1989 war sie es aber, die ihr einige ihrer wenigen Niederlagen bescherte. 1990 gewann sie gleich fünf Mal in Folge und wurde so für Graf - wenigstens eine Zeitlang - beinahe zur Angstgegnerin.

1988 erreichte die Argentinierin ihr erstes Finale im Einzel bei einem Grand-Slam-Turnier. Bei den US Open traf sie auf Graf, die zuvor die drei größten Turniere des Jahres gewonnen hatte. Wie so oft entwickelte sich die Partie phasenweise eng. Doch Graf gewann schließlich mit 6:3, 3:6 und 6:1 und vollendete den Grand Slam. Auch bei den kurz darauf stattfindenden Olympischen Spielen von Seoul, als sie diesen vergoldete, verhinderte Graf im Endspiel den Triumph der Südamerikanerin. Am Jahresende gewann Sabatini dann die erste von insgesamt zwei WTA Tour Championships.

1990-1992: Spielerische Neuorientierung und größte Erfolge[Bearbeiten]

Die Jahre 1990 bis 1992 wurden zu den erfolgreichsten in der Karriere der Argentinierin. 1990 gewann sie zwei, 1991 sechs und 1992 fünf Turniere.

Um Grafs Dominanz zu brechen, versuchte Sabatini unter ihrem neuen Coach Carlos Kiermayr, ihr Spiel umzustellen, häufiger ans Netz vorzurücken und die Deutsche auf der Rückhandseite zu attackieren. 1990, als Sabatini erneut ins Finale der US Open einzog, hatte sie damit gleich Erfolg. Dieses eine Mal konnte Sabatini ihre Chance nutzen und die Deutsche mit 6:2 und 7:6 zu schlagen. Sie bezwang Graf dann auch im Halbfinale der WTA Tour Championships, verlor das Finale aber im ersten Fünfsatzmatch im Damentennis mit 4:6, 7:5, 6:3, 4:6 und 2:6 gegen Monica Seles.

Auch 1991 begann Sabatini stark: In der ersten Hälfte des Jahres gewann sie fünf Turniere in Folge. In Florida, Miami und Amelia Island errang sie Siege über ihre deutsche Kontrahentin. Im Finale von Rom gelang ihr gar ein Sieg über die auf dem Höhepunkt ihres Könnens spielende neue Weltranglistenerste Monica Seles. In Wimbledon zog sie in ihr drittes Grand-Slam-Finale ein, wo sie erneut Steffi Graf gegenüberstand. Es war das 30. Zusammentreffen der beiden nahezu gleichaltrigen Spielerinnen. Die Deutsche gewann nach Siegen in den letzten fünf Aufeinandertreffen auch diesmal in einem hart umkämpften Match schließlich mit 6:4, 3:6 und 8:6. Sabatini hatte im Entscheidungssatz mehrfach zum Matchgewinn serviert und war nur zwei Punkte vom Sieg entfernt. In dieser Zeit erreichte sie auch den dritten Platz der Weltrangliste und lag für kurze Zeit nur wenige Punkte hinter Graf und Seles zurück.

Auch die Anfänge des Jahres 1992 schienen diese insgesamt positive Entwicklung in ihrer Karriere zunächst zu bestätigen: Sabatini startete mit einem Turniersieg in Sydney, gewann die Pan Pacific Open, Hilton Head, Amelia Island (gegen Graf) und wiederholte ihren Sieg über Monica Seles in Rom. Dann aber brach die Erfolgsserie.

1992-1996: Durchwachsener Ausklang[Bearbeiten]

Nach fünf Turniersiegen 1992 fiel die Leistung der Argentinierin ab. Während 29 Monaten gelang ihr kein weiterer Titelgewinn. 1994 gewann Sabatini dann zum zweiten Mal die WTA Tour Championships. 1995 schien es zunächst, als könne sie nahtlos an diesen Erfolg anknüpfen. Sie gewann in Sydney zum Jahresauftakt gegen Lindsay Davenport. Dies aber sollte ihr letzter Karriereerfolg sein. Im Viertelfinale der French Open und im Halbfinale von Wimbledon kam es noch einmal zum Zusammentreffen mit der alten Rivalin Graf, die beide Duelle deutlich für sich entscheiden konnte.

Eine hartnäckige Bauchmuskelverletzung bescherte der Argentnierin 1996 eine monatelange Pause. Sie verpasste Paris und Wimbledon und fiel erstmals seit 1985 aus den Top Ten der Weltrangliste. Im Juli kehrte sie zurück auf den Court, ohne an alte Erfolge anknüpfen zu können. Bei den US Open schied sie bereits in der dritten Runde aus. Ihr letztes Spiel bestritt Sabatini im Oktober im Rahmen der European Indoor Championships in Zürich. Sie verlor als Nummer 26 der Welt in Runde eins mit 3:6 und 4:6 gegen Rückkehrerin Jennifer Capriati.

Am 27. Oktober 1996 erklärte Gabriela Sabatini am Rande der WTA Tour Championships im New Yorker Madison Square Garden ihren Rücktritt vom Profitennis. Die Argentinierin hatte zu diesem Zeitpunkt 27 Einzel- und 14 Doppeltitel gewonnen und über 8 Mio. US-Dollar an Preisgeld eingespielt.

2006 wurde Gabriela Sabatini in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen.

Zweite Karriere als Geschäftsfrau[Bearbeiten]

Nach dem Abschluss ihrer Tenniskarriere etablierte sich Sabatini als erfolgreiche Geschäftsfrau. Bereits mit 18 Jahren hatte die Argentinierin 1989 der deutschen Firma Mülhens (Kölnisch Wasser), inzwischen Wella/Cosmopolitan Cosmetics, eine Lizenz für eine Duftserie unter ihrem Namen vergeben. Schon ihr erstes eigenes Parfum, Gabriela Sabatini, wurde ein großer Erfolg. Damals legte sie den Grundstein für eine internationale Parfümmarke, die in den vergangenen Jahren eine Reihe Gabriela-Sabatini-Düfte für Damen und Herren[1] hervorbrachte und seit 1989 über 600 Millionen Euro Umsatz (Stand 2003) erzielte. Diese Art der Vermarktung erwies sich als wegweisend für andere Parfümmarken von Prominenten, wie jene von Priscilla Presley, Cindy Crawford und Naomi Campbell.

Auch eine neue Rosenzüchtung trägt den Namen Gabriela Sabatini.

Angebotene Parfums[Bearbeiten]

  • Gabriela Sabatini (1989)
  • Magnetic (1992)
  • Daylight (1992)
  • Cascaya (1994)
  • Bolero (1997)
  • Cascaya Summer (1998)
  • Wild Wind (1999)
  • Wild Wind for Men (2000)
  • Summer (2000)
  • Dévotion (2001)
  • Dévotion for Men (2001)
  • Private Edition (2003)
  • Temperamento (2004)
  • Elegance (2005)
  • Ocean Sun (2006)
  • Latin Dance (2008)
  • Miss Gabriela (2013)

Größte Erfolge[Bearbeiten]

Abschneiden bei Grand-Slam-Turnieren[Bearbeiten]

Einzel[Bearbeiten]

Turnier 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 Titel
Australian Open - - - - - HF 3R VF HF HF HF 1R AF 0
French Open - HF AF HF HF AF AF HF HF VF 1R VF - 0
Wimbledon - 3R HF VF AF 2R HF F HF VF AF VF - 0
US Open 3R 1R AF VF F HF S VF VF VF HF HF 3R 1

Doppel[Bearbeiten]

Turnier 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 Titel
Australian Open - - - - HF 2R AF - - - 2R VF 0
French Open 1R F F HF F - HF - - AF AF - 0
Wimbledon 2R - AF S VF VF - - - 1R HF - 1
US Open 1R HF HF HF HF AF - - - HF 2R HF 0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.parfumo.de/Parfums/Gabriela_Sabatini

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gabriela Sabatini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien