Gabriele Stauner

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Gabriele Stauner 2014

Gabriele Stauner (* 22. April 1948 in Wolfratshausen) ist eine deutsche Politikerin (CSU). Im Jahr 1999 wurde sie erstmals in das Europäische Parlament gewählt.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch und dem Abitur in Bayern begann Gabriele Stauner 1968 ein Sprachstudium in Paris und München, das sie 1972 erfolgreich mit den Dolmetscherdiplomen in Englisch, Französisch und Russisch abgeschlossen hat. Gleichzeitig begann sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München das Studium der Rechtswissenschaften und Slawistik. Im Jahr 1984 promovierte Stauner dann zur Dr. jur. mit einer Dissertation zur französischen Unternehmensverfassung.

Sie ist römisch-katholisch und hat eine 1988 geborene Tochter.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Von 1979 an diente Stauner für acht Jahre im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, bevor sie 1987 in den Auswärtigen Dienst bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland beim Büro der Vereinten Nationen in Genf eintrat. 1991 kehrte sie als stellvertretende Leiterin der Europaabteilung in das Bayerische Staatsministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten nach München zurück. Von 1994 bis zu ihrem Einzug in das Europäische Parlament 1999 war Stauner fünf Jahre lang Leiterin der Gruppe Protokoll und Konsulatswesen in der Bayerischen Staatskanzlei. Nachdem sie bei der Europawahl 2004 nur knapp den Wiedereinzug verfehlt hatte, arbeitete Stauner zunächst als Rechtsanwältin, bevor sie 2005 Abteilungsleiterin im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen wurde. Diese Tätigkeit beendete sie durch den Wiedereinzug in das Europäische Parlament im Januar 2006. Sie verließ das Europäische Parlament 2009.

Am 9. November 2008 wurde die Europaabgeordnete Stauner von der CSA-Landesversammlung zur neuen CSA-Landesvorsitzenden gewählt, als Nachfolge von Horst Seehofer, der nach seiner Wahl zum CSU-Vorsitzenden nicht mehr antrat. Dieses Amt legte sie Ende 2010 nieder, um ganz als Amtschefin der Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei zu agieren, die sie seit März 2010 ist.[1]

Im Europäischen Parlament[Bearbeiten]

Von 1999 bis 2004 und von 2006 bis 2009 gehörte Stauner der CSU-Europagruppe an. Sie fungierte dort als „Rechts- und Sozialpolitische Sprecherin“ und gehörte dem Haushaltskontrollausschuss, dem Rechtsausschuss und dem Ausschuss für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten an. Sie war Mitglied der Delegationen „Armenien, Aserbaidschan und Georgien“ sowie „Russland und Ukraine“. Nachdem sie am 30. Oktober 2013 wieder ins Europaparlament einzog, wurde sie Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten und im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Bei der Europawahl 2014 verlor sie ihr Mandat. Von 1999 bis 2004 war sie ständige Berichterstatterin der EVP für Betrugsbekämpfung.

Parteiämter[Bearbeiten]

  • Stellvertretende Ortsvorsitzende der CSU Wolfratshausen bis 2013.
  • Stellvertretende Kreisvorsitzende der CSU Bad Tölz-Wolfratshausen bis 2013.
  • Seit 1996 Mitglied des Kreistag Bad Tölz-Wolfratshausen.
  • 2002 bis 2008 Bezirksvorsitzende der Christlich Sozialen Arbeitnehmerunion (CSA) Oberbayern, seit 2003 stellvertretende Landesvorsitzende der CSA Bayern.
  • November 2005 bis 2011 übertrug ihr der CSA-Landesvorstand die Leitung der Grundsatzkommission.
  • März 2010 bis Oktober 2013 Amtschefin der Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei, München.
  • Seit 30. Oktober 2013 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Ehrenämter[Bearbeiten]

  • Vorsitzende des Europäischen Zentrums für Arbeitnehmerfragen Bayern e.V., München
  • Vorsitzende des Vereins für die Förderung der Beziehungen zwischen Bayern und Woronesch e.V., München
  • Mitglied im Universitätsrat und Kuratorium der Andrassy Universität, Budapest
  • Mitglied im Kuratorium des Sprachen- und Dolmetscherinstituts, München

Sonstige Tätigkeiten[Bearbeiten]

  • Lehrtätigkeit an der Moskauer Gebietsuniversität, Moskau und an der Hochschule für Politik, München
  • Prüferin bei der Zweiten Juristischen Staatsprüfung, München

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CSA-Vorsitzende gibt Amt auf. Süddeutsche vom 23. Juni 2010, abgerufen am 3. März 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gabriele Stauner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien