Gad Beck

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Gad Beck (* 30. Juni 1923 in Berlin; † 24. Juni 2012 ebenda[1]) war ein deutscher jüdischer Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus, der in den 1990er-Jahren durch seine Autobiografie der Öffentlichkeit bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Gad Beck wurde 1923 in einer jüdischen Familie geboren und wuchs in Berlin-Weißensee auf, wo er die Volksschule besuchte. 1941 schloss er sich der „Hechaluz“ an, einer Gruppe, die die jüdische Palästina-Besiedlung und verschiedene Formen des politischen Widerstands bis hin zur Arbeit im Untergrund organisierte.

Während der letzten beiden Kriegsjahre organisierte er als Leiter des Chug Chaluzi das Überleben zahlreicher im Untergrund lebender Juden.

Nach dem Krieg lebte er zunächst in München. 1947 emigrierte er nach Israel, wo er über 30 Jahre lebte – erst 1979 kehrte er nach Deutschland zurück. Es folgte eine enge Zusammenarbeit mit Heinz Galinski, dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland (Gad Beck wurde Leiter der Jüdischen Volkshochschule).

1995 erregte Beck mit den autobiografischen „Erinnerungen“ eines jüdisch-homosexuellen Berliners Und Gad ging zu David große Aufmerksamkeit. Die Authentizität von Details der Autobiographie ist jedoch umstritten – die Macher des Dokumentarfilms Die Freiheit des Erzählens über das Leben von Gad Beck kommentieren dazu: „Es scheint, dass Gad Beck um der Pointierung seiner Geschichten willen gelegentlich den Boden historischer Wahrheit verlässt. Er erfüllt damit vor allem ein Bedürfnis seiner Zuhörerschaft bzw. all jener Erinnerungsinstanzen, die, auf der Suche nach dem Dramatisch-Spektakulären und der Einschaltquote, Geschichte auf besondere Weise erzählt bekommen wollen.“[2]

Nachfolgend trat Gad Beck mit zahlreichen Vorträgen und Lesungen in Europa und den USA in Erscheinung.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benjamin Weinthal: Last gay Jewish Holocaust survivor dies. In: The Jerusalem Post, 25. Juni 2012 (englisch).
  2. Die Freiheit des Erzählens. Das Leben des Gad Beck