Gaetano Brunetti

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Gaetano Brunetti (* 1744 in Fano; † 16. Dezember 1798 in Colmenar de Oreja bei Madrid) war ein italienischer Komponist, Violinist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

Gaetano Brunetti lernte unter anderem bei Pietro Nardini, der genaue Zeitraum ist nicht bekannt. Wahrscheinlich 1762 folgte die Übersiedlung nach Madrid, da er zu diesem Zeitpunkt seine Bühnenmusik „Comedia de Garcia del Castañal“ komponierte. Ab 1767 war er Violinist in der Königlichen Kapelle, in der er bis an sein Lebensende tätig war.

Im Jahr 1767 wurde Brunetti zum Violinlehrer und Musikmeister des Prinzen von Asturien von König Karl III. ernannt, im Jahr 1779 zum Leiter der musikalischen Veranstaltungen in Aranjuez, dem Sommersitz der spanischen Königsfamilie berufen.

Im Jahr 1788 starb Karl III. und sein Sohn Karl IV. folgte ihm im selben Jahr auf den Thron. Karl IV. war ein großer Musikfreund und es wurde das Ensemble "musicos de la real camera" gegründet, das nur zum Vergnügen Karls spielt. Ensemblemitglieder waren: Brunetti (Violine), sein Sohn Francisco Brunetti (Violoncello) und Manuell Espinosa (Cembalo). Im Jahr 1795 folgte die Gründung des Königlichen Kammerorchesters, zu dessen Leiter Brunetti berufen wird.

Musik[Bearbeiten]

Brunetti hat hauptsächlich Musik für Streicher und Orchester geschrieben. Hier zeigen seine zahlreichen Vortragsbezeichnungen die Differenziertheit seiner Instrumentalbehandlung. Werke für Blasorchester sind selten, ebenso Vokalwerke. Werke für ein solistischen Tasteninstrument sind nicht überliefert.

Charakteristisch für seine Musik sind die zahlreichen Kontraste, die dicht aufeinander folgen: rasante Stimmungsumschwünge, starke dynamische Gegensätze und abrupte Wechsel der Tonart. Brunetti verwendet die Sonatenform sehr flexibel und unkonventionell.

Werke

  • Vokalmusik
    • geistlich: 1 Messe, 1 Miserere, 3 Lamentaciones
    • weltlich: Konzertarien
  • Instrumentalmusik
    • Orchesterwerke: Bühnenmusik zu „Comedia de Garcia del Castañal“, 6 Ouvertüren, 18 Menuette, 12 Kontratänze, 7 Märsche, 8 Galoppe, 32 Sinfonien, 4 konzertante Sinfonien, Variationen für Orchester
    • Kammermusik: 1 Sonate für Viola, 23 Divertimenti für Streicher, 50 Quartette, 12 Sextette, 67 Sonaten für Violine, 30 Trios

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • J. Subira: "El compositor Iriarte (1750-1791)" Barcelona 1949/50.
  • C. Johannson: "French Music Publishers´Catalogue of the Second Half of the Eighteenth Century", Stockholm 1955.
  • G. Chase: "The Music of Spain", N.Y. 1959.
  • Alice Belgray: "Gaetano Brunetti: an exploratory bio-bibligraphical study", Dissertation University of Michigan 1970.
  • William S. Newman: The Sonata in the Classical Era", Chapel Hill 1963, 4. Auflage 1983 ISBN 0-393-95275-4.
  • Germán Labrador: "Gaetano Brunetti (1744-1798). Catálogo crítico, temático y cronológico". AEDOM, 2005. ISBN 8492219580.