Gaffati

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Landgemeinde Gaffati
Landgemeinde Gaffati (Niger)
Landgemeinde Gaffati
Landgemeinde Gaffati
Koordinaten 13° 50′ N, 9° 6′ O13.8338888888899.1077777777778Koordinaten: 13° 50′ N, 9° 6′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Zinder
Departement Mirriah
Fläche 420 km²
Einwohner 41.731 (2010)
Dichte 99,4 Ew./km²

Gaffati (auch: Gafati) ist eine Landgemeinde im Departement Mirriah in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Gaffati liegt in der Sahelzone und ist von einer schwer passierbaren Hügelkette durchschnitten.[1] Die Nachbargemeinden sind Dakoussa im Nordwesten, Albarkaram im Norden, Damagaram Takaya und Mazamni im Nordosten, Zermou im Osten, Mirriah im Südosten, Kolleram im Süden und die Regionalhauptstadt Zinder im Südwesten. Das Gemeindegebiet ist in 52 administrative Dörfer, 37 traditionelle Dörfer, 37 Weiler und 24 Lager gegliedert.[2] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Gaffati.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Gaffati wurde als Herrschaftssitz des von 1790 bis 1799 amtierenden Dorfchefs Daouda dan Ténimoun gegründet. Daouda gilt als Mitglied der Herrscherdynastie des Sultanats Zinder, das zwar erst 1812 von Sélimane dan Tintouma begründet wurde, aber seine Abstammungslinie auf einen im 17. Jahrhundert lebenden frommen Mann namens Mallam zurückführt. Bis 1899 gehörte Gaffati zum Reich Bornu – ab 1812 außerdem zum Sultanat Zinder, das ein Teil Bornus war – und gelangte anschließend an Frankreich.[4] Die französische Kolonialverwaltung richtete Anfang des 20. Jahrhunderts einen Kanton in Gaffati ein[5] und gestattete die Abhaltung eines kleines Marktes.[6] Dem Kanton Gaffati wurde 1924 der aufgelöste Kanton Guéza angeschlossen.[5] 2002 ging im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Gaffati die Landgemeinde Gaffati hervor. 2008 wurden durch Überschwemmungen im administrativen Dorf Angoual Zoulou 80 Felder überflutet und mehrere Häuser zerstört. 745 Dorfbewohner wurden als Geschädigte eingestuft.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Gaffati 30.733 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 41.731 Einwohner berechnet.[8] In Gaffati leben Angehörige der Hausa-Untergruppe Magouzawa, die Ackerbau, Agropastoralismus und Fernweidewirtschaft betreiben.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Gaffati gibt es 22 öffentliche Grundschulen. Im Jahr 2002 wurde eine kleine Mittelschule eröffnet. In den Dörfern im Norden und Osten der Landgemeinde bestehen Probleme mit der Trinkwasserversorgung.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Présentation de la commune de Gaffati. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 23. Februar 2012.
  2. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  3. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 135.
  5. a b Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 250.
  6.  Hassane Gandah Nabi: Commerçants et entrepreneurs du Niger (1922–2006). L’Harmattan, Paris 2013, ISBN 978-2-336-29136-9, S. 37.
  7. Situation des dégâts causés par les inondations (2008). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 18. November 2008, abgerufen am 31. März 2012.
  8. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 57.
  9. Ministère de l’élevage et des industries animales / République du Niger (Hrsg.): La mobilité pastorale dans la Région de Zinder. Stratégies et dynamisme des sociétés pastorales. Niamey 2009 (Online-Version; PDF; 11,3 MB), S. 30.