Gais (Südtirol)

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Gais
(ital.: Gais)
Wappen von Gais
Gais (Südtirol)
Gais
Gais
Lage von Gais in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
3.171/3.202
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,05 % deutsch
2,65 % italienisch
0,29 % ladinisch
Koordinaten 46° 50′ N, 11° 57′ O46.83333333333311.95841Koordinaten: 46° 50′ N, 11° 57′ O
Meereshöhe: 819–3171 m s.l.m. (Zentrum: 841 m s.l.m.)
Fläche: 60,34 km²
Dauersiedlungsraum: 7,9 km²
Fraktionen: Lanebach, Mühlbach, Tesselberg, Uttenheim
Nachbargemeinden: Bruneck, Mühlwald, Percha, Pfalzen, Sand in Taufers
Partnerschaft mit: Coburg (Bayern)
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021034
Steuernummer: 81007220213
Politik
Bürgermeister (2010): Romana Stifter (SVP)

Gais ist eine Gemeinde mit 3202 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in Südtirol (Italien). Sie liegt im Tauferer Ahrntal in der Nähe von Bruneck.

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Gais nördlich von Bruneck

Die Gemeinde Gais erstreckt sich auf einer Fläche von 60,34 km² im Tauferer Tal, also im unteren (südlichen) Teil des Tauferer Ahrntals, und in den umliegenden Bergen. Das Tauferer Ahrntal zweigt bei Bruneck – Gais’ südlicher Nachbargemeinde – Richtung Norden vom Pustertal ab und wird von der Ahr durchflossen. Der zu Gais gehörende Abschnitt, der im Norden an Sand in Taufers grenzt, verläuft nahezu eben und bietet zwei dörflichen Siedlungen Platz. Das südliche der beiden Dörfer ist der Hauptort Gais (830–850 m s.l.m.) am Fuß des Bärentaler Murkegels, das nördliche die Fraktion Uttenheim (840–880 m).

Auf seiner Westseite wird das Tauferer Tal von den südöstlichsten Ausläufern der Zillertaler Alpen flankiert. Dort befinden sich, etwas südwestlich von Uttenheim an steilen Hängen, auf über 1500 m Höhe die verstreuten Höfe der Bergfraktion Lanebach.

Im Osten begrenzt die Rieserfernergruppe das Tauferer Tal. Auf einer Höhe von ca. 1500 m befinden sich hier zwei besonders sonnenexponierte Fraktionen der Gemeinde: zum einen Mühlbach an den Hängen des beim Hauptort ins Tauferer Tal einmündenden Mühlbachtals, zum anderen Tesselberg etwas südlich nahe der Gemeindegrenze zu Percha. Überragt werden die beiden Dörfer im Nordosten von den Hochgebirgsregionen um die höchsten Gaiser Gipfel, darunter die Große Windschar (3041 m), die Schwarze Wand (3105 m) und der Morgenkofel (3073 m), die im Naturpark Rieserferner-Ahrn unter Schutz gestellt sind.

Namen[Bearbeiten]

Der Name "Gais" leitet sich vom Hauptort der 1928 gebildeten Gemeinde ab und könnte mit der Tatsache zusammenhängen, dass er an den Füßen eines Murkegels liegt und bedeutet soviel wie „Anschwemmungsland“.[1] Die Fraktion Tesselberg verdankt ihren Namen dem Bajuwarenherzog Tassilo III.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Gais wurde 1928 aus den zuvor eigenständigen Gemeinden Gais, Uttenheim, Mühlbach und Tesselberg gebildet.

Im Mittelalter gehörten die heutigen Fraktionen von Gais zum Gericht Uttenheim, aus dem 1811 verschiedene Gemeinden hervorgingen, darunter die Gemeinde Uttenheim mit den Fraktionen Uttenheim und Gais. Das Gericht Uttenheim hatte seinen Sitz ab dem 17. Jahrhundert in Gais. 1814 wurden die Orte wieder selbstständige Gemeinden.[2] Gais gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Taufers und war Teil des Bezirks Bruneck.

Heimatlied[Bearbeiten]

Das Gaisinger Heimatlied wurde am 3. Oktober 1944 von Pfarrer Anton Hopfgartner verfasst. Kandidus Weitlaner, Kooperator in Gais von 1943 bis1949, schrieb in einer Vorbemerkung zum Text des Heimatliedes: Gais gehört jetzt auch zu den wenigen glücklichen Dörfern, die ein eigenes Heimatlied besitzen.

Ich weiß ein Dorf, gar lieb und traut,
Am stillen Lauf der Ahr,
Ins weite Tal hineingebaut:
Das lieb' ich immerdar.
Rings der Erlen Grün
Und der Felder Prach!
Kommt's mir in den Sinn,
Herz und Aug' mir lacht.
[: 's ist die Heimat mein,
Die ich lieb' so heiß,
's ist mein Sonnenschein,
Mein liebes Gais.:]

Die Sonne grüßt vom Kehlburgschloß
Am Morgen froh ins Tal;
Es thront - ein Ritter hoch zu Roß -
Auf tannumrauschtem Wall.
Und vom West geschwind
Grüßt auch Burg Neuhaus,
Wie ein Märchenkind
Lieblich überaus.
[: 's ist die Heimat mein,
Die ich lieb' so heiß,
's ist mein Sonnenschein,
Mein liebes Gais.:]

Der Löffler und der Keilbachspitz
Im hellen Firnenschnee,
Der Peitler ragt im Sonnenblitz
Rotleuchtend in die Höh'.
Rings der Wunderblick,
In der Mitte drin
Liegt das Erdenstück,
Wo ich geboren bin:
[: 's ist die Heimat mein,
Die ich lieb' so heiß,
's ist mein Sonnenschein,
Mein liebes Gais.:]

Und mitten in der Heimat mein
Ein Gotteshaus so schön,
Ein Turm so schlank und frei und fein,
Er ragt zu Himmelshöh'n.
Glocken hell und rein,
Stimmt mit froher Weis',
Stimmet jubelnd ein
In der Heimat Preis:
[: 's ist die Heimat mein,
Die ich lieb' so heiß,
's ist mein Sonnenschein,
Mein liebes Gais.:][3]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Evangelisten

Die letzten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen wurden im Mai 2010 abgehalten. 11 Sitze im Gemeinderat gingen an die Südtiroler Volkspartei, vier an die Freiheitlichen. Als Bürgermeisterin wurde Romana Stifter-Außerhofer von der Südtiroler Volkspartei bestätigt.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Im Jahr 1956 verlieh die italienische Regierung der Gemeinde ein Wappen, das keine Beziehung zum Ort und zu seiner Geschichte hatte. 1986 beschloss der Gemeinderat, es durch ein neues zu ersetzen. Der Evangelist Johannes, dessen Symbol der Adler ist, war der erste Kirchenpatron der Gemeinde Gais. Deshalb enthält das neue Gemeindewappen in der rechten Hälfte einen Adler. Die Balken in den Farben Blau-Gold-Blau entstammen dem Wappen des ehemaligen Gerichts Uttenheim.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort hatte bis 1957 zwei Bahnhöfe auf der Tauferer Bahn.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Grundschule Gais
  • Grundschule Uttenheim
  • Grundschule Mühlbach
  • Kindergarten Gais
  • Kindergarten Uttenheim

Mit Gais verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Heuberger: Eine Kundschaft des 14. Jahrhunderts über die Entstehung der Pfarre Gais. In: Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg 57 (1913), S. 362-368.
  • Karl Finsterwalder: Der Pustertaler Ortsname Gais in der Sicht altgermanischer Sprachschöpfung. Mit Seitenblicken auf die "Gissübel"-Namen. In: Der Schlern 43 (1969), S. 155-158.
  • Albert Willeit (Hrsg.): Gais im Tauferer Tal. Dorfbuch zum 1000-Jahr-Jubiläum, Gais: Komitee 1000-Jahre-Gais 1986.
  • Lydia Reichegger: Geschichte Uttenheims in Mittelalter und Frühneuzeit. In: Der Schlern 67 (1993), S. 471-480, 535-554.
  • Helmuth Auer, Simon Auer: Dorfbuch Uttenheim-Lanebach, Gais: Gemeinde Gais 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kultur - Dörfer - Gais. Gemeinde Gais, abgerufen am 7. März 2011.
  2. Kultur - Dörfer - Uttenheim. Gemeinde Gais, abgerufen am 7. März 2011.
  3. Albert Willeit und Albert Forer (Hrsg.): Gais im Tauferer Tal. Dorfbuch zum 1000-Jahr-Jubiläum. Komitee 1000-Jahre Gais, Gais 1986, S. 7
  4. Kultur - Dörfer - Uttenheim. Gemeinde Gais, abgerufen am 7. März 2011.