Galenik

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Die Galenik ist die Lehre von der Herstellung von Arzneimitteln. Der Begriff ist zum einen ein älteres Synonym zu pharmazeutischer Technologie, zum anderen spricht man von der Galenik eines Arzneimittels.

Ein medizinischer Wirkstoff ist noch kein Arzneimittel. Der Wirkstoff muss mit entsprechenden Hilfsstoffen in Tabletten, als flüssiges Arzneimittel, als Creme oder als Depotarzneimittel (Pflaster oder Implantat) dem Patienten zugeführt werden. Durch die Art der Darreichung und der Hilfsstoffe lassen sich auch die Dauer und die Konzentration der medizinischen Wirkstoffe im Blutplasma beeinflussen.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Der Begriff Galenik geht auf den im 2. Jahrhundert geborenen griechischen Arzt und Naturforscher Galenos von Pergamon (auch Galenius oder Galen genannt) zurück. Er begann seine Karriere im Jahr 157 als Gladiatorenarzt in Pergamon. Ab 161 praktizierte er mit kurzen Unterbrechungen sehr erfolgreich in Rom und war ab 169 Leibarzt am römischen Kaiserhof. Dort betreute er die Caesaren Marcus Aurelius, Lucius Verus, Commodus und Septimius Severus. Seine Werke über die Anatomie und Physiologie des Menschen galten über Jahrhunderte als richtungsweisend. Erst im 16. Jahrhundert begann der flandrische Arzt und Anatom Andreas Vesalius (1514–1564), die Fehler und Fehlinterpretationen im Werk des alten Meisters aufzudecken und durch eigene Untersuchungen die Forschung neu anzuregen.

Biopharmazie[Bearbeiten]

Im Jahre 1953 veröffentlichte F. H. Dost das Buch Der Blutspiegel. Diese Veröffentlichung führte zu vielen pharmazeutischen Neuentwicklungen, die unter dem Namen Biopharmazie geläufig sind.

Verabreicht man einen pharmazeutischen Wirkstoff direkt über eine Spritze in die Blutbahn, so ist seine Wirkstoffmenge im Blut 100 %. Kurz nach der Injektion verteilt sich der Wirkstoff im Blut und sinkt nach einigen Stunden wieder ab. Im Blutplasma kann der Wirkstoff nun an den Wirkort gelangen und medizinisch wirksam werden. Trägt man die Wirkstoffkonzentration im Blutplasma über die Zeit auf, erhält man eine Fläche, die das Eliminationsverhalten eines Wirkstoffes beschreibt. Die Fläche (AUC = area under the curve) unter dieser Kurve ist für jede Substanz charakteristisch.

Verabreicht und vergleicht man die gleiche Wirkstoffmenge direkt durch Einspritzung in die Blutbahn und in Form einer Tablette peroral, so erhält man sehr unterschiedliche Wirkstoffkonzentrationen im Blutplasma. Darreichungsformen und die Art von Hilfsstoffen können nun verglichen werden, indem man die AUC der Einspritzung in die Blutbahn (100-prozentige Bioverfügbarkeit) mit der AUC von peroralen Tablettengabe vergleicht.

Bei peroraler Gabe ist die Wirkstoffmenge im Blut geringer, jedoch wird der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum gleichmäßig abgegeben.

Zwei Tabletten mit der gleichen Wirkstoffmenge – jedoch unterschiedlichen Hilfsstoffen – können durchaus andere Wirkstoffkonzentrationen im Blutplasma aufweisen.

Der Galeniker muss vielfach auch berechnen können, wann – beispielsweise bei einem Schlafmittel – die Wirksamkeit abgeklungen sein muss.

Die Freisetzung aus der Tablette, die Absorption im Magen-Darmtrakt und damit die Verteilung im Organismus können durch die galenische Zubereitung beeinflusst werden.

Die Grundoperationen der Galenik sind:

  1. Die Stoffformung: also zerkleinern, pressen, granulieren, kneten, …
  2. Die Stofftrennung: also dekantieren, sieben, filtrieren, trocknen, zentrifugieren, abpressen, destillieren, …
  3. Die Stoffvereinigung: also mischen, lösen, verkapseln, umhüllen, …
  4. Die antimikrobielle Behandlung: also sterilisieren, …
  5. Die Anwendung von Temperatur: also erhitzen, kühlen

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Friedland: Arzneiformlehre 2011 Wissenschaftliche Verlagsgesellschafft Stuttgart
  • Ingfried Zimmermann: Galenik oder wie aus einem Wirkstoff ein Arzneimittel wird. Chemie in unserer Zeit, VCH Verlagsgesellschaft mbH, 4/1989 + 5/1989
  • Ursula Schöffling: Arzneiformenlehre