Galerie Colbert

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Rotunde der Galerie Colbert

Die Galerie Colbert, nach dem Finanzminister Jean-Baptiste Colbert benannt, ist eine überdachte Ladenpassage mit Glasdach aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im 2. Arrondissement in Paris. Die Galerie Colbert ist ein schützenswertes Denkmal (monument historique).

Lage[Bearbeiten]

Die Galerie Colbert befindet sich zwischen 6, rue des Petits-Champs und 4, rue Vivienne, in einem gemischten Wohn- und Geschäftsviertel in der Nähe der alten Nationalbibliothek. Bourse ist die nächste Metrostation der Linie 3, die Paris vom Osten nach Westen durchquert.

Weitere Passagen befinden sich in ihrer Nähe: Galerie Vivienne (2. Arrondissement), Passage Bourg-l'Abbé (2. Arrondissement) und Passage du Grand-Cerf (2. Arrondissement).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Galerie Colbert, benannt nach einem Hôtel particulier im Besitz von Colbert an gleicher Stelle, wurde 1826 erbaut und ist durch einen Verbindungsgang mit der kurz zuvor entstandenen Galerie Vivienne verbunden. Nach den Plänen des Architekten J. Billaud erbaut, verschärfte sie die Konkurrenz zwischen den vielen neuen Luxusgeschäften des Viertels. Im Zentrum dieser Passage befindet sich eine gläserne Rotunde, auch als Glasdom oder Glaskuppel bezeichnet, die einen Durchmesser von 15 Metern besitzt. Die polychrome Malerei an den Sockeln und Säulen erinnert an pompeijanische Malerei und kontrastiert stark mit den Glasflächen des Daches und der ehemaligen Geschäfte.

Heutiger Zustand[Bearbeiten]

Wegen Baufälligkeit musste die Galerie Colbert in den 1970er Jahren geschlossen werden und wurde dann von der Nationalbibliothek gekauft, die dringend weitere Räumlichkeiten benötigte. Nach umfassendem Wiederaufbau, denn fast keine Originalteile wurden belassen, unter der Leitung des Architekten Louis Blanchet in den 1980er Jahren wurde die Galerie wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach dem Auszug der Nationalbibliothek übernahm das Institut national d'histoire de l'art und das Institut National du Patrimoine die Gebäude. Ein ehemaliges Bouillon aus der Zeit um 1900 hat sein originales Interieur bewahrt und ist heute wieder ein Restaurant.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Claude Delorme/Anne-Marie Dubois: Passages couverts parisiens. Parigramme, Paris 2002 (1. Auflage Paris 1996), ISBN 2-84096-264-0
  • Bertrand Lemoine: Les passages couvertes en France. Délégation à l'Action Artistique de la Ville de Paris, Paris 1990, ISBN 2-905118-21-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Galerie Colbert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.8668333333332.3393611111111Koordinaten: 48° 52′ 1″ N, 2° 20′ 22″ O