Galicia Jewish Museum

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Galicia Jewish Museum in Kazimierz

Das Galicia Jewish Museum (polnisch: Żydowskie Muzeum Galicja; deutsch: Jüdisches Museum Galizien) befindet sich in einer ehemaligen Fabrikhalle in Kazimierz, dem jüdischen Stadtteil von Krakau. Das Museum bewahrt die Erinnerung an die Opfer des Holocaust und will die die jüdische Kultur des polnischen Galiziens feiern und die jüdische Geschichte in Polen aus einem neuen Blickwinkel präsentieren. Seit der Gründung haben über 200 000 Menschen das Museum besucht, die Besucher Zahl steigt jährlich rapide an, im Jahr 2012 waren insgesamt 30 126 Besucher im Museum.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Es wurde im April 2004 vom britischen Foto-Journalisten Chris Schwarz gegründet, um an die reichhaltige jüdische Kultur und Geschichte des polnischen Galizien vor dem Holocaust zu erinnern. Nach dessen plötzlichen Tod im Jahr 2007 wurde Kate Craddy neue Direktorin, gefolgt von Jakub Nowakowski im Jahr 2010.[2][3]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Dauerausstellung: Spuren der Erinnerung[Bearbeiten]

Das Herzstück des Museum ist die Dauerausstellung "Traces of Memory" (Spuren der Erinnerung), dies ist eine besondere Sammlung von Photographien des britischen Photographen Chris Schwarz, die einen atemberaubenden Einblick in die Kultur und Kulturgeschichte des jüdischen Lebens und dessen Zerstörung im polnischen Galiziens gibt. Die Ausstellung wurde erarbeitet mit Hilfe von Prof. Jonathan Webber (Emeritus, UNESCO Professor für Jüdische und Interreligiöse Studien an der University of Birmingham, UK; Professor an dem Institut für Europäische Studien an der Jagiellonen-Universität, Krakau, Polen). Prof. Webber hat unter anderem die Begleittexte zur Ausstellung verfasst. Die Ausstellung stückelt die Rudimente jüdischen Lebens in Galiziens zu einem beeindruckenden Bild einer Region zusammen, die einmal ein Zentrum jüdischer Kultur und jüdischen Lebens war und präsentiert diese auf eine informative, anschauliche und tief bewegende Art und Weise. Sie ist ein Lamento an die zerstörte jüdische Zivilisation, die einmal in dieser Region und im ganzen Land blühte, sie erinnert an die Orte der Vernichtung und erkennt Versuche der Mahnwache an diese Gräueltaten an.[1]

Sonderausstellungen[Bearbeiten]

Das Jüdische Museum Galiziens verfügt über die Räumlichkeiten mehrere Sonderausstellungen gleichzeitig neben der Dauerausstellung zu beherbergen. Die Ausstellungen umfassen ein Spektrum von moderner Kunst mit jüdischer Thematik, bis hin zu Sachausstellungen und Photoausstellungen, zum Beispiel über Israel in den 1930er Jahren. Es finden sowohl Ausstellungen statt, die vom Museum selber erarbeitet und zusammengestellt sind, wie auch von außerhalb. Das Museum ist ebenfalls ein beliebter Anlaufort für internationale und nationale Wanderausstellungen.[1]

Aktuelle Sonderausstellung: Soshana – Eine Weltensammlerin

Diese Ausstellung präsentiert die Werke der jüdisch-österreichischen Künstlerin Soshana (geb. 1927 in Wien). Ihre Werke haben international viel Anklang gefunden, dies ist die erste Ausstellung ihrer Werke in Polen. Diese Ausstellung präsentiert die Werke der jüdisch-österreichischen Künstlerin Soshana (geb. 197 in Wien). Ihre Werke haben international viel Anklang gefunden, dies ist die erste Ausstellung ihrer Werke in Polen. Die für die Ausstellung ausgewählten Werke, sind repräsentativ für die gesammelten Werke der Künstlerin, sie sind sowohl in ihrer stilistisch Umsetzung, als auch in den gewählten Objekten sehr divers. Diese Vielfältigkeit der Künstlern macht es so schwer sie einer bestimmten Richtung zuzuordnen. Für Soshana war malen schon immer der einzig wahre Weg die Welt zu erleben und zu beschreiben. Durch ihre Kunst geht sie einen Dialog mit der Wirklichkeit ein und zeigt sich offen für die Inspirationen die diese bietet. „Für mich ist malen, wie Tagebuch schreiben“.[4]

Eine der vielen Sonderausstellungen des Museums war unter anderem: Im Jahr 2008 wurde die Ausstellung "Polish Heroes" (Polnische Helden) zum Thema Gerechte unter den Völkern gemeinsam mit dem Auschwitz Jewish Center in Oświęcim konzipiert.[5] Diese ist inzwischen in 6-facher Ausführung wird in Polen, England und Nordamerika ausgestellt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Es werden Ausflüge und Führungen nach Auschwitz/Birkenau, sowie Treffen mit Überblendenden und Gerechten unter den Völkern, und Führungen durch Kazimierz, dem historischem jüdischen Viertel Krakaus, organisiert. Das Museum bietet außerdem viele Projekt für Schulgruppen. Es finden außerdem kulturelle Veranstaltung im Museum statt, wie ein Treffen mit dem örtlichen Rabbi, Konzerte oder Buchlesungen. Außerdem zelebriert die progressive jüdische Gemeinde Krakaus "Bait Krakow", fast jeden Freitagabend im Museum ihren Gottesdienst.[1]

Klezmer Konzert (2009)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Galicia Jewish Museum, Annual Report 2012
  2. Chris Schwarz, 59, Dies; Photographer Who Honored Polish Jews, New York Times, 8. August 2007
  3. Galicia Jewish Museum, Kraków, appoints new Director
  4. http://www.en.galiciajewishmuseum.org/
  5. Polnische Helden: Sie retteten Juden (Jüdisches Zentrum in Oświęcim/Auschwitz)

Weblinks[Bearbeiten]

50.05083888888919.949647222222Koordinaten: 50° 3′ 3″ N, 19° 56′ 59″ O