Galina Pawlowna Wischnewskaja

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Wischnewskaja (2008)
Wischnewskaja 1965 mit ihrem Gatten Mstislaw Rostropowitsch

Galina Pawlowna Wischnewskaja (russisch Гали́на Па́вловна Вишне́вская, wiss. Transliteration Galina Pavlovna Višnevskaja; * 25. Oktober 1926 in Leningrad; † 11. Dezember 2012 in Moskau) war eine russische Sopranistin (lyrischer bis dramatischer Sopran, ursprünglich Operettensopran). Sie war seit 1955 die Gattin des Cellisten und Dirigenten Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch, mit dem sie zwei Töchter hatte.

Leben[Bearbeiten]

Wischnewskaja debütierte 1944 in Leningrad an der Operette, erfuhr Durchbruch und Wandel jedoch 1952 als Leonore in Fidelio am Bolschoi-Theater. In den 1960er und 1970er Jahren trat sie international in lyrischen (Liù in „Turandot“) und dramatischen Rollen (Tosca in „Tosca“) auf und erschien in zahlreichen Aufnahmen, unter anderem als Marina in „Boris Godunow“ unter Herbert von Karajan. Nachdem sie sich für Alexander Solschenizyn eingesetzt hatten, verließen sie und ihr Gatte 1974 die Sowjetunion, 1978 wurde beiden die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt, 1990 wurde das von der russischen Regierung rückgängig gemacht.

1979 nahm sie unter der Leitung Rostropowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ ihres gemeinsamen Freundes Schostakowitsch in der Originalfassung auf. 1982 erfolgte ihr Abschied von der Bühne an der Pariser Oper. Wischnewskaja wurde hauptsächlich mit zwei Rollen identifiziert: Tatjana in „Eugen Onegin“ und Natascha in „Krieg und Frieden“, die sie beide ebenfalls aufnahm. Als Filmschauspielerin war sie unter anderem an Michail Schapiros Opernverfilmung Katerina Ismailowa (1966) und Alexander Sokurows Drama Alexandra (2007) beteiligt, in denen sie jeweils die Titelrolle verkörperte. Der letztgenannte Film, der von einer alten Frau handelt, die nach Tschetschenien reist, um ihren dort stationierten Enkel wiederzusehen, war 2007 im Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Cannes vertreten.

Der französische Komponist Marcel Landowski widmete ihr nach ihrer gleichnamigen Autobiografie die Oper „Galina“, die 1996 in der Opéra National de Lyon uraufgeführt wurde.

Wertschätzung[Bearbeiten]

Zusammen mit Irina Konstantinowna Archipowa galt Wischnewskaja als bedeutendste sowjetische Opernsängerin ihrer Generation. Dmitri Schostakowitsch dachte ihr den Sopranpart seiner 14. Sinfonie sowie seinen ihr gewidmeten Sieben Romanzen nach Worten von A. Blok zu, sein Freund Benjamin Britten den Sopranpart in seinem War Requiem.

Literatur[Bearbeiten]

Autobiografie (das Original erschien in russischer Sprache):

  • Galina Wischnewskaja: Galina, Lübbe, Bergisch Gladbach 1986, (neue) ISBN 978-3-7857-0433-2
  • als Taschenbuch: Galina. Erinnerungen einer Primadonna, Piper, München 1993, ISBN 978-3-492-28243-7
  • Karl Josef Kutsch; Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Dritte Auflage, Berlin 2000, S. 26055ff

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Galina Pawlowna Wischnewskaja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien