Galinder

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Galinder (leuchtend grün,) und andere baltische Stämme um 1200
Galinder (hellgrau) und prußische Stämme

Die Galinder (lateinisch Galindi, Galindite, griechisch Γαλίνδαι, Galindai, prußisch Galindis, litauisch Galindas, englisch Galindians) waren ein westbaltischer Stamm im Südwesten des ehemaligen Ostpreußen, im Nordosten des heutigen Polen.

Galindos finden sich spätestens seit dem 8. Jahrhundert auch auf der Iberischen Halbinsel, Goljad spätestens seit dem 4. Jahrhundert in der Gegend von Moskau.

Name[Bearbeiten]

Der Name leitet sich wahrscheinlich aus dem Baltischen her, vgl. litauisch galas, lettisch gals Ende.
Ob es einen Zusammenhang mit litauisch galìngas mächtig gibt, ist unklar.

Antike Galindai[Bearbeiten]

Claudius Ptolemäus erwähnt in sener Geographike Hyphegesis bereits im 2. Jahrhundert einen Stamm der Galindai (Γαλίνδαι) [1], gemeinsam mit Sudinai (Sudauern) bei den Venetae (Venetern), also östlich der Weichsel.

Galindos an den Pyrenäen[Bearbeiten]

Galindos scheinen im Zuge der Völkerwanderung mit anderen germanischen Stämmen wie den Goten von der Weichsel auf die Iberische Halbinsel gezogen zu sein. Paulus Diaconus erwähnt in seiner Historia Langobardorum um 790 dort Golanda. Der Personenname Galindo ist spätestens seit dem 9. Jahrhundert nachzuweisen, z.B. bei als Vorname des heiligen Bischofs Prudentius von Troyes (846- 861) und den Grafen Galíndez von Aragón[2] und ist bis heute gebräuchlich, ebenso gibt es Orts- und Gewässernamen (Rio Galindo) auf Galind-.

Galindi im späteren Masuren[Bearbeiten]

Peter von Duisburg erwähnt in seiner Chronica Terrae Prussiae die Galindite erstmals für das Jahr 1231. Sie werden erst Ende des 13. Jahrhunderts vom Deutscher Orden unterworfen.

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Noch im 19. Jahrhundert gibt es Galinder in Ostpreußen.

Goljad in Russland[Bearbeiten]

In altrussischen Chroniken taucht für das Jahr 1058 erstmals ein Stamm der Goljad (голядь) auf. Dieser Stamm lebte in der Umgebung von Moskau. Sein Name wird auf die Galinder zurückgeführt und er gilt als baltischer Stamm. Seine Spuren lassen sich noch bis in das 19. Jahrhundert verfolgen[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Gerullis: Die altpreußischen Ortsnamen. Berlin 1922

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Ptol. 3.5.9.
  2. Bojtár, Endre, A Cultural History of the Baltic People, Central European University Press 1999, S. 108-111
  3. R. Wixman: The peoples of the USSR - An Ethnographic Handbook. New York 1984