Galla (Ehefrau Theodosius’ I.)

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Galla († 394) war eine spätantike römische Kaiserin. Als Tochter Valentinians I. und Frau Kaiser Theodosius’ I. war sie ein Bindeglied zwischen der valentinianischen und der theodosianischen Dynastie.

Galla wurde als jüngste Tochter Valentinians und der Justina geboren. Ihre älteren Geschwister waren Valentinian und die beiden Mädchen Iusta und Grata.[1] Nach dem Tod von Gallas Vater 375 wurde ihr Bruder, zu dieser Zeit noch ein Kind, als Valentinian II. zum Kaiser erhoben. Er residierte mit seiner Familie meist in Mediolanum (Mailand). Als 387 der Usurpator Magnus Maximus in Italien einmarschierte, musste Galla mit ihrer Familie nach Thessalonike fliehen.[2] Dort begegnete sie Kaiser Theodosius, dessen Frau Aelia Flaccilla kurz zuvor gestorben war. Valentinian nahm ihm das Versprechen ab, den Usurpator Maximus anzugreifen, und verheiratete ihn im Gegenzug mit seiner Schwester Galla.[3] Zosimos, ein Geschichtsschreiber der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts, berichtet, Galla habe dank ihrer besonderen Schönheit einigen Einfluss auf ihren Mann ausgeübt.[4] Dadurch sei sie in Konflikt mit ihrem Stiefsohn Arcadius gekommen, dem Sohn der Flaccilla, der sie 390 in Abwesenheit seines Vaters sogar aus dem Palast in Konstantinopel werfen ließ.[5] Als ihr Bruder Valentinian II. 392 starb, war Galla zutiefst erschüttert.[6] Sie gebar ihrem Mann eine Tochter, Galla Placidia, die später eine bedeutende Kaiserin wurde. Nach einer weiteren Schwangerschaft starb Galla 394.[7]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Zosimos 4,43,1; Sokrates Scholastikos 4,31,17; Philostorgios 9,16; Jordanes, Römische Geschichte 311; Zonaras 13,15,9; Paulus Diaconus, Römische Geschichte 12,7; Johannes von Antiochia, Fragmente 187.
  2. Zosimos 4,43,1.
  3. Zosimos 4,44,2–4; Jordanes, Römische Geschichte 311; Zonaras 13,18,18; Sokrates Scholastikos 4,31,17–18; Philostorgios 10,7.
  4. Zosimos 4,44,2–4; 4,55,1
  5. Marcellinus Comes sub anno 390.
  6. Zosimos 4,55,1; Johannes von Antiochia, Fragmente 187.
  7. Zosimos 4,57,3; Johannes von Antiochia, Fragmente 187.