Gallium(III)-fluorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Gallium(III)-fluorid
__ Ga3+     __ F
Allgemeines
Name Gallium(III)-fluorid
Andere Namen
  • Galliumfluorid (mehrdeutig)
  • Galliumtrifluorid
Verhältnisformel GaF3
CAS-Nummer
  • 7783-51-9
  • 22886-66-4 (Trihydrat)
PubChem 82211
Kurzbeschreibung

farbloser geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 126,718 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,47 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

800 °C[3]

Siedepunkt

> 1000 °C[3]

Löslichkeit

sehr wenig löslich in Wasser (24 mg·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​332
P: 280 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 20/21/22
S: 36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Gallium(III)-fluorid ist eine chemische Verbindung des Galliums aus der Gruppe der Fluoride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Gallium(III)-fluorid kann durch Reaktion von Gallium mit Fluorwasserstoff gewonnen werden.[1]

\mathrm{ 2 \ Ga + 6 \ HF \longrightarrow 2 \ GaF_3 + 3 \ H_2}

Auch die Herstellung durch Thermolyse von Ammoniumfluorogallat in einem Fluorgasstrom ist möglich.[1]

\mathrm{(NH_4)_3[GaF_6] \longrightarrow GaF_3 + 3 \ NH_4F}

Das Trihydrat GaF3·3H2O lässt sich durch Reaktion von Gallium(III)-hydroxid oder Gallium(III)-oxid mit Fluorwasserstoff gewinnen.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Gallium(III)-fluorid ist ein farbloser Feststoff, der gegen kaltes und heißes Wasser beständig ist. In Wasser ist Gallium(III)-fluorid (im Gegensatz zu seinem Trihydrat) sehr wenig löslich. Es lässt sich in einer Stickstoff-Schutzatmosphäre oberhalb von 800 °C unzersetzt sublimieren. Durch Entwässern von Trihydrat lässt sich weder an Luft, noch im Vakuum, noch in einem Fluorgasstrom oxidfreies Gallium(III)-fluorid herstellen.[1] Gallium(III)-fluorid besitzt analog zu Aluminiumfluorid eine polymere Kristallstruktur die einer verzerrten Rhenium(VI)-oxid Struktur gleicht. Sie bildet wie Aluminiumoxid Komplexverbindungen.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Gallium(III)-fluorid wird zur Herstellung von Fluorgallatgläsern für optische Zwecke verwendet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie, Band 1, S. 239; ISBN 3-432-02328-6.
  2. a b c d e Datenblatt Gallium(III)-fluorid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. Dezember 2010 (PDF).
  3. a b Datenblatt Gallium(III)-fluorid bei AlfaAesar, abgerufen am 23. Dezember 2010 (JavaScript erforderlich).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b Arnold F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie, S. 1096; ISBN 978-3-11-012641-9.