Galtgarben

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Galtgarben
Winter am Galtgarben

Winter am Galtgarben

Höhe 111 m
Lage Russland
Koordinaten 54° 48′ 0″ N, 20° 15′ 0″ O54.820.25111Koordinaten: 54° 48′ 0″ N, 20° 15′ 0″ O
Galtgarben (Oblast Kaliningrad)
Galtgarben
Gestein Glaukonit

Der Galtgarben ist mit 111 m der höchste Punkt des Alkgebirges im Samland und liegt im heutigen Rajon Selenogradsk. Im Winter wird er seit Ende der 1920er Jahre zum Skifahren genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Zunächst noch mit den Bürgern Königsbergs begingen die Studenten der Albertus-Universität Königsberg auf dem Galtgarben Gedenkfeiern an die Befreiungskriege, 1817 an die Völkerschlacht bei Leipzig und ab dem 18. Juni 1818 an die Schlacht bei Belle-Alliance.[1] Die Königsberger Studentenschaft feierte dort bis 1939 die sommerlichen Sonnenwendfeste und später die Palästrafeste.

Zu Ehren der siegreichen Ostpreußischen Landwehr wurde auf dem Gipfel das Landwehrkreuz errichtet. Der Kriegsrat Johann Georg Scheffner hatte es initiiert. Noch lange waren Reste einer prussischen Fliehburg zu erkennen.[2] Mit Beginn der skitouristischen Nutzung Ende der 1920er Jahre wurde die Ostpreußenschanze errichtet. Zu Beginn der Schlacht um Ostpreußen (Januar 1945) sprengte sich die letzte deutsche Truppeneinheit im Bismarckturm in die Luft.[3]

Literarisches[Bearbeiten]

Wegen der nach den Karlsbader Beschlüssen noch immer laufenden Demagogenverfolgung hatte das Galtgarbenfest vom 18. Juni 1822 die Verfolgung auch von Königsberger Studenten zur Folge.[4] Während dieser Feier wurde erstmals das Galtgarbenlied gesungen:[5]

Nun so sei der Bund gemacht!
Heilig diese Stunde!
Und die sternenhelle Nacht
Leuchte unserm Bunde!
Unsern Bund trennt nicht der Tod,
Kein Geschick und keine Not
Soll unsre Freundschaft stören!
Einst werden wir uns wiedersehn
Und fester stehn
Und unsern Bund erneuern.

Die letzten drei Zeilen des Lieds wurden auf studentischen Leichenbegängnissen zitiert. Nach 1918 waren sie nur noch bei Masovia Brauch; von jeher stehen sie seinem Mitgliederverzeichnis voran.[3][6]

In ihrem geschichtlichen Roman Das Taubenhaus berichtet Erminia von Olfers-Batocki über ein Galtgarbenfest im Jahre 1832.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Herbert Kühn: Studenten in Königsbergs Gassen. Von flotten Burschen, bandlosen „Kamelen“ und übermütigen Streichen. Ostpreußenblatt, 2. Juni 1956, S. 10
  2. Siegfried Schindelmeiser: Die Albertina und ihre Studenten 1544 bis WS 1850/51, Bd. 1 der zweibändigen Neuausgabe. München 2010, ISBN 978-3-00-028704-6
  3. a b Hans Lippold in einem Brief an Ludwig Denecke vom 12. Dezember 1967
  4. Eduard Loch: 1818-1830 Kränzchen, Landsmannschaften Corps, in Rüdiger Döhler: Corps Masovia. München 2005, S. 37 ff.
  5. Ludwig Clericus: Liederbuch der Albertina, Königsberg 1850 (neu herausgegeben von Eduard Loch als unveränderter Nachdruck, Königsberg 1934)
  6. Verzeichnis sämtlicher Mitglieder des Corps Masovia 1823 bis 2005. Potsdam 2006

Weblinks[Bearbeiten]