Galyani Vadhana

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Galyani Vadhana

Prinzessin Galyani Vadhana, Fürstin von Narathiwat (Thai: กัลยาณิวัฒนา, RTGS: Kanlayani Watthana, Aussprache: [kanláʔjaːníʔ wáttʰáʔnaː]; * 6. Mai 1923 in London; † 2. Januar 2008 in Bangkok), war ein Mitglied der thailändischen Königsfamilie und die einzige Schwester von König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.). Ihr formaler Name und Titel war Somdet Phra Chao Phinang Thoe Chao Fa Galyani Vadhana Kromma Luang Narathiwat Ratchanakharin (สมเด็จพระเจ้าพี่นางเธอ เจ้าฟ้ากัลยาณิวัฒนา กรมหลวงนราธิวาสราชนครินทร์, Aussprache: [sŏmdèt pʰráʔt͡ɕâw pʰîːnaːŋtʰɤː t͡ɕâwfáː kanláʔjaːníʔ wáttʰáʔnaː krommáʔlŭaŋ náʔraːtʰíʔwâːt râːtt͡ɕʰáʔnáʔkʰáʔrin], etwa: Ihre königliche Hoheit Prinzessin Galyani Vadhana).

Biographie[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges heiratete die Prinzessin Oberst Aram Rattanakun Seri Roeng-rit (Thai: พันเอก อร่าม รัตนกุล เสรีเริงฤทธิ์), den thailändischen Militärattaché in der Schweiz. Sie wurden Eltern einer Tochter, Thanpuying Dhasanawalaya Sornsongkram (Thai: ท่านผู้หญิง ทัศนาวลัย ศรสงคราม). 1950 ließ sich das Paar scheiden. Die Prinzessin war ab 1969 in zweiter Ehe mit Prinz Varananda Dhavaj (Thai: พระวรวงศ์เธอ พระองค์เจ้า วรานนท์ธวัช) verheiratet, der 1990 starb.

Unter der Aufsicht der Prinzessin wurden Projekte in den Bereichen Kunst und Sport gefördert. Die Prinzessin war Mäzen verschiedener Stiftungen für klassische Musik. Da sie ihre Studienzeit in der Schweiz verbrachte, sprach sie fließend Deutsch und Französisch. Sie schrieb Bücher und Gedichte und übersetzte einige französische Bücher in die thailändische Sprache.

Im Juni 2007 wurde die Prinzessin ins Siriraj-Krankenhaus gebracht, wo bei ihr Krebs diagnostiziert wurde. Im Oktober berichteten die Ärzte, dass sie einen Infarkt in der linken Gehirnhälfte erlitten habe. Sie verstarb am 2. Januar um 2.54 Uhr im Siriraj-Krankenhaus. Für den gesamten Palast, alle Angestellten des Hofes und alle öffentlich Bediensteten wurde von König Bhumibol Adulyadej ab dem Todestag eine hunderttägige Trauerphase angeordnet. Die Flaggen an allen öffentliche Gebäuden wurden für zwei Wochen auf Halbmast gesetzt. Das Innenministerium bat alle Vergnügungstätten, ihr Programm für 15 Tage einzustellen.

Begräbnisfeier[Bearbeiten]

Das Königliche Krematorium
Die Prozession für die Goldene Urne von Princessin Galyani Vadhana

Man schätzt, dass die Feierlichkeiten zur Einäscherung von Prinzessin Galyani 300 Millionen Baht (etwa sechs Millionen Euro) gekostet haben. Es war das erste Staatsbegräbnis seit dem Tod von Srinagarindra, der Mutter von König Bhumibol, das 1996 stattgefunden hatte. Während der 62-jährigen Herrschaft von König Bhumibol ist ein Staatsbegräbnis nur vier Mal veranstaltet worden.

Das Krematorium ist ein 40 Meter hoher Bau in traditionellem Thai-Stil, der an den Berg Meru, die Achse der Welt erinnern soll. Er wurde auf dem Sanam Luang während der letzten sieben Monaten zusammen mit zahlreichen Pavillons errichtet und mit Blumen, Girlanden und Statuen mythologischer Wesen dekoriert. [1] Nach den Feiern werden alle Gebäude wieder abgerissen.

Die Zeremonien zum Begräbnis der Prinzessin gaben einen seltenen Einblick in die Traditionen des Hauses von Chakri, die noch aus der Zeit des Königreichs Ayutthaya stammen[2], deren Ursprünge jedoch im hinduistischen Indien vor etwa 1000 Jahren zu suchen sind, als Könige noch für Reinkarnationen oder Nachkommen von Gottheiten gehalten wurden.

Die offiziellen Begräbnisfeiern begannen am Freitag, 14. November 2008 im Großen Palast in Bangkok und endeten am 19. November 2008, nachdem die Asche von Prinzessin Galyani im Wat Ratchabopit in der Nähe des Palastes in der königlichen Gruft beigesetzt wurden.

Am Samstag wurden die sterblichen Überreste der Prinzessin von der Thronhalle Phra Thinang Dusit Maha Prasat im Großen Palast, wo sie seit ihrem Tode aufgebahrt war, in drei großen Prozessionen zum Krematorium auf dem Sanam Luang begleitet. In der ersten Prozession brachten 668 Soldaten die Urne aus Sandelholz [3] von einem Nebeneingang des Großen Palastes bis zur Thanon Sanam Chai (Sanam-Chai-Straße). [4] Dort wurde die Urne auf einen goldenen, historischen Zeremonienwagen umgebettet, der den Namen Phra Maha Phichai Ratcharot trägt und etwa 14 t wiegt. [5] Der Wagen wurde sodann in der zweiten Prozession von insgesamt 2746 Soldaten, Musikern, Trommlern, Schirmträgern und Brahmanen zum Sanam Luang begleitet. Mit der letzten Prozession brachten 373 Männer die Urne vom Rande des Sanam Luang nach einer dreimaligen zeremoniellen Umrundung bis in das Königliche Krematorium.

Gegen 22 Uhr begann die eigentliche Feuerbestattung. König Bhumibol zusammen mit Königin Sirikit spendeten zuerst safranfarbene Roben an 30 Mönche, die während der bisherigen Feierlichkeiten buddhistische Sutren rezitiert hatten. Vom Königlichen Pavillon aus präsidierten sie über die Zeremonie, die vom Kronprinzen Maha Vajiralongkorn und Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn im Krematorium durchgeführt wurden, während zehn Mönche Sutren rezitierten. Zur gleichen Zeit fanden im ganzen Land ähnliche Feiern statt, die oft in königlichen Tempeln abgehalten wurden. Hierbei wurden symbolisch tausende Blumen aus wohlriechendem Sandelholz verbrannt.

Am Sonntag 16. November 2008 wurde unter Vorsitz von König und Königin vom Kronprinzen Maha Vajiralongkorn die Goldene Urne mit der Königlichen Asche und den Reliquien gefüllt. In einer weiteren Prozession wurde anschließend die Urne, begleitet von 822 Soldaten, Musikern und Brahmanen vom Krematorium in den Großen Palast begleitet. In der Dusit Maha Prasat Thronhalle wird sie erneut auf einem Thron aufgebahrt. [6]

In den folgenden Tagen werden verschiedene weltliche und religiöse Zeremonien in der Thronhalle abgehalten, bevor die Goldene Urne am Nachmittag des 19. November in einer Prozession zum Wat Ratchabophit Sathit Maha Simaram gebracht wurde. König Bhumibol und Königin Sirikit bestatten die Urne anschließend auf dem dortigen Königlichen Friedhof im Rangsi-Vadhana-Mausoleum. [7]

Literatur[Bearbeiten]

  • H.G. Quadritch Wales: Siamese State Ceremonies. London 1931, Reprint by Curzon Press, Richmond 1992, ISBN 0-7007-0269-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung des Königlichen Krematoriums (in Englisch) letzter Abruf am 19. November 2008
  2. Ancient Royal Traditions, (Internet Archives) letzter Aufruf am 7. März 2014.
  3. Beschreibung der Königlichen Urnen (in Englisch) letzter Abruf am 19. November 2008
  4. Ablauf der einzelnen Prozessionen, im Internet Archive; englisch, abgerufen am 7. März 2014
  5. Beschreibung des Zeremonienwagens (in Englisch) letzter Abruf am 19. November 2008
  6. Beschreibung der Zeremonien am Sonntag (Internet Archives; in Englisch) letzter Abfruf am 7. März 2014
  7. Kurze Beschreibung des Rangsi Vadhana Memorials (Internet Archives; in Englisch) letzter Abfruf am 7. März 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Die Kremation von Prinzessin Galyani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien