Gametogenese

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Als Gametogenese (auch Gametenbildung, Keimzellentwicklung) wird die Entwicklung der Gameten oder Keimzellen aus den Urkeimzellen bezeichnet.

Zunächst wandern bei den Säugetieren die in der Embryonalphase gebildeten Urkeimzellen aus dem Darm des Embryos in die sich ausbildenden Gonadenanlagen ein. Beim Menschen sind dies die weiblichen Eierstöcke und die männlichen Hoden. Danach und somit bereits vor der Geburt beginnt die Gametogenese.

Oogenese und Spermatogenese[Bearbeiten]

Bei Vielzellern tragen Körperzellen alle Chromosomen doppelt in sich (diploider Chromosomensatz). Damit nach einer Befruchtung die resultierende Zelle ebenfalls nur einen zweifachen Chromosomensatz enthält, ist die wichtigste Aufgabe der Gametogenese die Reduktion auf einen einfachen Chromosomensatz (haploider Chromosomensatz). Hierzu ist eine sogenannte reduzierende Teilung, die Meiose notwendig, in der aus dem Gamont in mehreren Schritten die Gameten werden. Im weiblichen Organismus bilden sich durch die Oogenese die Eizellen, im männlichen Organismus im Rahmen der Spermatogenese bzw. Spermiogenese die Spermien.

Gametopathie[Bearbeiten]

Als Gametopathie oder Keimzellenschädigung werden angeborene Erkrankungen oder Fehlbildungen bezeichnet, die durch eine Störung in der Entwicklung der Keimzellen (Gameten) verursacht werden. Es handelt sich also um Defekte, die bereits in der zur Befruchtung führenden Eizelle oder Samenzelle vorhanden sind. Dabei handelt es sich entweder um Defekte, die im Rahmen der Meiose aufgetreten sind, oder um Spontanmutationen von Genen. Einen angeborenen Defekt, dessen Ursache nicht in den Gameten, sondern in der späteren Entwicklung des Fötus liegt, nennt man Fetopathie.
Trennt sich beispielsweise ein Chromosom in der Meiose nicht, ist es in der einen Folgezelle doppelt vorhanden, in der anderen gar nicht. In letzterem Fall geht die Folgezelle meist zugrunde. Verschmelzen nun bei der Befruchtung zwei Gameten, von denen eine ein doppeltes Chromosom enthält, ist dieses Chromosom in allen Folgezellen dreifach vorhanden, was zu schwerwiegenden Störungen führen kann.
Beispiele für eine Gametopathie durch fehlerhafte Chromosomenteilung sind Trisomie 21 (Down Syndrom) und Turner-Syndrom.

Quellen[Bearbeiten]

  • Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Mannheim 1973.
  • G. Czihak, H. Langer, H. Ziegler (Hrsg.): Biologie: ein Lehrbuch. Springer, Heidelberg 1990, ISBN 3-540-18348-5
  • H. Bayrhuber, U. Kull (Hrsg.): Linder Biologie Schroedel, Hannover 1989, 20. Auflage, ISBN 3-507-02347-4