Gamsbart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Trachtenhut mit Gamsbart
Fächerartig gesteckter Gamsbart aus dem Ennstal, um 1850, Lith. Franz Gerasch

Der Gamsbart (auch Gämsbart) ist ein zur Tracht gehörender, in Teilen Österreichs und Altbayerns gebräuchlicher Hutschmuck bei Männern.

Er wird aus den Rückenhaaren („Aalstreif“) erwachsener Gamsböcke büschelförmig oder auch fächerartig[1] gebunden, die wegen der Fellbeschaffenheit überwiegend von Tieren stammen, die zum Winter hin erlegt werden. Die hellen Spitzen, der sogenannte „Reif“, sind bei echtem Gamshaar nur wenige Millimeter lang. Gamsbärte, insbesondere große Exemplare, sind recht teuer; günstiger, aber trotzdem weniger verbreitet ist ein Hirschbart, bei dem der „Reif“ bis zu 2 cm lang sein kann. In manchen Regionen werden auch Wildhaarbärte aus Dachs-, Tahr- oder Wildsauhaaren gewonnen.

Das Wildhaarbartbinden gilt als hohe Kunst. Für eine Vielzahl von Arbeitsgängen vom Ausrasieren der Haare über das Waschen und Rupfen bis hin zum Binden werden mehrere Stunden benötigt. Neben professionellen Gamsbartbindern betreiben auch einige Jäger das Gamsbartbinden. Je nach Fähigkeiten und Fertigkeiten des Binders werden für einen Bart Haare von ein bis zu zehn Gämsen verarbeitet. Unter den Wildhaarbartbindern werden jährlich entsprechende Vergleichswettbewerbe ausgetragen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bertl Lahnsteiner: Wildbärte. Vom Rupfen bis zum Binden. Stocker, Graz u. a. 2009, ISBN 978-3-7020-1219-9, (Jagdsachbuch).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steirisches Trachtenbuch, Mautner/Geramb 1935, Band 2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gamsbart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gamsbart – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Gamsbart-Olympiade auf BR-Online