Gangut (1911)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flagge
Gangut battleship.jpg
Übersicht
Typ Schlachtschiff
Namensgeber Seeschlacht von Gangut
Bauwerft

Admiralitätswerft, St. Petersburg

Bestellung 1908
Kiellegung 15. Juni 1909
Stapellauf 7. Oktober 1911
Indienststellung Januar 1915
Technische Daten
Verdrängung

Neubau:

  • Konstruktion: 23.000 ts
  • maximal: 25.850 ts

nach Umbau:

  • Standard: 23.256 ts
  • maximal: 26.692 ts
Länge

Neubau:
Wasserlinie: 179,8 m
über alles: 182,9 m
nach Umbau:
Wasserlinie: 181 m
über alles: 184,8 m

Breite

26,9 m

Tiefgang

Neubau: 8,3 m
nach Umbau: 9,5 m

Besatzung

1.125 Mann

Antrieb
Geschwindigkeit

max. 23,4 kn

Reichweite

4.000 sm bei 16 kn

Bewaffnung

12 × 305-mm-L/52-SK
16 × 120-mm-L/50-SK
6 × 75-mm-L/30,5-Flak
6 × Unterwasser-Torpedorohre Ø 457 mm
ab Umbau:
6 × 45-mm-L/46-Flak
24 × 12,7-mm-Fla-MG
(in Vierlingslafetten)

Oktjabrskaja Revoljuzija (ex. Gangut) nach erfolgtem Totalumbau in der Zwischenkriegszeit

Die Gangut war das Typschiff einer Klasse von vier Linienschiffen der kaiserlich-russischen Marine. Sie war benannt nach der Seeschlacht von Hanko (russisch: Gangut) im Jahre 1714.

Schwesterschiffe waren die Petropawlowsk, die Sewastopol und die Poltawa. Die vier waren die ersten russischen Dreadnoughts. Da russische Werften wenig Erfahrung mit dem Bau moderner Großkampfschiffe hatten, die Duma aber Gelder nur zum Bau auf russischen Werften bewilligte, wurden italienische, deutsche (Blohm & Voss) und schottische Entwürfe angefordert, was letztendlich zu einem recht eigenwilligen Design, an die italienische Dante-Alighieri-Klasse angelehnt, führte. Die Schiffe hatten einen Eisbrecherbug, und zwei der vier Türme waren mittschiffs vor und hinter dem zweiten Schornstein. Der Bau der Schiffe dauerte sehr lange, da Russland Schwierigkeiten hatte, den benötigten Stahl in ausreichender Menge herzustellen.

Die Gangut wurde am 3. Juni 1909 in St. Petersburg auf Kiel gelegt, am 24. September 1911 vom Stapel gelassen und im Dezember 1914 fertiggestellt. Während des Ersten Weltkrieges diente die Gangut in der Baltischen Flotte, aus ihrem Heimathafen Helsingfors (Helsinki) – ohne je an größeren Operationen beteiligt zu sein. Das Schiff nahm 1918 am sogenannten Eismarsch der Baltischen Flotte teil.

Nach dem Kriegsende in die sowjetische Marine übernommen, wurde sie am 27. Juni 1925 in Oktjabrskaja Revoljuzija (Oktoberrevolution) umbenannt und erheblich modernisiert. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 wurde das Schiff von Tallinn zunächst nach Kronstadt und dann Ende September nach Leningrad verlegt, wo es seine schwere Artillerie zur Verteidigung der belagerten Stadt einsetzte.

Am 22. Juli 1944 wurde das Schiff mit dem Roten-Banner-Orden geehrt und hieß seitdem Rotbanner-Schlachtschiff Oktoberrevolution.

Von 1954 bis 1956 diente die Oktjabrskaja Revoljuzija noch als Schulschiff, ehe sie außer Dienst gestellt und schließlich 1959 abgewrackt wurde. Anker und Fla-Geschütze stehen seitdem als Denkmäler im Stadtpark von Kronstadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970, J. F. Lehmanns Verlag, München 1970, ISBN 3-88199-474-2.