Ganhar a Vida

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Filmdaten
Originaltitel Ganhar a Vida
Produktionsland Portugal
Originalsprache Portugiesisch, Französisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 115 Minuten
Stab
Regie João Canijo
Drehbuch João Canijo
Pierre Hodgson
Celine Pouillon
Produktion Paulo Branco
Musik Alexandre Soares
Kamera Mário Castanheira
Schnitt João Braz
Besetzung

Ganhar a Vida (Portugiesisch für: Das Leben verdienen) ist ein Spielfilm des portugiesischen Regisseurs João Canijo aus dem Jahr 2001.

Handlung[Bearbeiten]

Cidália ist 36 Jahre alt und lebt seit vielen Jahren mit ihrem Mann Adelino und ihren zwei Kindern, neben ihrer Schwester Celestina, in einem Vorort von Paris. Ihr Leben besteht aus viel Arbeit, Sparsamkeit und Sorgen. Die portugiesische Gastarbeiter-Gemeinschaft bemüht sich um Unauffälligkeit und tröstet sich über die Tristesse des Alltags mit einigen bescheidenen Freizeitvergnügen, die häufig die kollektive Sehnsucht nach der Heimat stillen sollen. Die Nachwuchsgeneration indes steht zwischen den Stühlen, wird mit Drogen und Kriminalität konfrontiert, und blickt der Zukunft entsprechend nüchtern entgegen, ohne rechten Bezug zu Portugal zu entwickeln. Eines Nachts wird Cidálias ältester Sohn von der Polizei erschossen. Cidálias Schmerz wird von der wachsenden Wut begleitet, die die offiziellen Erklärungen des Vorfalls bei ihr auslösen. Vom Verlust jeden Lebenssinns bedroht, beginnt sie sich neu auszurichten und wehrt sich gegen die fügige Apathie und das zwanghafte Schweigen ihrer Landsleute.[1]

Die Darsteller[Bearbeiten]

Mit Ganhar a Vida kehrte Hauptdarstellerin Rita Blanco nach einer Reihe leichter Fernsehproduktionen zurück zur anspruchsvollen Schauspielerei, mit ihrer in jeder Hinsicht überzeugend gespielten Rolle der vom Schicksal getroffenen Cidália in ihrem einfachen und tristen Leben. An der Seite der ebenso überzeugenden Mitspieler, insbesondere Teresa Madruga und Adriano Luz, nimmt Rita Blanco den Zuschauer gefangen. Ihre Darstellung zeigt eine einfache, zunehmend wütende, jedoch von Erziehung und Umfeld behinderte Mutter. Der atmosphärisch dichte Film zeichnet sich auch abseits der Hauptrolle durch eindringlich gespielte Rollen angepasster, dabei seltsam ungebrochen gebliebener Menschen in ihrer tristen Umgebung aus.[2]

In Portugal wurde Rita Blanco für ihre Schauspielleistung in Ganhar a Vida mit einem Globo de Ouro ausgezeichnet.[3]

Zwölf Jahre später spielte sie dann erneut die Rolle einer portugiesischen Gastarbeiter-Mutter in Frankreich. Anders als Ganhar a Vida war Portugal, mon amour 2013 eine besinnlich-heitere, kommerziell ausgesprochen erfolgreiche, französisch-portugiesische Gemeinschaftsproduktion.

Rezeption[Bearbeiten]

Ganhar a Vida war der erste portugiesische Spielfilm, der sein Augenmerk auf die portugiesischen Einwanderer in Frankreich legte. Paris gilt nach Lissabon und noch vor Porto als zweitgrößte portugiesische Stadt, gemessen an der Anzahl portugiesischer Bewohner. Trotzdem weiß die Öffentlichkeit in Portugal nur wenig über die Lebenswirklichkeit der ausgewanderten Landsleute. Dies ist auch Ergebnis des kollektiven Bemühens der Ausgewanderten, in ihrem Gastland nicht aufzufallen und einen bescheidenen Wohlstand daheim zu erarbeiten. Der Film zeigt den Alltag und die internen Zwänge und Dilemmata der portugiesischen Einwandererfamilien. Erst das tragische Schicksal ihres Sohnes bringt Cidália schließlich gegen die stillschweigenden und angepassten Konventionen auf.

Der Film lief auf einer Reihe internationaler Filmfestivals, darunter 2001 in der Wettbewerbssektion Un Certain Regard der Filmfestspiele von Cannes.[4]

2004 erschien der Film als DVD in Portugal, bei Lusomundo.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ganhar a Vida der Film auf www.cinema.sapo.pt, abgerufen am 5. November 2013
  2. Jorge Leitão Ramos: Dicionário do Cinema Português. 1989-2003. 1.Auflage, Editorial Caminho, Lissabon 2006, S.266ff (ISBN 972-21-1763-7)
  3. Auszeichnungen des Films in der Internet Movie Database, abgerufen am 5. November 2013
  4. Ganhar a Vida beim Filmfestival Cannes 2001, abgerufen am 5. November 2013