Garachico

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Gemeinde Garachico
Marktplatz
Marktplatz
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von Garachico
Garachico (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Insel: Teneriffa
Koordinaten 28° 23′ N, 16° 45′ W28.375-16.7510Koordinaten: 28° 23′ N, 16° 45′ W
Höhe: 10 msnm
Fläche: 29,28 km²
Einwohner: 5.086 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 173,7 Einw./km²
Postleitzahl: E–38450
Gemeindenummer (INE): 38015 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Ramón Miranda Adán (CC) (Stand 2005)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Plaza la Libertad, 1
38450 Garachico
Lage der Gemeinde
TF Garachico.png
Castillo de San Miguel
Meerwasserschwimmbad

Garachico ist eine Stadt im Nordwesten der Kanareninsel Teneriffa mit 5086 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) und mit Santa Cruz de Tenerife über die Straße Buenavista del Norte - Icod de los Vinos und TF-42 verbunden. Die Stadt nennt sich selbst weiterhin auch nach der alten Bezeichnung Villa y Puerto de Garachico.

Nachbargemeinden sind Icod de los Vinos im Osten, Santiago del Teide im Süden und Los Silos sowie El Tanque im Westen.

Die Gemeinde Garachico hat eine Ausdehnung von 29,28 km² auf einer durchschnittlichen Höhe von 10 m über dem Meeresspiegel.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Bevölkerungsdichte
1991 5.993 204,7 Ew./km²
1996 5.728 195,6 Ew./km²
2001 5.307 181,3 Ew./km²
2002 5.742 196,1 Ew./km²
2003 5.756 196,6 Ew./km²
2004 5.671 193,7 Ew./km²
2005 5.682 194,1 Ew./km²
2006 5.543 189,3 Ew./km²
2007 5.446 186,0 Ew./km²

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Garachico mit ihrem Hafen wurde unmittelbar nach der Eroberung Teneriffas 1496 vom Genueser Bankier Christobal de Ponte gegründet. Erste wirtschaftliche Grundlage Garachicos war Zuckerrohr und seine Verarbeitung.

1520 wurde mit dem Bau der Eremita de Santa Ana , als Hauptkirche, begonnen. In einem Anbau der Kirche befindet sich heute ein kleines Museum mit sakralen Objekten. Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelte sich Garachico zum wichtigsten Hafen der Insel, zu dessen Sicherung gegen u.a. englische Freibeuter 1575 die heute noch intakte Hafenfestung das Castillo de San Miguel errichtet wurde. Wesentlich für die damalige Geschäftigkeit war der Export des Malvasia- Weins insbesondere nach England. Der Wohlstand aus dem Handel jener Epoche erlaubte großzügige Stiftungen; im 18. Jahrhundert existierten fünf Klostergemeinschaften.

1645 war das erste Schicksalsjahr in einer Folge von Katastrophen, als durch eine gewaltige Sturmflut ca. 80 Menschen getötet und 40 Schiffe versenkt wurden. Für Handel und Wohlstand wirkten sich auch die Unruhen von 1666 negativ aus, als gegen die englischen Kaufleute aufgebrachte Einheimische die im Hafen von Garachico zur Verschiffung bereitstehenden Weinfässer zerschlugen. 1697 wütete eine Feuersbrunst in der Stadt und zerstörte über hundert Häuser.

Das Ende Garachicos als Handelszentrum kam aber am 5. Mai 1706 mit dem Ausbruch des oberhalb des Ortes gelegenen Montaña del Estrecho (Volcán Garachico), in dessen Verlauf die Lavamassen den Hafen Garachicos zum größten Teil verschütteten. Allein die Kirche und das Kloster San Francisco aus dem 16. Jahrhundert, die ältesten Gebäude des Ortes, an der Plaza Glorieta de San Francisco, wurden von den Lavamassen verschont. Danach zogen die Händler nach Puerto de la Orotava, dem heutigen Puerto de la Cruz. Viele Einwohner verarmten und wanderten aus in die damaligen spanischen Kolonien jenseits des Ozeans.

Ein neuer, kleiner, aber moderner Hafen für Fischerei und Privatboote ist seit 2012 in Betrieb. Dieser wurde auf der Meerseite durch eine große Mole geschützt. Eventuell wird dieser Hafen in Zukunft für eine Fährverbindung genutzt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Sehenswert ist grundsätzlich der gesamte Ort, insbesondere seine ruhige, verkehrsfreie Fußgängerzone.
  • In der Klosterkirche San Francisco beeindrucken die Holzdecke im Mujédarstil und einige Skulpturen.
  • Das ehemalige Kloster beherbergt heute das Rathaus und das Stadtmuseum mit einem klassischen kanarischen Innenhof mit Palmen und Galerien. Das Museum belegt auch, dass nicht nur mit dem Export von Wein Geld verdient wurde, sondern auch mit dem schwarzen Gold, dem Sklavenhandel.
  • Vor dem Kastillo wurden die Lava-Klippen befestigt und mit Gehwegen versehen. Hier ist auch ein Meerwasserschwimmbecken eingerichtet.
  • Innenhof der Casa Quinta Roja gegenüber Kloster und Kirche, heute Hotel.
  • Kirche Santa Ana aus dem 18. Jahrhundert. Ihre Vorläuferin wurde wie alle westlich hiervon stehenden Gebäude ein Raub der Lavamassen von 1706.
  • Die Calle Esteban Ponte verläuft parallel zur Küstenstraße und birgt das Hotel San Roque in zwei sorgfältig restaurierten Herrenhäusern der Familie Ponte.

Impressionen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Garachico – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien