Garbsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Garbsen
Garbsen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Garbsen hervorgehoben
52.4183333333339.598055555555650Koordinaten: 52° 25′ N, 9° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 79,31 km²
Einwohner: 59.912 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 755 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 30823, 30826, 30827
Vorwahlen: 05131, 05137, 05031
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 005
Stadtgliederung: 13 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
30823 Garbsen
Webpräsenz: www.garbsen.de
Bürgermeister: Christian Grahl (CDU)
Lage der Stadt Garbsen in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild

Garbsen ist eine Stadt der Region Hannover in Niedersachsen, nordwestlich von Hannover.

Geografie[Bearbeiten]

Die Lage von Garbsen in der Region Hannover

Geografische Lage[Bearbeiten]

Garbsen gehört zum Naturraum Weser-Aller-Flachland und liegt zwischen der Niederung der Leine und dem Otternhagener Moor. Die Höhenunterschiede betragen wenige Meter.

Geologie[Bearbeiten]

Die Böden im Stadtgebiet sind überwiegend sandig beziehungsweise moorig (Moorgeest), ausgenommen sind die lehmig tonigen Böden im Bereich der Leine-Aue. Die sandigen bis kiesigen Ablagerungen sind fluviatile Bildungen der letzten Kaltzeit, der Weichsel-Kaltzeit, z. B. im Bereich Altgarbsen und Havelse, sowie anderorts, wie Frielingen und Meyenfeld, Schmelzwasserablagerungen z. T. mit überlagernder Grundmoräne der Saale-Kaltzeit (Drenthe-Stadium). Weiterhin finden sich fein- bis mittelsandige Dünen im Bereich der Garbsener Schweiz und von Schloß Ricklingen. Auch am „Hexenturm“ im benachbarten Hinüberschen Garten und am Glockenberg im Klosterforst von Marienwerder sind diese Dünen zu finden.

Der Sand wurde in (Alt-)Garbsen in der Zeit beginnend vor dem Ersten Weltkrieg bis 1970 an mehreren Stellen abgebaut und in den Garbsener Hartsteinwerken (Kiebitzmoor, „Garbsen“, „Niedersachsen“, „Hansa“ und „Hannover“) zu Kalksandsteinen gebrannt. So verschwanden Garbsens Anhöhen, und heute erinnern nur noch Straßennamen daran (darunter Osterberg, Mühlenberg, Streitberg, Pottberg). Sand und Kies für Bauzwecke wurden in der Grube des heutigen Blauen Sees gewonnen.

Oberflächennahe Tone und Tonsteine der Unterkreide finden sich im Bereich des Stadtteils Berenbostel. Die z. T. mergeligen Tonsteine marinen Ursprungs gehören im Bereich Berenbostel zur Formation des Barremiums und des Aptiums, weiter nördlich nach Stelingen, Osterwald und Heitlingen zu, gehören die Tonsteine zur Formation des Hauteriviums. Die Tone wurden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ebenfalls abgebaut und zur Ziegelherstellung genutzt (Hannoversche Ziegelei am Kastendamm: heute Schwarzer See und Berenbosteler See, Flemmingsche Ziegelei auf der Flur „Im Kolke“: heute verfüllt (Altlast) und überbaut als Gewerbegebiet Garbsen-Ost).

Auf dem Garbsener Stadtgebiet fanden sich folgende Ziegelei-Betriebe (Quelle: Heimatmuseum Garbsen): 1870–1914 Ziegelei Rosemeier (Havelse), Ziegelei Plass (Garbsen) und Ziegelei Stille (Garbsen), 1895–1919 Ziegelei Schünhoff (Kastendamm), 1891–1914 Ziegelei Windmeier (Kastendamm), 1885–1966 Hannoversche Ziegelei (Kastendamm) und Flemmingsche Ziegelei (Berenbostel), 1908–1914 Hartsteinwerk Kiebitzmoor, 1929–1945 Hartsteinwerk Hansa, 1930–???? Hartsteinwerk Windmeier, 1933–1981 Hartsteinwerk Niedersachsen und 1932–1992 Hartsteinwerk Hannover.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Stadtpark im Winter

Das Stadtgebiet hat eine Ausdehnung von 79,31 Quadratkilometern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Garbsen grenzt an Langenhagen, Hannover, Seelze, Wunstorf, Neustadt am Rübenberge und die Wedemark (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den 13 Orten Altgarbsen, Auf der Horst, Berenbostel, Frielingen, Garbsen-Mitte, Havelse, Heitlingen, Horst, Meyenfeld, Osterwald Oberende, Osterwald Unterende, Schloß Ricklingen und Stelingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Historischer Überblick[Bearbeiten]

Altgarbsen, ev. Kirche
Barockkirche in Osterwald

Frühe urkundliche Erwähnungen mit Bezug zum Gebiet des heutigen Garbsen sind verbunden mit dem räumlich benachbarten, 1196 gegründeten Kloster Marienwerder sowie der Grafschaft Lauenrode (13. Jahrhundert) mit dem Bereich Schloß Ricklingen. Der Ortsname „Garbsen“, bei dem es sich entweder um eine Ableitung von einem germanischen Personennamen der ersten Ansiedler handelt oder nach anderer Auffassung um eine Verkürzung von „Gerberhausen“ (Gerber hier Berufsbezeichnung) handelt, lässt sich in einer der ältesten Urkunden von 1223 nachweisen.

In ihrer frühen Entwicklung war das Gebiet der heutigen Stadt Garbsen geprägt durch Höhenrücken, Gewässer und Moore. Die Siedlungsentwicklung fand damals im Wesentlichen auf den ehemals bewaldeten, eiszeitlich entstandenen Höhenrücken statt.

Die Ortschaften entwickelten sich zunächst relativ unabhängig voneinander. Schon 1925 waren fast die Hälfte der Bevölkerung dem nicht landwirtschaftlichen Erwerb zuzurechnen, obwohl die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe damals viel höher gelegen hat als heute. Neben der Landwirtschaft entwickelten sich auf Grund vorhandener Rohstoffe Ziegeleien und bestimmten mit die wirtschaftliche Entwicklung.

Durch die Zweigniederlassung der „Continental“-Gummiwerke (1938) und durch die Akkumulatorenfabrik „VARTA“ (1938/39) in dem Garbsen nahegelegenen hannoverschen Stadtteil Stöcken sowie durch die Existenz des chemischen Werks „Riedel-de Haën“ (heute „Honeywell“), begann sich das äußere Bild Garbsens zu ändern. Der ländliche Charakter wurde im Zuge der Entwicklung durch Neubauten verändert bzw. aufgehoben.

Die Gemeinden Garbsen und Havelse, einschließlich des damals neu errichteten Stadtteils Auf der Horst, schlossen sich am 1. Januar 1967 zur neuen Gemeinde Garbsen zusammen, die am 17. Juni 1968 Stadtrechte erhielt. Die Ortschaften gehörten zum Landkreis Neustadt am Rübenberge, der später im Landkreis Hannover aufging. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung (Gebietsreform) am 1. März 1974 kamen die Gemeinden Schloß Ricklingen, Horst, Meyenfeld, Frielingen, Osterwald Oberende und Unterende, Stelingen, Berenbostel und Heitlingen dazu. Am Beginn der 1980er Jahre entstand der neue Stadtteil Garbsen-Mitte, der bis heute durch starken baulichen Zuwachs gekennzeichnet ist. In Garbsen-Mitte befinden sich das Rathaus (seit 1997), zwei Einkaufszentren, ein Kino, Restaurants und Cafés.

Heute (2012) zählt Garbsen als sogenanntes Mittelzentrum mit Wohn- und Arbeitsstätten etwa 62.000 Einwohner. Der Bereich des ehemaligen Garbsen ist heute der Stadtteil Altgarbsen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war Garbsen nur ein kleines Dorf mit wenigen dutzend Einwohnern. Die Bevölkerungszahl wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch die Industrialisierung im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1910 erst 757 Menschen in der Gemeinde, so waren es 1966 bereits 11.467. Durch die Eingemeindung von Havelse (11.732 Einwohner 1966) stieg die Bevölkerungszahl am 1. Januar 1967 auf 23.199.

Die Eingliederung zahlreicher Umlandgemeinden am 1. März 1974 brachte einen Zuwachs von 29.043 Personen auf über 56.000 Einwohner. Am 30. September 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Garbsen nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik 63.097 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei 1730 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1730 150
1885 [3] 452
1. Dezember 1910 ¹ 757
1925 [3] 1080
1933 [3] 1080
1939 [3] 1459
31. Dezember 1966 11.467
31. Dezember 1967 24.800
31. Dezember 1968 26.188
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 26.254
31. Dezember 1975 56.337
31. Dezember 1980 57.522
31. Dezember 1985 57.249
25. Mai 1987 ¹ 58.081
31. Dezember 1990 60.776
31. Dezember 1995 62.681
31. Dezember 2000 63.269
30. September 2005 63.097

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen ist in Blau und Rot gespalten. Aus dem Spalt bricht vorn ein silberner rotbewehrter Löwe hervor und hinten liegen drei goldene Balken auf.

Historisches Wappen von 1955[Bearbeiten]

Wappen von Garbsen 1955–1966

Das Wappen wurde am 19. Mai 1955 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Blasonierung: „In Blau auf grünem Dreiberg, belegt mit einer goldenen Urne, ein vierstufiger Giebel, überhöht mit einem silbernen Schornstein, begleitet rechts von einer goldenen Ähre und links von einer silbernen Tanne.“

Dieses Wappen wurde bis zum Zusammenschluss der Gemeinden Garbsen und Havelse zur neuen Gemeinde Garbsen am 1. Januar 1967 geführt. Mit der Urne im Dreiberg soll angedeutet werden, dass bei dem erheblichen Sandvorkommen in der Gemarkung reiche Urnenfunde gemacht worden sind. Aus diesem Sandvorkommen entstand die Kalksandsteinindustrie, der die Gemeinde Garbsen schließlich den wirtschaftlichen Aufschwung verdankt. Neben dem Schornstein ist links eine Ähre angelehnt, die auf die frühere Landwirtschaft noch einmal hinweist, und rechts neben dem Schornstein befindet sich eine Tanne, die ebenfalls auf den früher reichen Waldbestand hindeuten soll.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Gustav Völker gestaltet.

Historisches Wappen von 1967[Bearbeiten]

Wappen von Garbsen 1967–1974

Das Wappen wurde am 22. Dezember 1966 durch das Regierungspräsidium Hannover genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein silberner Maueranker, rechts begleitet von einem dreistufigen, silbernen Giebel, überhöht mit einem silbernen Schornstein, links von einem auf kurzem Ast sitzenden, silbernen Habicht.“

Dieses Wappen wurde nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Garbsen und Havelse zur neuen Gemeinde Garbsen vom 1. Januar 1967 bis zum 28. Februar 1974 geführt. Aufgrund der Beratungen in den Räten der ehemals selbständigen Gemeinden wurde vereinbart, die beiden Hauptsymbole aus den Wappen dieser Gemeinden zu übernehmen. Der Schornstein wurde aus dem Wappen der Gemeinde Garbsen übernommen. Er weist auf die in Garbsen aus erheblichen Sandvorkommen entstandene Kalksandsteinindustrie hin. Ein Habicht war schon im Wappen der Gemeinde Havelse dargestellt. Die Herkunft des Namens Havelse wird von „Havekesla“ – das bedeutet Habichtswald – abgeleitet. Der neu hinzugefügte Maueranker versinnbildlicht den Zusammenschluss beider Gemeinden.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Gustav Völker gestaltet.

Stadtrat[Bearbeiten]

Garbsen-Mitte, Rathaus

Ergebnis der letzten Gemeindewahl am 11. September 2011

CDU 36,5 Prozent, SPD 33,7 Prozent, Grüne 13,8 Prozent, FDP 2,3 Prozent, Die Linke 2,0 Prozent und Die Unabhängigen 11,7 Prozent.

Sitzverteilung im Rat der Stadt Garbsen (Stand Mai 2013)

CDU 15 Sitze, SPD 14 Sitze, Grüne 6 Sitze, Die Unabhängigen 5 Sitze, FDP 1 Sitz, Parteilos 1 Sitz und Bürgermeister Alexander Heuer, Gesamt: 43 Sitze.

Ratsvorsitzender ist Hartmut Büttner (CDU).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Garbsen ist seit 1. November 2014 Christian Grahl (CDU). Sein Vorgänger Alexander Heuer (SPD) erhielt in der Stichwahl am 15. Juni 2014 nur 32,8 Prozent der Stimmen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Garbsen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Leineaue, im Hintergrund das Waldgebiet der Garbsener Schweiz
Berenbosteler See
Schwarzer See im Winter
Blauer See
Blauer See aus der Luft

Das Heimatmuseum in Altgarbsen (Hannoversche Straße 134) ist im Haus der ehemaligen Arbeiterküche (um 1890) eines Ziegeleiwerks untergebracht, geöffnet jeden zweiten Sonntagnachmittag im Monat. Neben technischen und lokalen naturkundlichen Exponaten sowie historischen Fotos aus Garbsen findet sich im Keller des Hauses eine Ausstellung über die Geschichte der Ziegeleiindustrie in Garbsen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert sind die Barockkirche Schloß Ricklingen, die Barockkirche in Osterwald und der Mittellandkanal mit Leinestrombrücke (Kanalbrücke Nr. 253) und Leineflutbrücke (Kanalbrücke Nr. 252), gebaut 1911 bis 1913, welche dem Kanal, der hier als Dammstrecke ausgeführt ist, die Querung des Leinetals erlauben (1995 bis 1998 durch neue Brücken ergänzt), Hochwassermarken an der Leineflutbrücke erinnern an die extremen Hochwässer der Leine vom 6. Februar 1909, 10. Februar 1946, 13. März 1981 und 3. November 1998.

Parks[Bearbeiten]

Erwähnenswert ist der etwa 7 ha große Stadtpark (begonnen 1984) mit Baumlehrpfad.

Der Bürgerpark im Ortszentrum von Berenbostel dient der Erholung und für Veranstaltungen, wie dem traditionellen Matjesfest im Juni.

Natur und Freizeit[Bearbeiten]

Der Erholung dienen das Waldgebiet der Garbsener Schweiz, der Blaue See, der Berenbosteler See, der Schwarze See, die Leine-Aue und das Osterwalder/Otternhagener Moor.

Am Blauen See wurde 2005 eine Wasserskiseilbahn gebaut und seit 2012 ist eine Adventure Minigolf-Anlage im Betrieb.

Nördlich von Osterwald liegt der Osterwalder Wald. Dieser zieht sich bis zum Neustädter Moorgebiet. Durch diesen Wald zieht sich die Auter, der größte und einzige Fluss von Osterwald. In diesem Wald wird Forstwirtschaft noch traditionell betrieben. Direkt an den Wald grenzen viele Felder, die noch von den alteingesessenen Bauern bestellt werden.

Unweit des Ortes Berenbostel liegt das Köllingsmoor, auch das Gebiet Auf dem Schacht ist ein Ziel bei Wanderung über Stelingen bis nach Engelbostel.

Sport[Bearbeiten]

Bundesweite Bekanntheit erwarb Havelse für sich und die Stadt Garbsen 1990 durch das Gastspiel des TSV Havelse in der 2. Fußball-Bundesliga. Momentan spielen die Havelser in der Regionalliga Nord, der vierthöchsten Spielklasse.

Große Tradition in Garbsen-Osterwald hat der Pferdesport, da der Ort ehemals von Koppelknechten besiedelt wurde. Ausrittmöglichkeiten bieten die nördlich liegenden großen Freiräume mit dem ausgedehnten Waldbereich des Osterwalds und der Auterniederung.

Der SV Wacker Osterwald ist der größte Sportverein im Stadtgebiet. Die Handball-Damenmannschaft hat bereits bundesweit auf sich aufmerksam gemacht, indem sie in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Derzeit spielt die Mannschaft in der Regionalliga Nord. Im Jugendbereich wurde Wacker 2007 Deutscher Vizemeister.

Im Jahre 1948 wurde in Berenbostel ein Schachverein gegründet, der sich viel der Jugendarbeit angenommen hat und vor dem Rathaus in Hannover ein „Lebendes Schachspiel“ aufgeführt hat. In Garbsen stellt der Schachverein Berenbostel e.V. eine Mannschaft, die 2008 in die Landesklasse Niedersachsen aufgestiegen ist und deren Spieler auch im Seniorenbereich durch ihre Spielstärke bekannt geworden ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehört der Musiksonntag, an dem in den großen Einkaufszentren sowie der Roten Reihe in Berenbostel Unterhaltung und auch Auftritte lokaler Bands geboten werden.

Das Fest der Vereine 2005 zeigte, dass Garbsen besonders auf privater Ebene sehr aktiv ist. Mehr als 70 Vereine und Verbände aus Garbsen stellten sich beim vierten Fest der Vereine rund um das Rathaus vor.

Garbsen ist die Domino-Hochburg Deutschlands, die vier Internationale Domino-Meister, den Domino-Weltmeister des Jahres 2004, den Vize-Weltmeister 2005 und die Gewinnerin des Maria-Theresia-Cups 2005 beheimatet. Sieger der Stadtmeisterschaft 2013 ist Jürgen Polley.

Der Kulturverein Garbsen kümmert sich um Theater und Kulturveranstaltungen und ist an zahlreichen Ereignissen beteiligt.

Im Februar 2006 wurde der Förderkreis „Leselust in Garbsen“ e.V. gegründet, der zum Ziel hat, die Stadtbibliothek Garbsen zu unterstützen und das Lesen allgemein zu fördern. Neben der Einrichtung eines „Offenen Bücherschranks“ im Stadtteil Auf der Horst führt Leselust zahlreiche Veranstaltungen für Kinder (z. B. Vorleseangebote) und Erwachsene (z. B. Heinrich-Heine-Abend) durch.

Seit 2006 findet in Garbsen gegen Ende November das Musik-Event „Battle of the Bands“ statt. Dort trifft sich die Garbsener Musik-Szene und tritt gegeneinander in einem Wettbewerb an, wobei die Zuschauer abstimmen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Endstation Garbsen der Stadtbahnlinie 4

ÖPNV[Bearbeiten]

Garbsen ist an das Stadtbahnnetz Hannover durch die Linie 4 angeschlossen. Nach 14 Minuten erreicht sie den S-Bahn-Haltepunkt Leinhausen, nach etwa 25 Minuten Hannovers Stadtmitte.

Die Stadtbuslinie 126 verbindet Altgarbsen mit Havelse, Marienwerder und Stöcken. Mehrere Buslinien des Großraum-Verkehrs Hannover stellen Verbindungen innerhalb des Stadtgebietes und zu benachbarten Orten her. Darunter die Buslinie 431, die nach 6 Minuten Havelse und nach weiteren 8 Minuten den S-Bahn-Haltepunkt Seelze erreicht, und die Buslinie 480, diese erreicht nach etwa 21 Minuten Stelingen und nach weiteren 26 Minuten Langenhagen Bahnhof Mitte, an welchem neben einzelnen Fernverkehrszügen zahlreiche innerniedersächsische Bahnlinien und S-Bahnen verkehren (von dort 6 Minuten zum Flughafen Hannover).

Straße[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet wird von der Bundesautobahn A2 (gebaut 1936–1938) und der Bundesstraße 6 („Bremer Heerweg“, angelegt im 18. Jahrhundert) durchquert.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Der Mittellandkanal (gebaut Anfang 20. Jh.) verläuft durch Garbsen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Garbsen ist die größte niedersächsische Stadt ohne Eisenbahnanschluss. Allerdings ist Garbsen über die Stadtbahnlinie 4 mit dem benachbarten Hannover verbunden. Im Nahverkehrsplan 2008 der Region Hannover ist ab dem Jahr 2013 eine Verlängerung dieser Stadtbahnlinie bis nach Garbsen/Mitte Rathaus vorgesehen.

Bildung[Bearbeiten]

In Garbsen gibt es eine große Anzahl an Schulen. Fast jeder Ortsteil beheimatet eine Grundschule. In Berenbostel findet man das Schulzentrum III bestehend aus Hauptschule, Realschule und Förderschule sowie dem Geschwister-Scholl-Gymnasium; ebenso im Stadtteil Auf der Horst das Schulzentrum I, bestehend aus Förder-, Haupt-, Realschule und dem Johannes-Kepler-Gymnasium. In Garbsen Mitte gibt es die IGS Garbsen, eine integrierte Gesamtschule im Schulzentrum II. Seit der Einrichtung des Produktionstechnischen Zentrums der Leibniz Universität Hannover an der Universität 2 bezeichnet sich Garbsen bisweilen als Universitätsstadt.

Im Juni 2011 geriet die Nikolaus-Kopernikus-Schule in die Schlagzeilen. Albert Seufer, Leiter der Hauptschule, rief in einem Brandbrief nach Schutz durch die Polizei vor der grassierenden Gewalt.[4] Der altersbedingt ausscheidende Rektor wurde durch einen türkischstämmigen Schulleiter ersetzt, der selbst in Garbsen aufgewachsen ist.[5]

Religionen[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Garbsen gehören zum Stadtkirchenverband Hannover.

Garbsen ist Sitz der katholischen Pfarrgemeinde St. Raphael des Dekanats Hannover, zu ihr gehören die drei katholischen Kirchen in Garbsen, sie befinden sich in den Ortsteilen Auf der Horst, Berenbostel und Havelse. Eine weitere katholische Kirche befand sich in Altgarbsen, sie wurde 2007 profaniert.

In Garbsen befinden sich zwei Moscheen islamischer Gemeinschaften.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Ekkehard Wagler (1925–2004), Bürgermeister 1968–1969, SPD-Politiker, Bürgermeister der Gemeinde Havelse, Begründer der beiden Garbsener Städtepartnerschaften mit Herouville St. Clair und Rödding
  • Walter Langrehr (* 1925), Heimatforscher und Chronist, das „Gedächtnis“ des Dorfes Horst, Gründer und langjähriger Leiter der Heimatbundgruppe und des Arbeitskreises Dorfentwicklung, Träger des Bundesverdienstkreuzes (2007)
  • Kim-Valerie Voigt (* 1989) ist die deutsche Schönheitskönigin 2008 aus Garbsen, sie wurde am 3. Februar 2008 im Europapark Rust zur Miss Germany gewählt, die als Miss Norddeutschland angetretene Schülerin setzte sich gegen 21 Konkurrentinnen durch
  • Frank Dammann (* 1957) war ein Handballspieler, der unter anderem für den VfL Gummersbach spielte. Er bestritt zudem 83 Länderspiele (89 Tore)
  • Klaus Kauroff (* 1941), Single Wrestler von 1967–1994, war nach seiner aktiven Zeit in der Catch Wrestling Association als Manager der US-Heels und Gaststars aus den USA aktiv, gilt außerdem als einer der deutschen Wrestling-Legenden
  • Nazan Gökdemir (* 1980), Moderatorin und Journalistin für den deutsch-französischen Sender Arte
  • Carlotta Truman (* 1999), Sängerin, seit der Finalrunde bei "The Voice-Kids 2014", sat1, auf dem Weg zum Weltstar

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Heppner: Garbsen - Neue Mitte am Rand? Die Entstehung einer Stadt im suburbanen Raum 1945–1975. Ecrivir, Hannover 2005, ISBN 3-938769-02-5.
  • Wolfgang Schulze, Rund um Seelze und Garbsen. Historische Streifzüge durch das Land zwischen Deister und Steinhuder Meer, Ellen Harenberg-Labs, 2. Auflage 1987, ISBN 3-89042-024-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Garbsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197.
  3. a b c d verwaltungsgeschichte.de, Landkreis Neustadt am Rübenberge (Neustadt i. Hannover), abgerufen am 14. April 2012.
  4. Garbsener Schuldirektor fordert Polizei-Schutz.
  5. Hauptschule Garbsen bekommt türkischstämmigen Direktor.