García I. (Navarra)

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García I. Sánchez[1] (* um 919; † 22. Februar 970) war von 931 bis 970 König von Navarra aus dem Haus Jiménez. Er war ein Sohn von König Sancho I. Garcés und der Toda Aznárez.[2]

Da García beim Tod seines Vaters 925 erst sechs Jahre alt war, übernahm zunächst sein Onkel Jimeno Garcés die Herrschaft in Pamplona. Als dieser 931 starb, beanspruchte ein weiterer Onkel, Íñigo Garcés, die Regentschaft für sich, doch wurde dieser 933 von Toda erfolgreich aus Pamplona verdrängt. García jedenfalls war seit 931 als zwölfjähriger dem Namen nach amtierender König, doch führte nun seine Mutter die tatsächliche Regentschaft.[3] 934 fiel Kalif Abd ar-Rahman III. in Navarra ein und zwang Toda zur Unterwerfung unter die Oberherrschaft des Kalifats von Córdoba, anerkannte zugleich aber ihren Sohn als König. Um dieselbe Zeit übernahm García selbst die Herrschaft und heiratete Andregoto, die Erbin der östlich an Navarra angrenzenden Grafschaft Aragón. Vor 943 trennte er sich von ihr und heiratete Teresa, die erstmals in diesem Jahr urkundlich genannt wird, und möglicherweise eine Tochter des Königs Ramiro II. von León war.[4] Letztmals wird sie im September 957 urkundlich genannt.[5]

939 konnte ein vereintes christliches Heer unter der Führung Ramiros II. von León in der siegreichen Schlacht von Simancas die Macht des Kalifen nördlich des Duero beenden. Später engagierte sich García in den leónesischen Bruderkampf zugunsten seines Neffen Sancho I. gegen dessen Halbbruder Ordoño III.[6] 958 gewährte er Sancho I. Exil in Pamplona, als dieser von Ordoño IV. aus León verdrängt worden war. Nun im Bund mit dem Kalifen konnte er im Jahr darauf seinen Neffen wieder auf den Thron von León restaurieren.[7] García starb am 22. Februar 970 und wurde in der Kapelle der Burg San Estebán bei Villamayor de Monjardín bestattet.[8]

Aus seiner ersten Ehe mit Andregoto von Aragón († 971) hatte er einen Sohn:

Aus der zweiten Ehe mit Teresa († nach 957) hatte er drei Kinder:

Literatur[Bearbeiten]

  • Antonio Ubieto Arteta: Los reyes pamploneses entre 905 y 970. In: Príncípe de Viana. Vol. 24 (1963), S. 77–82.
  • Alberto Cañada Juste: Un milenario navarro: Ramiro Garcés, rey de Viguera. In: Príncípe de Viana. Vol. 42 (1981), S. 21–38.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Er wird auch als García III. bezeichnet, sofern man die Könige aus dem Haus Iñiguez mitrechnet.
  2. Textos navarros del Códice de Roda, hrsg. von José María Lacarra de Miguel in: Estudios de Edad Media de la Corona de Aragón. Vol. 1 (1945), §13, S. 236.
  3. Textos navarros del Códice de Roda, hrsg. von José María Lacarra de Miguel in: Estudios de Edad Media de la Corona de Aragón. Vol. 1 (1945), S. 255.
  4. Cartulario de San Millán de la Cogolla (759-1076), hrsg. von Antonio Ubieto Arteta (1976), Nr. 30, S. 45. Vgl. Cañada Juste (1981), S. 24.
  5. Cartulario de San Millán de la Cogolla (759-1076), hrsg. von Antonio Ubieto Arteta (1976), Nr. 76, S. 90.
  6. Cronica de Sampiro §25, hrsg. von Justo Pérez de Urbel, Atilano González Ruiz-Zorrilla in: Historia Silense: edición crítica e introducción (1959), S. 169.
  7. Vgl. Cañada Juste (1981), S. 26–27.
  8. Textos navarros del Códice de Roda, hrsg. von José María Lacarra de Miguel in: Estudios de Edad Media de la Corona de Aragón. Vol. 1 (1945), S. 255 und 259.
  9. Jimeno Garcés wird einzig in einer Schenkung seines Bruders Sancho II. an die Abtei San Pedro de Siresa vom 15. Februar 979 urkundlich genannt. Cartulario de Siresa, hrsg. von Antonio Ubieto Arteta (1960), Nr. 11, S. 32.

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Jimeno Garcés König von Navarra
931–970
Sancho II.