Gardarike

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Die Karte zeigt Mitte des 9. Jahrhunderts die Siedlungen der Waräger oder Rus in Rot, die der slawischen Stämme in Grau und das Einflussgebiet der Turkstämme wie Chasaren, Bolgaren, Petschenegen u.a. blau umrandet

Gardarike (altisländisch Garðariki) ist die in der mittelalterlichen Literatur Islands gebräuchliche altnordische Bezeichnung für das Gebiet der Ostslawen. Er bedeutet Reich der Städte, weil die Waräger (Wikinger) bei ihren Handels- und Raubfahrten durch Osteuropa auf zahlreiche slawische Burgstädte (Garð, Grad) gestoßen waren.

Später entstand aus den Garðariki unter dem Einfluss der schwedischen Händler, Söldner und Siedler (Rus) der erste russische Staat in Nowgorod, der später durch die Eroberung Kiews in die Kiewer Rus aufging. Dieser Staat musste sich hauptsächlich gegen das bis Ende des 10. Jahrhunderts bestehende Reich der Chasaren behaupten.

Sverrir Jakóbsson hat in seiner Dissertation gezeigt, dass der Name bei der Abfassung der isländischen Sagaliteratur ab dem 13. Jahrhundert aufkam. Dabei wurde der historische Begriff Garðar (Städte) erweitert zu Garðariki – wobei wohl aus einer unscharfen Vorstellung der damaligen Verhältnisse die Idee von einem einzigen Staat, wie es ihn später gab, in das 9. Jahrhundert projiziert wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]