Gareth Evans

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Gareth Evans
Gareth Evans (links) mit Les Aspin, 1993

Gareth John Evans AC, QC (* 5. September 1944 in Melbourne, Victoria), ist ein australischer Politiker und war unter anderem Außenminister des Landes.

Frühes Leben[Bearbeiten]

Evans wurde in Melbourne, Victoria, als Sohn eines Straßenbahnfahrers geboren. Er besuchte die Melbourne High School und die Universität Melbourne, wo er einen Abschluss in Kunst und Jura machte, so wie die renommierte University of Oxford wo er ein kombiniertes Studium aus Philosophie, Politik und Wirtschaft erfolgreich abschloss. Im Jahr 2004 wurde er Ehrenmitglied des Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Rechtsanwalt in Melbourne, wobei er sich auf Gewerkschaften spezialisierte. Ab 1971 war er Lektor für Jura an der Universität Melbourne.

Evans war seit seiner Studienzeit in der Australian Labor Party aktiv, zog bei den Wahlen 1975 jedoch nicht in den Senat ein. Nach dem Scheitern von Whitlams Regierung unterstützte Evans als Mitglied des rechten Flügels der Labor Party Bob Hawke. Zudem engagierte er sich als Bürgerrechtler und wurde Vizepräsident des Victoria Council for Civil Liberties.[1]

Politische Karriere[Bearbeiten]

Im Jahr 1977 wurde Evans erstmals in den Senat gewählt und war ab 1980 Attorney General der Opposition. Er half dabei Bill Hayden durch Hawke als Labor-Vorsitzenden zu ersetzen. Die anschließenden Bundeswahlen 1983 gewann Hawke. Evans wurde schließlich Justizminister und sorgte für eine Kontroverse als er die Royal Australian Air Force Überwachungsphoto über einen Staudammbau in Tasmanien schießen ließ. Man warf der Regierung den Missbrauch von militärischen Einheiten für innere Angelegenheiten vor, was Evans den Spitznamen "Biggles" nach einer berühmten Comic-Figur, einem Piloten, einbrachte.[2][3]

Im Dezember 1984 wurde Evans auf den Posten als Ressourcen- und Energieminister versetzt. Im Jahr 1987 wurde er Transport- und Telekomunikationsminister - eine Aufgabe, für die er wenig Interesse zeigte. Seine Ambition war es Hayden als Außenminister zu beerben, was im September 1988 geschah, als jener Generalgouverneur von Australien wurde. Die nächsten 7 1/2 Jahre war Evans als Außenminister tätig.

Als Außenminister war es sein Ziel die Außenpolitik seines Landes weg von den traditionellen Partner Vereinigte Staaten von Amerika und Großbritannien zu lenken und sich mehr mit den asiatischen Nachbarn zu beschäftigen. Während dies gelang, kühlten die Beziehungen zu den USA und GB rasch ab, da Evans nicht die politischen Ansichten dieser Regierungen teilte.

Er half unter anderem bei der Befreiung Kambodschas von der Besetzung durch Vietnam, was zu freien Wahlen im Jahr 1993 führte. Aufgrund der durch ihn verbesserten Beziehungen zu den asiatischen Nachbarn entstanden die Handelskooperationen APEC und ASEAN. Im Jahr 1995 erhielt er den Grawemeyer Award für seine hervorragende Außenpolitik. Unter Keating wurde Evans 1993 Regierungsführer im australischen Senat und half dabei einige wichtige innenpolitische Angelegenheiten zu verbessern, so schaffte man u.a. die Pflicht ab bei jedem Gesetzentwurf von den kleinen Parteien abhängig zu sein, um die Regierung zu erleichtern.

Evans hatte lange Zeit den Wunsch geäußert, vom Senat in das australische Repräsentantenhaus zu ziehen, wo er darauf hoffte, seine Führungsambitionen leichter umsetzen zu können. Während er 1984 noch an der sozialistischen Linken gescheitert war, konnte er 1996 für den Melbourner Wahlbezirk Holt in das Repräsentantenhaus einziehen. Da die Keating-Regierung bei der Wahl verlor, zog er als Oppositionsabgeordneter in den Senat ein und wurde Vizeführer der Australian Labor Party.

Aufgrund der Wahlniederlage seiner Partei bei den Bundeswahlen 1998 trat er im September 1999 von der aktiven Politik zurück.

Privates[Bearbeiten]

Evans ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Home. Liberty Victoria. Abgerufen am 25. Januar 2007.
  2. Stateline Tasmania, ABC 27. Juni 2003
  3. Papers on Parliament 1989 "In preparing the Commonwealth's case for the inevitable High Court challenge by Tasmania, Evans earned the popular title of 'Biggles' for arranging to have Royal Australian Air Force planes fly 'spy flights' over the dam site to collect court evidence." (p27)