Gareth Jones (Journalist)

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Gareth Richard Vaughan Jones (* 13. August 1905; † 12. August 1935) war ein aus Wales stammender britischer Journalist und Politikberater, der gemeinsam mit Malcolm Muggeridge eine Pionierrolle bei der Aufdeckung der großen Hungersnot in der Ukraine (Holodomor) spielte.

Der brillante Student und mehrsprachige Absolvent des Trinity College in Cambridge arbeitete 1930 als außenpolitischer Berater des britischen Expremiers walisischer Herkunft David Lloyd George und reiste 1931 einem Reiseverbot in die Ukraine zum Trotz nach Stalino, dem heutigen Donezk. Diese Industriestadt hieß zuvor Yusowka, nach ihrem Gründer, dem walisischen Industriellen John Hughes. Jones' Mutter hatte als Betreuerin der Kinder seines Nachkommen Arthur Hughes dort eine Zeit lang gelebt. 1931 erhielt Jones auch von einem amerikanischen Buchagenten den Auftrag, ein Buch über die Sowjetunion zu schreiben und begleitete den jungen Jack Heinz II (1908–1987) aus Pittsburgh, den Erben der H. J. Heinz Company, auf einer Reise durch das Land. Im Januar und Februar 1933 berichtete Jones als Journalist vom Aufstieg Hitlers zum Reichskanzler - dann fuhr er in die Sowjetunion, und nach seiner Rückkehr nach Berlin gab Jones dort am 29. März 1933 die bekannte Pressemeldung heraus, die die sowjetische Hungerkatastrophe offenlegte. Ihr widersprach unter anderem der Pulitzer-Preisträger von 1932 Walter Duranty in der New York Times vom 31. März 1933 (mit dem Titel: „Russians Hungry but not Starving“).

Jones wurde in einem privaten Schreiben des sowjetischen Außenministers Litwinow an Lloyd George jeglicher weitere Besuch in der Sowjetunion verboten. In der Folge publizierte Jones weitere sowjetkritische Artikel, unter anderem, nach einem Neujahrsgespräch auf San Simeon mit William Randolph Hearst, einen Beitrag für die Hearst-Presse, in dem Stalin der Tod des Leningrader Parteichefs Kirow angelastet wurde. 1935 wurde Jones auf einer investigativen Weltreise in der Inneren Mongolei von Banditen entführt und kurz vor seinem 30. Geburtstag erschossen. Gerüchte über eine Beteiligung des NKWD, Nationalchinas oder der Japaner am Tod von Jones konnten nicht verifiziert werden. Das Andenken an Jones wird heute in der Ukraine und in Wales durch Denkmäler und Erinnerungstafeln gepflegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Margaret Siriol Colley: Gareth Jones. More Than a Grain of Truth. Newark 2005. ISBN 0953700119

Weblinks[Bearbeiten]