Gari Melchers

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Julius Garibaldi Melchers, Gemälde von Frank Scott Clark, 1900
Gari Melchers in einem Pariser Atelier, Foto, 1889

Julius Garibaldi Melchers (* 11. August 1860 in Detroit; † 30. November 1932 in Fredericksburg, Virginia) war ein deutsch-US-amerikanischer[1] Maler.

Leben[Bearbeiten]

Krieg, 1896, symbolistische Wandmalerei in der Library of Congress, Thomas Jefferson Building, Washington, D.C
Lesende Frau, 1910

Der Sohn des in Soest (Provinz Westfalen, Königreich Preußen) geboren deutschen Emigranten und Bildhauers Julius Theodor Melchers[2] und seiner Frau Marie Bangetor[3] erhielt 1878 bis 1881 seine Ausbildung bei Hugo Crola, Heinrich Lauenstein, Johann Peter Theodor Janssen, C. Müller, Eduard von Gebhardt und Julius Roeting auf der Kunstakademie Düsseldorf,[4] dann in Paris durch Jules-Joseph Lefebvre und Gustave Boulanger. Befreundet war Melchers mit den Malern John Singer Sargent (1856–1925) und George Hitchcock (1850–1913).[5]

Seit dem 14. April 1903 war Gari Melchers mit der Künstlerin Corinne Lawton Mackall (* 27. Februar 1880 in Savannah/Georgia) verheiratet, die ihn um 23 Jahre überlebte. 1942 vermachte sie der Ortschaft Belmont ihr gemeinsames Haus, damit die heutige Gari Melcher Memorial Gallery (auch bekannt als Gari Melchers Home and Studio) als Art Museum und Hommage fungieren konnte. Heute verwaltet es die University of Mary Washington in Fredricksburg. Das Museum öffnete 1975 zum ersten Mal seine Türen.

In vielen seiner Gemälde, die – gerade in seiner späteren impressionistischen Phase – durch leuchtende und frische Farbtöne sowie breite und kräftige Farbbehandlung gekennzeichnet sind (→ Kolorismus), schildert er das Leben des einfachen Volkes in Holland (→ Naturalismus). Melchers gewann bei der Weltausstellung 1900 in Paris eine Ehrenmedaille. Zu seinen späteren Arbeiten zählen Wandmalereien in der Kongressbibliothek von Washington. Melchers wohnte abwechselnd in Paris, Holland und New York. 1909 wurde er Professor an der Kunstakademie Weimar, wo er bis 1914 wirkte. 1915 kehrte er mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten zurück.[6] In New York eröffneten sie ein Studio.

Seine Residenz in Falmouth, das Gari Melchers Home (auch als Belmont bezeichnet), wurde 1965 als National Historic Landmark in das National Register of Historic Places aufgenommen und ist seither eine der 119 historischen Stätten in Virginia.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Holzinger, Hans-Joachim Ziemke: Textband des Main Städelsches Kunstinstitut. Schulte-Bulmke Verlag, 1972, ISBN 3-87730-057-X, ISBN 978-3-87730-057-2
  • Hermann Alexander Müller, Hans Wolfgang Singer: Allgemeines Künstler-lexicon. Rütten & Loening Verlag, 1901

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Who was Gari Melchers - bei der University of Mary Washington
  2. Siehe: Artikel Julius Theodore Melchers in der englischsprachigen Wikipedia
  3. Artikel Melchers, Gari im Portal nga.gov, abgerufen am 10. November 2013
  4. Bettina Baumgärtel, Sabine Schroyen, Lydia Immerheiser, Sabine Teichgröb: Verzeichnis der ausländischen Künstler und Künstlerinnen. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 435
  5. Gari Melchers: Who Was Gari Melchers? Webseite im Portal Gari Melchers Home and Studio (University of Mary Washington), 2013, abgerufen am 30. November 2013
  6. Artikel Gari Melchers (1860–1932) im Portal georgiaencyclopedia.org, abgerufen am 10. November 2013
  7. Das Gari Melchers Home, Webseite des National Historic Landmarks Program

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gari Melchers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien