Gars am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Gars a. Inn
Gars am Inn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Gars a. Inn hervorgehoben
48.15512.274722222222445Koordinaten: 48° 9′ N, 12° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Gars am Inn
Höhe: 445 m ü. NHN
Fläche: 43,65 km²
Einwohner: 3758 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 83536 (Gars a. Inn),
83546, 83555, 83559 (siehe Gemeindegliederung)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08073
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 118
Marktgliederung: 103 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 3,
83536 Gars a. Inn
Webpräsenz: www.gars.de
Bürgermeister: Norbert Strahllechner (FWG)
Lage des Marktes Gars a. Inn im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer Hart Zangberg Waldkraiburg Unterreit Taufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) Schwindegg Schönberg (Oberbayern) Reichertsheim Rechtmehring Rattenkirchen Polling (bei Mühldorf am Inn) Obertaufkirchen Oberneukirchen (Oberbayern) Oberbergkirchen Niedertaufkirchen Niederbergkirchen Neumarkt-Sankt Veit Mühldorf am Inn Mettenheim (Bayern) Maitenbeth Lohkirchen Kraiburg am Inn Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) Jettenbach (Oberbayern) Heldenstein Haag in Oberbayern Gars am Inn Erharting Egglkofen Buchbach (Oberbayern) Aschau am Inn Ampfing Landkreis Landshut Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rosenheim Landkreis Ebersberg Landkreis Altötting Landkreis Erding Landkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Gars am Inn (amtlich: Gars a.Inn) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gars am Inn.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Gars am Inn liegt in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland in der Flussniederung des Inn rund 13 km südwestlich von Waldkraiburg, 19 km nördlich von Wasserburg, 8 km östlich von Haag, 58 km östlich der Landeshauptstadt München und 26 km von der Kreisstadt Mühldorf entfernt. Gars am Inn verfügt über eine Bahnstation an der Bahnstrecke Rosenheim-Mühldorf, welche von der Südostbayernbahn betrieben wird.

Landschaftlich prägend ist der tiefe Einschnitt des Inntals. Dadurch ergeben sich vor allem vom nördlichen Rand reizvolle Ausblicke auf den Chiemgau und die Alpen, beispielsweise auf der Straße von Reichertsheim zum Kloster Au, deren Serpentinen auf knapp zwei Kilometern mehr als 150 Höhenmeter überwinden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Gars am Inn hat 103 amtlich benannte Ortsteile[2]:

In Klammern ist die Postleitzahl angegeben. Alle Orte mit PLZ 83536 gehören zum postalischen Ort 83536 Gars a. Inn, die Orte mit anderen PLZ werden von der Deutschen Post als eigenständige Orte behandelt, zum Beispiel 83546 Dornhecken.

Es gibt die Gemarkungen Au am Inn, Gars am Inn, Klostergars, Lengmoos und Mittergars.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Michael Wening: Kloster Gars, Anfang 18. Jh.

Das Kloster Gars wurde durch Herzog Tassilo III. von Bayern 768 als 'Cella Garoz' gegründet. Gars am Inn unterstand der Landesherrschaft des Erzstifts Salzburg und hatte schon im 12. Jahrhundert Marktrechte. Der Ort war eine geschlossene Hofmark innerhalb Etters. Die hohe Gerichtsbarkeit lag jedoch beim Kurfürstentum Bayern. 1803 kam der Markt im Zuge der Säkularisation in Bayern zum späteren Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
siehe auch Burg Megling

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf erhielt Gars am 1. Mai 1876 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Während der Ort Gars nördlich des Inns liegt, entstanden Bahnstrecke und Bahnhof südlich des Inns. Um den somit südöstlich außerhalb des Ortes Gars gelegenen Bahnhof entstand der Ortsteil „Gars Bahnhof“.

2013 wird die über 50 Jahre andauernde Partnerschaft mit der österreichischen Gemeinde Gars am Kamp offiziell mit einer Städtepartnerschaft besiegelt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1967 schloss sich der Markt Gars am Inn mit der Gemeinde Klostergars (ab dem 9. März 1956 der neue Gemeindename für Stadel) zur neuen Marktgemeinde Gars am Inn zusammen. Diese wurde mit Wirkung vom 1. April 1971 mit den Gemeinden Au am Inn, Lengmoos und Mittergars zur neuen Gemeinde Gars am Inn zusammengeschlossen.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 3618 Einwohner
  • 1970: 3835 Einwohner
  • 1987: 3585 Einwohner
  • 2000: 3761 Einwohner
  • 2011: 3750 Einwohner
  • 2012: 3741 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Norbert Strahllechner (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2010 2,264 Millionen Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 645.000 Euro.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Klosterkirche[Bearbeiten]

Katholische Kirche Gars am Inn

Die Klosterkirche ist eine Schöpfung der Graubündner Baumeister Giovanni Gaspare Zuccalli und Domenico Cristoforo Zuccalli und einer der frühesten barocken Kirchenbauten in Altbayern.

Redemptoristenkloster[Bearbeiten]

1899 eröffneten die Redemptoristen in Gars a. lnn ein Ordensgymnasium. Pater Kaspar Stangassinger wurde im Alter von 28 Jahren zum Seminardirektor ernannt. Doch er konnte den Schülern nur noch zum Schulbeginn die Exerzitien halten. Wenige Tage später starb er an einer Blinddarmentzündung. Am 24. April 1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Im Kloster Gars lebte und wirkte von 1871 bis zu seinem Tod, 1930, der berühmte Malermönch Max Schmalzl, der auch als Bayerischer Fra Angelico bezeichnet wird.

Innwerk-Siedlung[Bearbeiten]

1938/39 erbaute Werkssiedlung für Betriebsangehörige des Innwerks. Zwölf Kleinsiedlerstellen (entlang der Zufahrtsstraße zur Staustufe). Nahezu unverändert erhaltenes Ensemble nationalsozialistischen Kleinsiedlungsbaues (Näheres: Innwerk-Siedlung).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2010 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 5, im produzierenden Gewerbe 230 und im Bereich Handel und Verkehr 117 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 386 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.286. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2010 100 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.306 ha. Davon waren 1.308 ha Ackerfläche und 995 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010/12)

  • Kinderhaus St. Antonius: 133 Kindergartenplätze (davon 10 integrative) mit 130 Kindern, mit Kinderkrippe
  • Volksschulen: 2 (Grund- und Hauptschule) mit 31 Lehrern und 477 Schülern
  • Gymnasien: Gymnasium Gars mit 79 Lehrern und 902 Schülern

Siehe auch[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Norbert Hauner (1743–1827), war Augustiner Chorherr, ein berühmter Kirchenkomponist und letzter Dekan des Klosters Herrenchiemsee.
  • Louise Beck (1822 - 1879) war eine bayerische Mystikerin, die bis zu ihrem Tod aus dem Redemptoristenkloster heraus starken Einfluss auf die bayerische Kirchenpolitik nahm.
  • Bernhard Häring (1912-1998) Redemptorist, katholischer Moraltheologe, weltweit bekannt durch seine zwei Standardwerke der Moraltheologie Das Gesetz Christi (1954) und Frei in Christus (1979-1981).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gars am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120104/130243&attr=OBJ&val=398
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.