Garth Hudson

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Garth Hudson (erster von links, an der Orgel) mit The Band und Gästen beim The Last Waltz 1976

Eric „Garth“ Hudson (* 2. August 1937 in Windsor, Ontario) ist ein kanadischer Multiinstrumentalist (Orgel, Keyboard, Klavier, Akkordeon, Saxophon, Schlagzeug). Bekannt wurde Hudson insbesondere als Organist der Rockgruppe The Band.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Hudson wuchs in einer musikalischen Familie auf, sein Vater, Fred James Hudson, spielte Schlagzeug, Klarinette, Saxophon und Flöte, seine Mutter, Olive Louella Pentland, sang und spielte Akkordeon und Klavier. Als Hudson drei Jahre alt war, zog seine Familie von Windsor nach London, Ontario, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Er bekam Klavierunterricht, lernte Musiktheorie und spielte Orgel in der St. Luke’s Anglican Church; später studierte er an der University of Western Ontario. Nach Auftritten mit vielen kleineren Bands kam Hudson im Dezember 1961 zu Ronnie Hawkins und wurde Mitglied seiner Begleitband The Hawks.

Hudsons Engagement bei Hawkins war jedoch an Bedingungen geknüpft, er forderte eine Lowrey Orgel, deren Klang zu seinem Markenzeichen werden sollte (die verbreitetere Hammond B3 spielt er jedoch auch gelegentlich), und Hawkins musste ihm neben seinem Gehalt zusätzlich zehn Dollar pro Woche dafür bezahlen, dass er den anderen Musikern (Rick Danko, Levon Helm, Richard Manuel und Robbie Robertson) Musikunterricht gab. 1968 gelang den Hawks (ohne Hawkins) der Durchbruch mit dem Album Music from Big Pink, fortan waren sie als The Band bekannt. In seinem Review zu Music from Big Pink schrieb Musiker Al Kooper über Hudson:

Garth Hudson is one of the strangest people I ever met. If Harry Brooks is the gentle grizzly bear of rock and roll then Garth is the gentle brown bear.[1]

Einer der Songs von Music from Big Pink entwickelte sich auch zu dem Lied, das stets mit Garth Hudson in Verbindung gebracht wird: Chest Fever, das er mit einem von Bachs Toccata und Fuge in d-Moll inspirierten Orgelintro – später als The Genetic Method bezeichnet – eröffnet.

Ab 1975 benutzte Hudson auch Synthesizer. Für Yamaha war er an der Entwicklung des CS-80 beteiligt,[2] einen Prototyp dieses Synthesizers benutzte Hudson auch während The Last Waltz.[3]

Nach dem Weggang von Robbie Robertson versuchten Hudson und die drei noch verbliebenen Mitglieder von The Band 1983 ein Comeback. Nach dem Selbstmord von Richard Manuel 1986 und dem Tod von Rick Danko 1999 löste sich die Gruppe endgültig auf. 2001 erschien Hudsons erstes Soloalbum The Sea to the North.

Neben seiner Arbeit für The Band und The Hawks (mit Dylan und Hawkins) war Hudson für eine Reihe von Musikern tätig. Er ist u. a. auf Aufnahmen von Ringo Starr, Muddy Waters, Neil Diamond, Eric Clapton, Emmylou Harris, Tom Petty, J. J. Cale, Marianne Faithfull, The Call und Norah Jones zu hören.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Für Veröffentlichungen mit The Band oder The Hawks siehe Hauptartikel The Band.

  • 2001: The Sea to the North
  • 2005: Live at the Wolf
  • 2005: Our Lady Queen of the Angels

Ehrungen[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Al Kooper: „Music from Big Pink“. Rolling Stone, #15, 1968
  2. Bob Doerschuk:Garth Hudson – Legendary Organist with ’60s Supergroup The Band. Keyboard Magazine, Dezember 1983
  3. http://theband.hiof.no/articles/ghs_keyboards_knz.html
  4. http://www.rockhall.com/inductee/the-band
  5. http://www.grammy.com/Recording_Academy/Awards/Lifetime_Awards/

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]