Gary E. Johnson

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Gary Johnson

Gary Earl Johnson (* 1. Januar 1953 in Minot, North Dakota) ist ein US-amerikanischer Politiker. Er war als Republikaner von 1995 bis 2003 Gouverneur des Bundesstaates New Mexico und war Kandidat der Libertären Partei für die Präsidentschaftswahl 2012.

Leben[Bearbeiten]

Gary Johnson trat als Politneuling in das Rennen um die Kandidatur der Republikanischen Partei für das Gouverneursamt. Er machte in den Vorwahlen unter anderem durch seine unkonventionellen und eher liberale Ansichten zur Drogenpolitik der USA von sich reden. Da seiner Meinung nach die staatliche Drogenpolitik zu viel Geld verschlang, müsse man über eine „Entkriminalisierung“ und Regulierung von Drogenkonsum nachdenken. Seine politische Agenda steht der Libertarian Party nahe. Seine Amtszeit als Gouverneur war dementsprechend geprägt von einer Politik, die für wenig Staat steht. Er nutzte sein Veto-Recht in 200 von 424 Gesetzesvorlagen, alleine in den ersten sechs Monaten im Amt.[1]

Bei den Wahlen 2002 kandidierte er nicht mehr für den Posten, aufgrund der gesetzlichen Regelung, dass ein Gouverneur in New Mexico nur zwei Amtsperioden bekleiden darf. In der Folge verloren die Republikaner den Gouverneurssitz an die Demokratische Partei. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bekleidet er kein öffentliches Amt.

Präsidentschaftskandidatur 2012[Bearbeiten]

Am 21. April 2011 gab Gary Johnson seine Bewerbung um die republikanische Nominierung für die Präsidentschaftswahl 2012 via Twitter bekannt. Im Herbst des Jahres 2011 konnte er an der ersten Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten teilnehmen. Von den nächsten drei Debatten wurde Johnson durch die veranstaltenden Fernsehsender ausgeschlossen, woraufhin er die dort gestellten Fragen mit einem Video auf Youtube beantwortete. Johnson beschränkte seinen Wahlkampf fast ausschließlich auf den Staat New Hampshire. Noch vor Beginn der Primarys gab er am 28. Dezember 2011 den Rückzug aus dem Rennen um die Nominierung für die Kandidatur der Republikanischen Partei bekannt und erklärte, sich um die Nominierung der Libertarian Party zu bewerben.

Am 5. Mai 2012 wurde er von dieser Partei dann als Kandidat für die Präsidentschaftswahl aufgestellt. Sein Running Mate für die Vizepräsidentschaft ist Jim Gray, ein ehemaliger Bezirksrichter aus Kalifornien.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Gary Johnsons politisches Programm beinhaltet libertäre und klassisch-liberale Positionen[2] und verbindet eine konservative Steuerpolitik mit einer liberalen Gesellschaftspolitik.[3]. Es lehnt eine interventionistische Außenpolitik[4][5] sowie staatliche Eingriffe in die Wirtschaft ab.[6]

Johnson ist ein Anhänger des Rechts auf Schwangerschaftsabbrüche[7], kritisiert jedoch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall Roe v. Wade, da die einzelnen Bundesstaaten selbst über diese Frage entscheiden sollten. Er unterstützt eine liberale Drogenpolitik und lehnt Einschränkungen des Rechts auf Waffenbesitz ab.

Nach Johnsons Auffassung sollen sich die Streitkräfte der Vereinigten Staaten auf die Landesverteidigung konzentrieren. In seinem Haushaltsplan sollen die Militärausgaben um 43 Prozent reduziert werden.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gary E. Johnson – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. No, no, two hundred times
  2. John Toole: Johnson campaign tests GOP support for 'classical liberal'. In: The Eagle-Tribune, 25. September 2011. Abgerufen am 28. Juli 2012. 
  3. Husna Haq: Election 101: Who is Gary Johnson?. In: The Christian Science Monitor, 21. April 2011. Abgerufen am 23. April 2011. 
  4. Don’t Forget Gary Johnson! How the Libertarian Could Shake Up 2012, The Daily Beast, May 6, 2012
  5. Brian Doherty, Gary Johnson's Foreign Policy: Libertarian or "Strange"?, Reason magazine, April 11, 2012.
  6. Brian Bolduc: 2012: Year of the Libertarian?. In: National Review, 3. Januar 2011. Abgerufen am 23. April 2011. 
  7. Gary Johnson on Choice, GaryJohnson2012.org.
  8. TheDC’s Jamie Weinstein: Gary Johnson’s strange foreign policy, The Daily Caller, April 9, 2012.