Gasexplosion

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Folgen einer Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus in Douai, Frankreich

Eine Gasexplosion ist der Spezialfall einer Explosion, bei der sich ein explosives Gasgemisch entzündet und in sehr kurzer Zeit abbrennt. Je nach Menge, Druck und Temperatur des Gases kann es sich dabei um eine Verpuffung, Explosion oder Detonation handeln.

Bedingungen[Bearbeiten]

Um eine Gasexplosion herbeiführen zu können, wird sowohl eine explosionsfähige Gasatmosphäre als auch eine Zündquelle benötigt. Die explosionsfähige Atmosphäre setzt sich aus einem brennbaren Gas und Sauerstoff zusammen, wobei der Sauerstoff als Luftgemisch vorliegen kann. Eine Zündfähigkeit ist gegeben, wenn die Konzentration des Gases zwischen oberer und unterer Explosionsgrenze liegt. Als Zündquelle können verschiedene elektrische oder mechanische Effekte dienen, welche die benötigte Zündenergie oder Zündtemperatur bereitstellt. Bei relativ hohen Konzentrations-Verhältnissen gewisser Gase (z. B. Wasserstoff) oder bei Verwirbelungen (s. etwa den Buncefield-Tanklagerbrand) kann auch eine Selbstzündung ohne Erfordernis einer Zündquelle eintreten.

Vorsorge[Bearbeiten]

Die Maßnahmen, die zur Verhinderung einer Gasexplosion notwendig sind, werden im Gebiet des Gasexplosionsschutzes behandelt. Hier werden sowohl Methoden dargestellt, die zu einer Minimierung der Gefährdung beitragen. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören sowohl die Verhinderung einer explosionsfähigen Atmosphäre als auch die Verhinderung der Auswirkungen einer Explosion. Hierzu werden durch den Gesetzgeber bestimmte Anforderungen an Betreiber von Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen und an die Hersteller von explosionsgeschützten Produkten gestellt. Für die Erfüllung der Anforderungen sind nationale und internationale Normen vorhanden, die durch Betreiber und Hersteller herangezogen werden können. In Deutschland ist eine Überprüfung von Erdgasanlagen alle 12 Jahre, von Flüssiggasanlagen alle 10 Jahre vorgeschrieben. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. empfiehlt eine jährliche Prüfung, die vom Eigentümer selbst durchgeführt werden kann.[1] Bei Flüssiggasanlagen empfiehlt der Bund der Energieverbraucher eine jährliche Wartung durch einen Experten.[2]

Brandbekämpfung[Bearbeiten]

Durch Gasexplosionen können Sach- und Personenschäden entstehen. Die Rettungskräfte der Feuerwehren oder anderer Institutionen können erst dann eingreifen, wenn die Gefahr der Explosion auf ein akzeptables Risiko minimiert wurde. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass der Betreiber des Gasnetzes die Versorgung der Unfallstelle mit Gas abstellt bis sich das Gemisch verflüchtigt hat. Bei leckgeschlagenen Behältnissen von Flüssigkeiten oder Gasen, kann auch eine Abdichtung oder die Absaugung austretender Dämpfe eine geeignete Maßnahme sein.

Ist ein solches explosives Gasgemisch vorhanden, reicht schon ein Funke (beispielsweise Abreißfunken bei Lichtschaltern, aufeinanderprallendes Metall, Taschenlampe, o. ä.) um es zu entzünden. Aus diesem Grund wird das Erdgas von den Gaswerken mit einem Duftstoff (Tetrahydrothiophen), der nach faulen Eiern riecht, angereichert, der die Anwohner rechtzeitig warnen soll.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dvgw.de/gas/informationen-fuer-verbraucher/der-jahres-check-im-haus/.
  2. http://www.energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Fluessiggas/Wartung__94/.
  3. http://www.dvgw.de/gas/gase-und-gasbeschaffenheiten/odorierung/

Literatur[Bearbeiten]

  • S. Bussenius: Wissenschaftliche Grundlagen des Brand- und Explosionsschutzes. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln 1996, ISBN 3-17-013867-7
  • H. Groh: Explosion Protection. Elsevier Butterworth-Heinemann, Oxford, Expert-Verlag, Renningen 2004, ISBN 0-7506-4777-9
  • M. Hattwig und H. Steen: Handbook of Explosion Prevention and Protection. Wiley-VCH, Weinheim 2004, ISBN 3-527-30718-4