Gasfeld Urengoi

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Das Gasfeld Urengoi ist mit über 300 TCF (= 300 Billionen (10¹²) Kubikfuß oder 8,1 Billionen Kubikmeter) eines der größten zusammenhängenden Erdgasvorkommen der Welt. Es liegt in Russland im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen der Oblast Tjumen (Sibirien) südlich des arktischen Polarkreises.

Es wurde im Juni 1966 entdeckt und die Produktion im Jahre 1978 begonnen. Von Januar 1984 an wurde über die Erdgastrasse Urengoi – Uschhorod (Ukraine) der Export nach Westeuropa aufgenommen. Die Entstehung des Gasfeldes konnte durch Beckenstudien zunächst nicht erklärt werden. Zwischen 1995 und 1997 erfolgte eine gemeinschaftliche Untersuchung durch das deutsche Institut für Erdöl und Organische Geochemie mit zwei russischen Forschungsinstituten. 1997 lieferte Bernhard Cramer dabei als Erklärung die Migration von im Grundwasser gelösten Erdgas aus südlicher Richtung in einen 2500 m starken Grundwasserleiter sowie eine im Känozoikum erfolgte Hebung des Deckgebirges.[1]

Derzeit werden etwa 200 Milliarden m³ Erdgas jährlich gefördert. Die Exploration wird von Urengoigasprom, einer Tochtergesellschaft von Gazprom, durchgeführt. Zur Erschließung des Gasfeldes wurde die Stadt Nowy Urengoi gegründet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Cramer: Methan im nördlichen Westsibirischen Becken - Bildung, Lagerstättendynamik und Austausch mit der Atmosphäre, Dissertation, Forschungszentrum Jülich, Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre 4: Erdöl und Organische Geochemie, Jülich 1997

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Nachrichten der Deutschen Geologischen Gesellschaft heft 71/1999. Deutsche Geologische Gesellschaft, S. 12, abgerufen am 22. Juni 2013 (PDF, 591 KB).

Weblinks[Bearbeiten]